Von Google bis Tesla: In Berlin entstehen neue Innovationsstandorte für KI, Forschung, Life Sciences und Hightech-Produktion. Ein Überblick.

Google AI Center in Berlin-Mitte
Apple Developer Center in Berlin-Mitte
Chemical Invention Factory an der TU Berlin
Siemens Square in Siemensstadt
Urban Tech Republic auf dem ehemaligen Flughafen Tegel
Tesla Engineering Hub in Köpenick
CleanTech Business Park in Marzahn
FUBIC auf dem ehemaligen US-Militärgelände in Dahlem
Boston an der Spree

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Berlin bleibt Deutschlands Gründungshauptstadt. Statistisch entsteht hier weiterhin etwa alle 14 Stunden ein neues Startup. Gleichzeitig investieren internationale Technologiekonzerne, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen in neue Standorte. Die Hauptstadt entwickelt sich damit zunehmend zu einem Netzwerk aus Innovationszentren, Technologiecampus und Forschungsquartieren.

Die Vielzahl neuer Innovationsstandorte kommt nicht von ungefähr. Erst kürzlich hat der Berliner Senat mit der „Deep Tech Berlin Agenda“ seine technologiepolitische Strategie für die kommenden Jahre beschlossen. Ziel ist es, Berlin zu einem führenden europäischen Standort für Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Softwareentwicklung und weitere Zukunftstechnologien auszubauen. ENTWICKLUNGSSTADT hat einen Überblick mit neun Projekten, die zeigen, wie diese Strategie konkret Gestalt annimmt.

1. Innovationsstandort in Berlin: Google AI Center in Berlin-Mitte

Blick in den Eingangsbereich des Google AI Centers in Berlin-Mitte. Mehrere Menschen bewegen sich über zwei symmetrische Treppenanlagen in einem historischen Gebäude. Im Hintergrund ist das Google-Logo mit einer Berliner Stadtsilhouette zu sehen.

Das Google AI Center in Berlin-Mitte zählt zu den jüngsten Innovationsstandorten der Hauptstadt. Der neue Campus soll Forschung, Wirtschaft und Politik beim Thema Künstliche Intelligenz stärker vernetzen. / © Foto: Google

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  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Tucholskystraße 2, 10117 Berlin
  • Was entsteht? Forschungs- und Innovationszentrum für Künstliche Intelligenz
  • Schwerpunkte: KI-Forschung, Google DeepMind, Veranstaltungen, Wissenstransfer
  • Status: Eröffnet 2026

Google hat Anfang 2026 sein neues AI Center in Berlin eröffnet. Der Standort nahe der Museumsinsel vereint Teams von Google DeepMind, Google Research und Google Cloud unter einem Dach. Geplant sind Forschungskooperationen, öffentliche Veranstaltungen sowie ein sogenannter AI-Demo-Space. Das Zentrum soll als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik dienen und die Entwicklung von KI-Anwendungen in Deutschland beschleunigen.

2. Innovationsstandort in Berlin: Apple Developer Center in Berlin-Mitte

Zentraler Veranstaltungsbereich im neuen Apple Developer Center in Berlin. Der Raum ist für Vorträge, Treffen und Diskussionen vorgesehen.

Das zentrale Forum des Apple Developer Centers ist für Präsentationen, Diskussionen und Community-Veranstaltungen vorgesehen. Hier sollen Entwicklerteams direkt mit Expertinnen und Experten des Unternehmens zusammenarbeiten können. / © Visualisierung: Apple

  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Europacity / Invalidenstraße (genauer Standort noch nicht veröffentlicht)
  • Was entsteht? Erstes Apple Developer Center Europas
  • Schwerpunkte: Softwareentwicklung, App-Entwicklung, Weiterbildung, Startup-Förderung
  • Status: Geplant

Apple hat Berlin als Standort für sein erstes Developer Center in Europa ausgewählt. Die Einrichtung soll noch 2026 eröffnen und Entwicklerinnen und Entwicklern aus ganz Europa Zugang zu Workshops, Laboren, Expertenwissen und neuen Technologien bieten. Damit entsteht mitten im Berliner Startup-Ökosystem ein weiterer internationaler Innovationsstandort.

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3. Innovationsstandort in Berlin: Chemical Invention Factory an der TU Berlin

Die Visualisierung zeigt die „Chemical Invention Factory“ der Technische Universität Berlin an der Marchstraße in Charlottenburg.

Die Visualisierung zeigt die „Chemical Invention Factory“ der Technische Universität Berlin an der Marchstraße in Charlottenburg. / © Visualisierung: thirdimages

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Marchstraße, 10587 Berlin
  • Was entsteht? Europas größte Laborinfrastruktur für Transfer in der Grünen Chemie und Vorgründungsteams in der Grünen Chemie
  • Schwerpunkte: Grüne Chemie, Materialwissenschaften, Nachhaltigkeit, Technologietransfer, Ausgründungen
  • Status: Im Bau

Mit der Chemical Invention Factory (CIF) entsteht auf dem Campus der Technischen Universität Berlin ein neuer Innovationsstandort für Grüne Chemie. Das Projekt soll mit Technologietransfer exzellente Forschung in echte Anwendung bringen. Geplant sind hochmoderne Laborflächen, in denen internationale Gründerteams neue nachhaltige Materialien, Verfahren und Produkte entwickeln können.

Die CIF versteht sich als Brücke zwischen universitärer Forschung und wirtschaftlicher Anwendung. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen hier schneller den Weg in marktfähige Produkte finden. Damit entsteht in Charlottenburg-Wilmersdorf ein europaweit einzigartiger Standort für Grüne Chemie, der Berlin als Forschungs- und Startup-Metropole weiter stärken soll.

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4. Innovationsstandort in Berlin: Siemens Square in Siemensstadt

Die Visualisierung zeigt, wie das "Siemensstadt Square" in Spandau einmal aussehen soll.

Rund 3.750 Wohnungen sollen im „Siemensstadt Square“ in Spandau entstehen. / © Visualisierung: Siemens AG, Greenbox Landschaftsarchitekten Schäfer + Pieper

  • Bezirk: Spandau
  • Adresse: Siemensstadt, Nonnendammallee
  • Was entsteht? Zukunftscampus auf dem historischen Siemens-Gelände
  • Schwerpunkte: Forschung, Hightech-Produktion, Startups
  • Status: Im Bau

Mit Siemens Square entsteht in Siemensstadt eines der größten Zukunftsquartiere Europas. Auf dem historischen Industriegelände werden Forschungsflächen, Produktionsstandorte, Startups, Bildungseinrichtungen und urbane Nutzungen miteinander verknüpft. Das Projekt gilt als Herzstück der industriellen Transformation im Berliner Westen.

5. Innovationsstandort in Berlin: Urban Tech Republic auf dem ehemaligen Flughafen Tegel

Übersicht Lageplan über das urban Tech Gelände in Tegel.

Für den Ausbau des Tegeler Flughafengeländes stellt Berlin 370 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bereit. / © Visualisierung: Tegel Projekt GmbH, gmp-Architekten

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Ehemaliger Flughafen Tegel, 13405 Berlin
  • Was entsteht? Technologie- und Forschungspark für urbane Zukunftstechnologien
  • Schwerpunkte: Mobilität, Energie, Smart City, Kreislaufwirtschaft
  • Status: In Entwicklung

Auf dem Gelände des früheren Flughafens Tegel entwickelt Berlin einen Technologiepark mit Schwerpunkt auf urbanen Zukunftstechnologien. Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Startups sollen hier an Lösungen für Energie, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Smart Cities arbeiten. Die Urban Tech Republic zählt zu den wichtigsten Innovationsvorhaben Deutschlands.

6. Innovationsstandort in Berlin: Tesla Engineering Hub in Köpenick

Eingangstor zum Tesla-Gelände in Berlin-Köpenick an der Friedrichshagener Straße mit Schild und Zugangsbeschränkung.

Der Eingang zum Tesla-Gelände in Köpenick an der Friedrichshagener Straße mit Beschilderung und abgesperrtem Zugang. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: Friedrichshagener Straße 29-36, 12555 Berlin
  • Was entsteht? Entwicklungs- und Engineering-Standort von Tesla
  • Schwerpunkte: Fahrzeugentwicklung, Software, Engineering, Forschung
  • Status: Umbau genehmigt

Tesla baut seine Präsenz in Berlin weiter aus. In Köpenick wird eine bestehende Industriehalle zu einem Entwicklungs- und Engineering-Standort umgebaut. Das Projekt ergänzt die Aktivitäten des Unternehmens in der Hauptstadtregion und schafft zusätzliche Flächen für Forschung, Entwicklung und technische Innovation. Damit stärkt Tesla den Technologie- und Industriestandort Berlin und unterstreicht die Bedeutung der Hauptstadt für internationale Zukunftsunternehmen.

7. Innovationsstandort in Berlin: CleanTech Business Park in Marzahn

Luftaufnahme des CleanTech Business Park in Berlin-Marzahn. Zu sehen sind weitläufige Industrie- und Gewerbeflächen, Produktionshallen, Verkehrsachsen sowie angrenzende Wohnquartiere. Das Areal zählt zu den größten Entwicklungsflächen für nachhaltige Industrie, Umwelttechnologien und Energietechnik in Berlin.

Der CleanTech Business Park in Marzahn soll sich zu einem der wichtigsten Innovationsstandorte für nachhaltige Produktion, Umwelttechnik und Energiewirtschaft in Berlin entwickeln. / © Foto: WISTA Management / Helicolor-Luftbild Berlin

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Wolfener Straße / Bitterfelder Straße, 12681 Berlin
  • Was entsteht? Großes Industrie- und Technologiegebiet
  • Schwerpunkte: Nachhaltige Produktion, Umwelttechnik, Energietechnik
  • Status: Flächenvermarktung und Ansiedlungen laufen

Auf dem ehemaligen Gelände eines DDR-Industriekomplexes entsteht mit dem CleanTech Business Park eines der größten Innovations- und Industrieareale der Hauptstadt. Das Projekt richtet sich gezielt an Unternehmen aus den Bereichen Umwelttechnologie, Energiewirtschaft und nachhaltige Produktion. Langfristig sollen hier moderne Produktionsstätten, Entwicklungsflächen und neue Arbeitsplätze entstehen. Trotz langwieriger Abstimmungsprozesse gehört der Standort weiterhin zu den wichtigsten Industrie- und Innovationsprojekten Berlins.

8. Innovationsstandort in Berlin: FUBIC in Dahlem

Neubau des Innovationscampus FUBIC in Berlin-Dahlem. Das Bild zeigt mehrere moderne Büro- und Forschungsgebäude auf dem ehemaligen US-Militärgelände an der Fabeckstraße. Der Campus soll Startups, Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen Raum für Entwicklung und Wissenstransfer bieten.

Auf dem ehemaligen Gelände der US-Army entsteht mit dem FUBIC einer der größten Innovationscampus Berlins. Der Standort in Dahlem soll Startups, Wissenschaft und technologieorientierte Unternehmen enger miteinander vernetzen. / © Foto :ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
  • Adresse: Fabeckstraße 60–62, 14195 Berlin
  • Was entsteht? Innovationscampus auf ehemaligem US-Militärgelände
  • Schwerpunkte: Startups, Wissenschaftstransfer, Technologieunternehmen
  • Status: Im Bau

Mit dem FUBIC entsteht auf dem früheren Gelände der US-Army ein Innovationscampus rund um die Freie Universität Berlin. Geplant sind Flächen für Startups, Forschungseinrichtungen und technologieorientierte Unternehmen. Der Campus soll Wissenschaft und Wirtschaft enger vernetzen.

9. Innovationsstandort in Berlin: Boston an der Spree

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft setzen den symbolischen Grundstein für eines der größten Life-Science-Projekte Deutschlands.

Mit der symbolischen Grundsteinlegung wurde kürzlich der Baustart für die Riverside Labs offiziell gefeiert. Das Gebäude soll Anfang 2028 fertiggestellt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Berlin-Mitte
  • Adresse: Nordhafen, 13353 Berlin
  • Was entsteht? Life-Science- und Forschungsquartier mit Labor- und Büroflächen
  • Schwerpunkte: Biotechnologie, Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft, Forschung
  • Status: in Vorbereitung

Mit dem Projekt „Boston an der Spree“ verfolgt Berlin große Pläne für den Nordhafen. Auf dem Areal soll ein neues Quartier für Forschung, Life Sciences und Gesundheitswirtschaft entstehen. Geplant sind moderne Labor- und Büroflächen für Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Biotechnologie und Medizintechnik. Durch die Nähe zu Hochschulen, Kliniken und wissenschaftlichen Einrichtungen könnte sich der Standort zu einem wichtigen Baustein des Berliner Gesundheits- und Innovationsökosystems entwickeln.

Berlin setzt auf internationale Innovationskraft

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Berlin nicht nur Deutschlands wichtigste Startup-Metropole bleibt. Mit Projekten wie dem Google AI Center oder dem Apple Developer Center entstehen neue Anziehungspunkte für Talente, Forschung und Investitionen.

Zusammen mit bestehenden Zukunftsquartieren wie Adlershof, Buch oder Campus Charlottenburg formt sich ein dichtes Netz von Innovationsstandorten, das die wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt in den kommenden Jahren prägen dürfte.

 

Quellen: Berlin Institute of Healt, Bayer AG, Charité, HENN, iQ spaces, UBS Asset Management, Bayer Co.Lab, Berlin Center for Gene and Cell Therapies, Driven Investment GmbH, Heinle Wischer, Partnerschaft freier Architekten mdB, Berliner Woche, Wista Management GmbH, Freie Universität Berlin, Bollinger & Fehlig Architekten, Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, CleanTech Marzahn, WISTA, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe

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2 Kommentare

  1. Karl 17. Juni 2026 at 00:26 - Reply

    Das ist wohl der schwächste Artikel in der Geschichte des Blogs. Google, Apple, Tesla sind US Unternehmen und ziehen die hiesigen Fachkräfte ab um die amerikanische IT Hegemonie in Deutschland und Europa zu zementieren. Hier gibt es nichts zu applaudieren. Der „Cleantech Park“ in Marzahn ist defacto eine unbebaute grüne Wiese. Urban Tech Republic wird nie realisiert werden.

    • Max H. 17. Juni 2026 at 21:32 - Reply

      Dann gehen wir deinen Kommentar mal durch…

      Google baut vor allem einen Showroom und Vernetzungsbühne für seine Produkte auf. Kann man gut oder schlecht finden, aber Google wird keine IT-Talente abwerben. Da arbeiten keine Entwickler.

      Auch Apples neues „Developer Center“ ist kein Entwicklungsstandort, sondern ein Anlaufpunkt für Entwicklerteams aus Berlin und ganz Europa, die Apps für den App Store entwickeln wollen. Berlin hat einen extrem starken Software-Sektor, der ganz speziell auch im B2C-Bereich sehr viele Startups hervorbringt. Berliner Entwicklerstudios sind in Apples App Store sehr stark vertreten, deswegen ist Apples neue Niederlassung eine kleine, aber feine Sache für die Berliner Software-Wirtschaft.

      Tesla baut ein Forschungszentrum für seine kommende Batterieproduktion in Tesla. Dort werden vor allem Forscher und Ingenieure für Teslas Eigenbedarf arbeiten, also ja, Tesla wird dort Talente anziehen. Doch Berlins Batterie-Ökosystem ist bisher eh sehr klein und kaum sichtbar, es gibt ein paar kleine Unternehmen und sehr starke Forschung an der TU, aber mit Tesla lässt sich der erste große Batteriehersteller nieder, der größere Finanzkraft hat und die Batterieindustrie damit in Berlin sehr stark verankern wird. Das ist eine hochgradig positive Sache, es kommt Hightech-Industrieproduktion nach Berlin bzw. Grünheide. Angesichts der allgemeinen Deindustrialisierung eine sehr begrüßenswerte Ansiedlung. Elon Musk ist weit weg.

      Der Cleantech Park ist nichts anderes als ein ausgewiesener Gewerbepark für potentielle Industrieansiedlungen. Klar, aktuell gibt es nur wenig Impulse, aber an sich hat man die Flächen für mittelständische Unternehmen in der Hinterhand. Gute Sache.

      Die Urban Tech Republic ist ein Sorgenkind, ohne Frage. Aber so ist das immer mit großen Solitärbauten, die ihre alte Nutzung verlieren und nun einer neuen Nutzung überführt werden müssen. Das dauert.

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