In Marzahn sollen am Helene-Weigel-Platz mehr als 500 Wohnungen entstehen. Neue Pläne zeigen Details zu Gebäuden, Kita, Einzelhandel, Parkhaus und dem Kino Sojus.

Die Karte zeigt die geplante Neubebauung am „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn. Vorgesehen sind mehrere Wohnhäuser mit bis zu 13 Geschossen, ein Parkhaus mit fünf Etagen sowie ein Wohn- und Geschäftshaus. Die Pläne umfassen insgesamt mehr als 500 neue Wohnungen.

Die Grafik zeigt die aktuellen Pläne für den „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn mit mehreren Wohnhäusern, einem Parkhaus sowie einem Wohn- und Geschäftshaus mit insgesamt mehr als 500 geplanten Wohnungen. / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT; Karte: OpenStreetMap; Quelle: Berliner Morgenpost

© Titelbild / Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT; Quelle: Berliner Morgenpost

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In Marzahn nehmen die Pläne für den Helene-Weigel-Platz konkretere Formen an. Auf den Grundstücken Helene-Weigel-Platz 1, 2 und 12 sollen mehr als 500 neue Wohnungen entstehen. Die Vorhaben betreffen beide Seiten des zentralen Platzes am S-Bahnhof Springpfuhl. Die Debatte läuft seit Jahren, weil Anwohner mehr Beteiligung, mehr soziale Infrastruktur und eine Klärung der Parkplatzfrage fordern.

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Helene-Weigel-Platz, 12681 Berlin
  • Verfahren: Bebauungspläne 10-124 West und 10-125 Ost
  • Geplante Wohnungen: mehr als 500
  • Weitere Nutzungen: Einzelhandel, medizinisches Versorgungszentrum, Sozialstation, Kita, Gemeinschaftsräume

Die Westseite des Helene-Weigel-Platzes gehört zur Planung der Lianeo Real Estate GmbH. Dort sollen rund 350 Wohnungen entstehen. Vorgesehen sind mehrere Neubauten entlang der Märkischen Allee und der Allee der Kosmonauten. Die Entwürfe sehen unter anderem ein Gebäude mit zehn Geschossen, zwei weitere Häuser mit 13 und zehn Geschossen sowie ein viergeschossiges Haus zwischen Rewe und Rossmann vor. Zusätzlich planen die Eigentümer ein zweigeschossiges Gebäude im Inneren des Areals.

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Nach aktuellem Stand umfasst die geplante Bebauung auf der Westseite rund 56.000 Quadratmeter. Neben den Wohnungen sollen knapp 10.000 Quadratmeter Einzelhandelsflächen entstehen. Hinzu kommen rund 3.500 Quadratmeter für ein medizinisches Versorgungszentrum, eine Sozialstation und eine Kita. Auch ein Dachgarten ist vorgesehen. Der bestehende Rewe-Markt soll bleiben, ebenso weitere Bestandsgebäude. Geplant sind außerdem 240 Stellplätze.

Das Bild zeigt Straßenschilder des Helene-Weigel-Platz in Marzahn vor markanten Wohnhochhäusern nahe dem S-Bahnhof Springpfuhl. Die Aufnahme verdeutlicht den städtebaulichen Charakter des Ortsteilzentrums, in dem neue Hochhäuser und Neubaupläne kontrovers diskutiert werden.

Am Helene-Weigel-Platz in Marzahn sorgen geplante Hochhäuser und Neubauprojekte seit Monaten für Diskussionen unter Anwohnern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Kino Sojus soll Neubau am Helene-Weigel-Platz weichen

Auf der Ostseite steht vor allem das frühere Kino Sojus im Mittelpunkt. Das Gebäude soll nach den aktuellen Plänen eigentlich abgerissen werden. Ten Brinke prüft jedoch, ob Teile des alten Kinos erhalten bleiben können. An dieser Stelle soll ein elfgeschossiger Neubau mit etwa 200 Wohnungen entstehen. Die Wohnungen sollen ein bis fünf Zimmer haben. Im Erdgeschoss sind Gemeinschaftsräume und Einzelhandel geplant.

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Ein Detail fällt besonders auf: Auch auf der Ostseite soll nach Angaben des Bauherrn ein Rewe-Markt einziehen. Damit läge ein weiterer Rewe nur rund 350 Meter vom bestehenden Markt am Helene-Weigel-Platz 1 und 2 entfernt. Zusätzlich plant Ten Brinke ein fünfgeschossiges Parkhaus an der Ecke Allee der Kosmonauten und Märkische Allee. Nach Fertigstellung sollen die Gebäude von der landeseigenen Berlinovo übernommen werden.

Das Bild zeigt eine Backsteinmauer mit der Inschrift „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn. Der Platz bildet das Zentrum eines denkmalgeschützten Stadtbereichs, in dem Neubaupläne und Hochhäuser kontrovers diskutiert werden.

Der „Helene-Weigel-Platz“ in Marzahn gilt als wichtiges Ortsteilzentrum und steht im Mittelpunkt der Debatte über Neubau und Hochhäuser. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Beirat begleitet die Pläne am Helene-Weigel-Platz

Der Bezirk hat für die Verfahren einen Beirat eingerichtet. Das Gremium begleitet die Bebauungsplanverfahren „Helene-Weigel-Platz West“ und „Helene-Weigel-Platz Ost“. Es kann Hinweise, Vorschläge und Empfehlungen an das Bezirksamt geben, entscheidet aber nicht selbst über die Bebauung.

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Die Einrichtung des Beirats folgt auf Proteste und einen Einwohnerantrag. Eine Initiative hatte zuvor mehr als 2.000 Unterschriften gesammelt. Auch der Architekt Wolf Eisentraut, der den Platz einst mitprägte, wurde als Berater eingebunden.

Helene-Weigel-Platz: Neue Pläne – Zurückhaltung bleibt

In der Bezirksverordnetenversammlung am Dienstag stießen die neuen Entwürfe dennoch auf Zurückhaltung. Aus den Fraktionen kamen Hinweise auf offene Fragen bei sozialer Infrastruktur, Dichte und Bedarf. Besonders die Westseite bleibt politisch umstritten. Die Ostseite mit der früheren Sojus-Ruine wird dagegen teils als entwicklungsbedürftig gesehen.

Der Helene-Weigel-Platz bleibt damit eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte in Marzahn. Noch handelt es sich nicht um endgültige Baupläne. Die Bebauungsplanverfahren laufen weiter. Erst danach steht fest, wie viele Wohnungen tatsächlich entstehen, wie hoch gebaut wird und welche Nutzungen am Platz dauerhaft gesichert werden.

Quellen: Berliner Morgenpost, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Berlin.de

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