Die historischen Bastionen und Stützwände der Frankfurter Römerstadt werden seit Juni saniert. Jetzt stoppt eine Insolvenz die Arbeiten und wirft die Frage auf, wann das Denkmalprojekt weitergehen kann. Das Vorhaben gehört zu einem bundesweit geförderten Programm mit hoher baukultureller Qualität.

Ein Foto der Siedlung "Römerstadt" in Frankfurt

Ein in die Jahre gekommenes Gebäude der Römerstadt erinnert an die historischen Ursprünge der Siedlung. Die laufende Sanierung der Bastionen und Stützwände soll das Quartier im Stadtteil Heddernheim denkmalgerecht erhalten und wieder ins rechte Licht rücken. / © Foto: Wikimedia Commons, Tilman2007

© Fotos: Wikimedia Commons, Tilman2007, CC BY-SA 4.0

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In der Frankfurter Römerstadt im Stadtteil Heddernheim haben vor einigen Monaten die Arbeiten zur Sanierung der Bastionen und Stützwände begonnen. Das Stadtplanungsamt, das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) sowie die ABG Frankfurt Holding verantworten das Vorhaben gemeinsam.

Aktuell ruhen die Arbeiten jedoch. Eine der beauftragten Firmen, die Karrié Bauwerkserhaltung GmbH, befindet sich im Insolvenzverfahren. Dadurch mussten die laufenden Maßnahmen vorerst gestoppt werden und können erst nach einer neu gefundenen Lösung wieder aufgenommen werden.

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Neues Leben für die Römerstadt: Sanierung läuft seit Juni und ist ein Gemeinschaftsprojekt von ABG & Stadt

Die Römerstadt liegt im Norden Frankfurts und gehört zu den bedeutenden Siedlungen, die im Rahmen des Programms „Neues Bauen“ entstanden sind. Das Quartier geht auf Planungskonzepte zurück, an denen auch Architekt Ernst May beteiligt war.

Die aktuelle Sanierung betrifft die Gebäude, die den südlichen Rand der Römerstadt zum Landschaftsraum an der Nidda bilden. Diese Bauwerke stammen aus den 1920er Jahren und besitzen nach Angaben der Stadt eine besondere städtebauliche und gestalterische Relevanz.

2 km Stützmauer & Bastionen: Römerstadt-Gebäude stehen seit 1971 unter Denkmalschutz

Die Sanierungsarbeiten umfassen eine nahezu zwei Kilometer lange Mauer, deren halbkreisförmige Bastionen entlang der Nidda angeordnet wurden. Die Konstruktion besteht aus robustem Eisenbeton, denn ursprünglich dienten die massiven Bauteile dazu, den Druck des Wassers aufzunehmen und die Umgebung vor regelmäßigen Überschwemmungen zu schützen.

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Heute bieten die Flächen vor allem Aufenthaltsqualität im Grünen. Seit 1971 stehen sie unter Denkmalschutz. Die Bastionen gehören der Stadt Frankfurt, während die Stützwände in der Verantwortung der ABG liegen. Deshalb führen beide Akteure die Sanierung gemeinsam durch.

Neuer Zeitplan ungewiss: Denkmalgerechte Sanierung läuft bereits seit Juni

Seit dem 10. Juni dieses Jahres liefen die denkmalgerechten Arbeiten an den Bastionen und Stützwänden. Durch das Insolvenzverfahren der beteiligten Firma mussten die Maßnahmen jedoch vorläufig unterbrochen werden. Wann genau die Sanierung fortgeführt werden kann, ist momentan noch unklar. Die Projektbeteiligten bemühen sich laut eigenen Angaben bereits um eine zügige Lösung. Während der Unterbrechung bleibt die Baustellensicherung vollständig bestehen und wird regelmäßig überprüft.

Bis zum Baustopp wurden erste vorbereitende Schritte umgesetzt. Dazu gehörte das Anlegen von Musterflächen, um sicherzustellen, dass die denkmalgerechten Vorgaben eingehalten werden. Der neue Putz orientiert sich am historischen Erscheinungsbild, um die originale Substanz bestmöglich zu bewahren. Das Ziel der Sanierung besteht darin, die Mauern grundlegend zu erneuern und gleichzeitig ihre historische Qualität zu erhalten.

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Hohe baukulturelle Qualität gefordert: Sanierungsmaßnahmen sind Teil eines Bundesprogramms

Bereits im Jahr 2020 wurde die Maßnahme mit Unterstützung des Stadtplanungsamtes in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen. Sie bildet ein Teilprojekt innerhalb der Initiative zur „Aufwertung der Siedlungen des neuen Frankfurts“. Dadurch ist eine besonders hochwertige und baukulturell anspruchsvolle Umsetzung als Förderziel vorgeschrieben.

Zunächst war vorgesehen, die Arbeiten bis Februar 2026 abzuschließen. Durch den aktuellen Baustopp kann dieser Zeitplan jedoch nicht mehr eingehalten werden. Wann die Sanierung wieder aufgenommen wird und welche Auswirkungen sich daraus ergeben, gilt es vorerst abzuwarten.

Ein Lageplan der Siedlung "Römerstadt" in Frankfurt

Der Historischer Lageplan der Siedlung Römerstadt aus den 1920er Jahren zeigt die geplante Anordnung der Gebäude und Bastionen entlang der Nidda. / © Lageplan: Wikimedia Commons, Leberecht Migge

Quellen: Stadt Frankfurt, MainRiedberg Stadtteilmagazin, Wikipedia

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