Beim Hamburger Elbtower zeichnet sich neue Bewegung ab. Mit Hilton steht nun ein Hotelbetreiber für einen zentralen Baustein des Hochhauses fest, zugleich mehren sich die Anzeichen, dass die seit 2023 ruhenden Bauarbeiten bereits im Sommer wieder aufgenommen werden könnten. Damit rückt auch eine Fertigstellung des lange ins Stocken geratenen Projekts wieder in den Bereich des Möglichen.

Seit der Insolvenz der Signa-Gruppe kam der Bau des Elbtowers im Jahr 2023 zum Stillstand. Nun haben sich einige Investoren gefunden um das Projekt weiter voranzutreiben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die künftige Nutzung des Hamburger Elbtowers wird konkreter. Die Primestar Group übernimmt die Hotelflächen des Hochhauses und plant dort ein Haus der Marke Hilton. Vorgesehen ist ein Fünf-Sterne-Hotel mit rund 195 Zimmern, das bis spätestens 2029 eröffnen soll. Es wäre das erste Hilton-Hotel in Hamburg und zugleich der Einstieg der Primestar Group in das Luxussegment.
Die Hotelflächen liegen in den unteren Geschossen des Turms. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts handelt es sich um jene Bereiche, die ursprünglich für ein Nobu-Hotel vorgesehen waren. Diese Nutzung war baulich bereits vorbereitet, kam nach dem Rückzug der früheren Investoren jedoch nicht mehr zustande, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.
Hotel, Büros und Museum sollen zum Nutzungskonzept des Elbtower gehören
Das geplante Hilton-Hotel ist Teil eines umfassenden Nutzungskonzepts. Neben dem Hotel sollen im Elbtower Büroflächen sowie ein naturhistorisches Museum untergebracht werden. Für den Hotelbetrieb plant Primestar ein stark digitalisiertes Konzept mit Online-Check-in, mobilen Zimmerschlüsseln und Concierge-Diensten per App. Die technische Umsetzung soll gemeinsam mit spezialisierten IT-Partnern erfolgen.
Nach Angaben der Betreiber gegenüber immobilienmanager soll sich das Hotel nahtlos in die Smart-City-Strategien Hamburgs einfügen. Konkrete Details zur Ausgestaltung der öffentlichen Bereiche oder zu gastronomischen Angeboten wurden bislang nicht veröffentlicht.
Nach Signa-Insolvenz: Neues Investorenkonsortium für den Hamburger Elbtower
Der Elbtower zählt zu den prominentesten Großprojekten der Hamburger HafenCity. Nach der Insolvenz der Signa-Gruppe um René Benko kam der Bau im Herbst 2023 abrupt zum Stillstand. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Rohbau eine Höhe von rund 100 Metern erreicht. Mehrere Investoren und potenzielle Mieter zogen sich in der Folge zurück.
Inzwischen ist es dem Hamburger Immobilienunternehmer Dieter Becken gelungen, ein neues Investorenkonsortium zu formen. Zu diesem zählen unter anderem die Kühne Holding, der Unternehmer Dirk Rossmann, die Signal Iduna Versicherung sowie das Bauunternehmen Adolf Lupp. Auch die Stadt Hamburg beteiligt sich indirekt an dem Projekt.
Stadt Hamburg steigt ein: Naturkundemuseum und reduzierte Turmhöhe geplant
Ein zentraler Baustein für die Wiederbelebung des Projekts ist der Einstieg der Stadt Hamburg. Der Senat plant, rund zwölf Etagen des Elbtowers zu erwerben und dort ein neues Naturkundemuseum unterzubringen. Vorgesehen sind etwa 46.000 Quadratmeter Fläche, für die ein Festpreis von 595 Millionen Euro vereinbart wurde.
Mit dem Museum sichert sich die Stadt nicht nur dringend benötigte Ausstellungsflächen, sondern auch Einfluss auf die weitere Entwicklung des Hochhauses. Im Zuge der Neuplanung wurde zudem entschieden, die Höhe des Elbtowers zu reduzieren. Statt der ursprünglich vorgesehenen 245 Meter soll er künftig rund 199 Meter hoch werden.
Bauarbeiten könnten im Sommer wieder starten: Fertigstellung bis 2029
Mit der Klärung der Nutzerstruktur wächst auch die Hoffnung auf einen baldigen Neustart der Bauarbeiten. Nach übereinstimmenden Medienberichten könnten diese bereits im Sommer wieder aufgenommen werden, sofern die laufenden Abstimmungen und Genehmigungen abgeschlossen sind. Ein konkreter Termin wurde bislang nicht genannt.
Sollte der Zeitplan eingehalten werden, könnte der Elbtower bis 2029 fertiggestellt werden. Ob das Hochhaus dann als neues Wahrzeichen der HafenCity wahrgenommen wird oder weiterhin umstritten bleibt, dürfte nicht zuletzt von der weiteren Kostenentwicklung und der Akzeptanz in der Stadtgesellschaft abhängen.
Quellen: Hamburger Abendblatt, Immobilienmanager, NDR
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