Hertha BSC kommt beim geplanten Stadion voran. Der Standort an der Jesse-Owens-Allee gilt als grundsätzlich geeignet. Nun folgt die Bauvoranfrage. Was bedeutet das konkret für das Gesamtprojekt?

Der geplante Standort für das neue Stadion von Hertha BSC liegt auf dem Areal des ehemaligen Reiterstadions an der Jesse-Owens-Allee südlich des Maifelds. / Grafik: © ENTWICKLUNGSSTADT mit KI
© Titelbild: Open AI / ENTWICKLUNGSSTADT (mit KI erstellt)
Hertha BSC verfolgt den Wunsch nach einem eigenen Fußballstadion seit Jahren. Mehrere Standorte wurden diskutiert, Entscheidungen verschoben und offene Fragen geprüft. Nun gibt es erstmals eine klare Empfehlung für eine konkrete Fläche im Olympiapark. Ein Baurecht für das Stadion bedeutet das allerdings noch nicht.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Standort: Jesse-Owens-Allee, südlich des Maifelds
- Heutige Nutzung: Olympisches Reiterstadion und angrenzende Flächen
- Projekt: Neues reines Fußballstadion für Hertha BSC
- Kapazität: Bis zu 52.000 Plätze
Die jahrelange Suche nach einem Standort für das neue Stadion von Hertha BSC hat damit aber immerhin einen entscheidenden Punkt erreicht. Die vom Land Berlin eingesetzte Expertenkommission „Fußballstadion im Olympiapark“ hält das Grundstück an der Jesse-Owens-Allee grundsätzlich für einen Stadionbau geeignet. Grundlage dafür waren Untersuchungen einer Prüfgruppe aus mehreren Senats- und Bezirksverwaltungen die sich über Jahre hinzogen.
Hertha-Stadion: Acht Sitzungen seit Herbst 2024
Die Entscheidung ist jedoch keine Baugenehmigung. Die Kommission empfiehlt Hertha BSC zunächst, beim Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf eine Bauvoranfrage einzureichen. Erst dadurch lässt sich verbindlicher klären, unter welchen Bedingungen ein Stadion auf dem Grundstück tatsächlich genehmigungsfähig wäre. Nach Angaben des rbb hat Hertha die Bauvoranfrage bereits vorbereitet.
Die Prüfung des Standorts war umfangreich. Seit Herbst 2024 befasste sich die zuständige Verwaltungsgruppe in acht Sitzungen mit dem Vorhaben. Dabei ging es um die Verkehrsanbindung, das Baurecht, den Immissionsschutz und das Umweltrecht. Hinzu kamen der Denkmalschutz, die Einbindung des Stadions in den Olympiapark sowie Fragen zu Vergabe und Erbbaurecht. Auch mögliche Folgen für den Betrieb des benachbarten Olympiastadions spielten eine Rolle.

Aktuell spielt Hertha BSC im Olympiastadion. Doch eigentlich will der Verein ein eigenes Stadion bauen. / © Foto: IMAGO / Matthias Koch
Jesse-Owens-Allee setzte sich gegen das Lindeneck durch
Gerade der Denkmalschutz dürfte auch für die weiteren Planungen relevant bleiben. Das Reiterstadion gehört zum denkmalgeschützten Olympiagelände. Seine Geschichte reicht bis zur früheren Rennbahn Grunewald zurück. Das Gelände wurde in den 1930er Jahren für die Olympischen Spiele umgebaut. Die Berliner Denkmaldatenbank führt unter anderem das Tribünengebäude und weitere Teile der Anlage als Bestandteile des Denkmalensembles.
Dazu kommt: Das Gelände wird derzeit unter anderem vom Landesverband der Reit- und Fahrvereine Berlin-Brandenburg und vom Reitclub am Olympiapark genutzt. Auch Veranstaltungen und zeitweise andere Nutzungen fanden dort statt. Trotzdem scheint es derzeit am ehesten geeignet für Herthas Stadion-Vorhaben.
Die Fläche an der Jesse-Owens-Allee ist nicht der erste Standort, den Politik und Verein untersucht haben. Zeitweise galt das sogenannte Lindeneck am Maifeld als aussichtsreiche Lösung. Dort ließ sich die von Hertha gewünschte Größe jedoch nicht umsetzen. Die Jesse-Owens-Allee rückte deshalb stärker in den Mittelpunkt.
Neues Hertha-Stadion: Bis zu 52.000 Plätze im Gespräch
Das neue Stadion soll als reine Fußballarena mit bis zu 52.000 Plätzen funktionieren. Hertha begründet das Projekt damit, dass das Olympiastadion zwar für große nationale und internationale Veranstaltungen geeignet sei, für den regelmäßigen Ligabetrieb aber nicht den Bedürfnissen des Vereins entspreche.
Das Olympiastadion verfügt derzeit über 73.856 Plätze. Hertha trägt dort seit Beginn der Bundesliga 1963 – mit einer Unterbrechung in den 1980er Jahren – seine Heimspiele aus.
Hertha BSC muss Stadion privat finanzieren
Ein weiterer zentraler Punkt bleibt die Finanzierung. Nach den Vorgaben des Landes darf Berlin nicht für die Erschließung des Grundstücks zahlen. Zudem darf das Projekt keine wirtschaftlichen Nachteile für die Olympiastadion Berlin GmbH verursachen. Diese Bedingungen gehören ausdrücklich zu den Auflagen der Expertenkommission.
Ein möglicher Bauvorbescheid könnte Hertha dabei helfen, Investoren zu gewinnen und ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept zu entwickeln. Das ist relevant, weil der Verein das Stadion nach eigener Darstellung privat finanzieren will. Erst wenn die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen feststehen, lässt sich daher seriös beurteilen, ob das Stadion tatsächlich gebaut werden kann.
Hertha BSC: Standort steht fest – der Stadionbau noch lange nicht
Für Hertha BSC endet mit dem Votum der Expertenkommission somit vor allem eine lange Phase der Standortsuche. Die Fläche an der Jesse-Owens-Allee hat eine entscheidende Hürde genommen. Gleichzeitig beginnt nun die wesentlich konkretere Prüfung des Projekts.
Mit der Bauvoranfrage muss sich zeigen, welche Anforderungen der Bezirk an Verkehr, Umwelt, Immissionsschutz, Denkmalschutz und Baurecht stellt. Erst ein möglicher Bauvorbescheid schafft dafür einen belastbareren Rahmen. Das neue Stadion von Hertha BSC ist damit konkreter geworden – beschlossen oder genehmigt ist es noch nicht.
Hertha BSC: Standort für neues Stadion
Quellen: Senatsverwaltung für Inneres und Sport, rbb24, Berliner Denkmaldatenbank,
Hertha BSC
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11 Kommentare
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Grössenwahn in der 2.Liga.
Alle rufen:
Brrlin, Berlin, wir fahren nach Berlin und meinen damit das schönste Stadion Deutschlands und Hertha will ausziehen.
Alles redet von ÖPNV zu dem sich der Weg zur S-Bahn dann verdoppelt.
Zum Glück fehlt das Gekd.
Avsnti Dillettanti
Hallo Dieter, die Pläne für ein einiges Stadion existieren seit fast 10 Jahren – denn die wirtschaftlichen Faktoren für das Olympiastadion, wo man nur Mieter ist und ligaunabhängig eine Auslastung von 65% erreicht, sind nicht profitabel. Dazu zählt auch der Wettbewerbsnachteil gegenüber Vereinen mit reinem Fußballstadion.
Die meisten Profivereine wechselten über die Jahrzehnte von städtischen Eigentumsverhältnissen zu 100% Eigentum.
Wo ist das Größenwahn? Man möchte ja genau zum Bedarf hinarbeiten, und nicht in Luftschlössern spielen.
Viele Grüße
Genau den Punkt getroffen,Hertha braucht ein eigenes Stadion,Basta
Erst dann ist man Konkurrenz fähig auch wirtschaftlich…
Ha Ho He
Ick freue mir für men verein ick h
offe das dit endlich klappt wa ein hertha fan aus dem saarland mfg. Adli
Das Stadion müsste erstmal finanziert sein!
Und das dauert mindestens noch 3-4 Jahre, bis dieses Teil steht!
Die Baugenehmigung selbst, ist ja auch noch nicht frei gegeben, das dauert!
Ich hoffe das ich das noch erleben kann.
Ich wünsche der Hertha ein gutes Händchen und viel Glück dabei, um dieses Stadion zu realisieren!
Vielleicht sollte Hertha das Geld erstmal in vernünftige Spieler investieren. Wenn man solange und erfolgreich wie Bayern München spielt, kann man darüber nach denken ein eigenes Stadion zu bauen. Hier lässt wieder mal der Big City Club Gedanken zu viel träumen. Da hat sich Hertha schon völlig blamiert und hat nicht daraus gelernt. Traurig das scheinbar Unfähige den Verein leiten und schon immer geleitet haben.
Wenn kein Geld da ist und man seit Jahren in der zweiten Liga fest steckt sollte man vielleicht etwas umdenken.
Ich möchte auch ein Supersportwagen, eine Villa und einen Privatjet. Habe ich das Geld? “ Nein“ also kaufe ich den Mist auch nicht. Und vorallem nicht auf Pump.
Aber macht mal ruhig den Verein weiter kaputt.
Trauriges handeln von den Verantwortlichen.
Das muss eine der dämlichsten Antworten sein, die ich seit Langem gelesen habe. Man merkt einfach, dass du dich mit dem Verein und der Thematik überhaupt nicht beschäftigt hast, sondern nur deinen Senf dazugeben willst.
Hertha hat den Wunsch nach einem eigenen Stadion seit 10+ Jahren, genauso wie ein großer Teil der Fans. Die Stadionplanung stand schon lange vor den 1–2 Jahren Klinsmann. Dieses „Big City Club“-Gelaber kannst du dir also sparen, das hat damit überhaupt nichts zu tun.
Und ein eigenes Stadion mit Villa, Privatjet und Supersportwagen zu vergleichen, ist sowieso komplett absurd. Es geht um langfristige Infrastruktur und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, nicht darum, sich irgendeinen Luxus zu gönnen. Dass Hertha gerade in der 2. Liga spielt, ändert daran auch nichts.
Sehr interessant dieser KI-generierte Lageplan… ferner der Realität geht es nicht…
Seriöse Planung und Berichterstattung über ebene eine solche sieht anders aus.
Auch lügt man sich schlichtweg in die Tasche, wenn man meint, ein 50.000-Zuschauer-Stadion würde an einen Standort am Maifeld passen – egal ob nördlich oder südlich.
Nun, lasst erst mal die Stadt entscheiden.
Der Stadtrivale hat es ja schon vor gemacht: Baukosten reduziert durch Eigenleistung. Die Fans haben fleißig mitgemacht. Hauptsächlich Bauleiter, 1-2 Vorarbeiter, und natürlich einer aus dem Architekturbüro.
Könnte man deutschlandweit sehen… bei fast allen Neubauten von Stadien. Wenn auch in abgeschwächter Version.
Das Stadion ist dringend notwendig, es ist kein Luxus sondern mittlerweile auch für die zweite Bundesliga immer mehr Standard, zusätzlich ist Berlin die Hauptstadt Deutschlands und die Olympischen Spiele brauchen mehrere Stadien, und Deutschland muss dringend die Olympischen Spiele ausrichten und am besten tatsächlich in der Hauptstadt Berlin, wie ansonsten fast alle auch, Beispiele sind Paris London Tokio und so weiter
Die Olympischen Spiele werden, wenn in Deutschland, garantieft nicht in Berlin stattfinden.
Die Chance, ein Stadion wie das Stade de France zu bauen, hatte man vor 2006. Aber da waren ja VIP-Parkplätze wichtiger als die über die Laufbahn ausziehbare Tribüne.