Mit dem Spatenstich haben in Frankfurt offiziell die Bauarbeiten für das neue Stadtquartier „Hellerhöfe“ begonnen. Auf dem früheren FAZ-Gelände im Gallus entsteht ein urbanes Quartier für rund 1.000 Menschen.
Die Visualisierung zeigt im Vordergrund einen Innenhof mit spielenden Kindern und im Hintergrund die geplanten Wohnhäuser mit Balkonen.

Nicht alle Stimmen im Stadtteil begrüßen die Pläne für das Bauvorhaben „Hellerhöfe“. Anwohnende befürchten, dass ihre Wohnungen durch den Neubau künftig im Schatten liegen werden. Zudem äußern Anliegende die Sorge, dass das Projekt das Mietniveau im Gallus weiter erhöhen und eine zusätzliche Gentrifizierung begünstigen könnte. / © Visualisierung: Bauwens GmbH & Co. KG

© Visualisierungen: Bauwens GmbH & Co. KG

 

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In Frankfurt hat am 15. Juli der Bau des neuen Stadtquartiers „Hellerhöfe“ offiziell begonnen. Mit dem symbolischen Spatenstich startete das Bauvorhaben auf dem rund 60.000 Quadratmeter großen, ehemaligen Gelände der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Stadtteil Gallus. Bis zum Jahr 2029 soll hier ein urbanes Wohn- und Lebensquartier für rund 1.000 Menschen entstehen.

Das Projekt realisieren die Unternehmensgruppe Bauwens in Zusammenarbeit mit dem Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie dem Family Office Hopp. Geplant ist ein vielfältiges Quartier mit insgesamt 542 neuen Mietwohnungen. Rund 30 Prozent dieser Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden. Auf diese Weise soll das Projekt einen Beitrag zu bezahlbarem Wohnraum in einem wachsenden Stadtteil leisten.

Frankfurt: Neues Quartier vereint Wohnraum, Bildungseinrichtungen und Angebote für den täglichen Bedarf auf dem ehemaligen FAZ-Areal

Neben Wohnraum sieht das städtebauliche Konzept auch soziale Infrastruktur vor. Zwei Kindertagesstätten sind direkt auf dem Areal geplant. Eine neue Schule soll auf einem benachbarten Grundstück entstehen. Für den Bau der Schule ist die Stadt Frankfurt verantwortlich.

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Darüber hinaus sind moderne Büroflächen, Einzelhandelsflächen sowie gastronomische Angebote Teil der Planungen. Diese sollen das Quartier zu einem gemischt genutzten Standort für Wohnen und Arbeiten entwickeln. Die Projektbeteiligten betonen das Ziel, ein familienfreundliches Quartier zu schaffen.

Entwicklung des „Hellerhöfe-Quartiers“ schließt jahrelangen Leerstand und Zwischennutzung des ehemaligen Verlagsgeländes ab

Das Bauvorhaben markiert den Abschluss einer langen Phase der Zwischennutzung und des Leerstands auf dem Areal. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte ihren Sitz bereits vor drei Jahren ins Europaviertel verlegt. Mit den „Hellerhöfen“ entsteht auf dem ehemaligen Verlagsgelände nun ein neues Stück Stadt.

Büroturm, Verschattung und Mietsteigerung: Anwohnerinnen und Anwohner äußern Kritik an den Frankfurter Planungen

Doch nicht alle Stimmen im Stadtteil begrüßen die Pläne. Kritische Anmerkungen richten sich insbesondere gegen den geplanten Büroturm, der mit einer Höhe von rund 60 Metern und 16 Geschossen vorgesehen ist. Anwohnende befürchten, dass ihre Wohnungen durch den Neubau künftig im Schatten liegen werden.

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Zudem äußern Anliegende die Sorge, dass das Projekt das Mietniveau im Gallus weiter erhöhen und eine zusätzliche Gentrifizierung begünstigen könnte. Bereits im Zuge der vorangegangenen Abrissarbeiten der alten FAZ– und Societätsgebäude hatte es Beschwerden über Lärmbelastung gegeben.

Politische Forderungen nach mehr sozialem Wohnraum und öffentlicher Zugänglichkeit der Innenhöfe werden laut

Auch aus politischen Kreisen gibt es Kritik. Hanna Große Vorholt von der Partei Ökolinx forderte gegenüber der Frankfurter Rundschau mehr öffentlich geförderten Wohnraum. Die bislang vorgesehenen 30 Prozent seien nicht ausreichend, um dem Bedarf im Stadtteil gerecht zu werden. Zudem wird kritisiert, dass die Innenhof-Gärten des Quartiers nicht öffentlich zugänglich geplant sind.

Trotz der geäußerten Bedenken schreitet das Projekt nun planmäßig voran. Ziel der Projektentwickler ist es, das Quartier bis 2029 vollständig fertigzustellen und dem Gallus ein neues Stück Stadt hinzuzufügen.

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Quellen: Bauwens GmbH & Co. KG, Hellerhöfe, Hessenschau, Frankfurter Rundschau

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