Das Heizkraftwerk Charlottenburg wird saniert und technisch umgebaut. Die BEW plant neue Gasturbinen, Elektro-Heißwassererzeuger und moderne Fernwärme-Technik.

Das Bild zeigt den Rückbau am Heizkraftwerk Charlottenburg mit freigelegter Stahlkonstruktion, Baukränen und Gerüsten während der laufenden Sanierung in Charlottenburg.

Der Rückbau am Heizkraftwerk Charlottenburg macht während der Sanierung historische und technische Strukturen sichtbar und bereitet den Standort auf den weiteren Umbau vor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Das Heizkraftwerk Charlottenburg gehört zu den zentralen Standorten der Berliner Fernwärme. Am Spreeufer läuft derzeit eine umfassende Sanierung. Die landeseigene BEW Berliner Energie und Wärme GmbH will dort neue Gasturbinen, Elektro-Heißwassererzeuger und weitere Infrastruktur errichten. Ziel ist ein modernisierter Kraftwerksstandort, der den Kohleausstieg und die Dekarbonisierung der Berliner Fernwärme unterstützen soll.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Am Spreebord 5, 10589 Berlin
  • Projekt: Sanierung und wesentliche Änderung des Heizkraftwerks Charlottenburg
  • Geplant: drei gasgefeuerte Gasturbinenanlagen, vier Elektro-Heißwassererzeuger und Nebeneinrichtungen
  • Inbetriebnahme laut Planung: Oktober 2028
  • Investitionsvolumen: rund 750 Millionen Euro

Das Heizkraftwerk Charlottenburg steht seit mehr als einem Jahrhundert für Energieversorgung in Berlin. Der Standort ging 1900 in Betrieb und prägte die Elektrifizierung der damals eigenständigen Stadt Charlottenburg. Heute liegt der Fokus nicht mehr auf Stadtstrom, sondern auf Fernwärme. Berlin versorgt rund 700.000 Wohnungen über das Fernwärmenetz. Das Heizkraftwerk Charlottenburg zählt dabei zu den wichtigen Anlagen im westlichen Teil der Stadt.

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Das Bild zeigt die historische Fassade des Heizkraftwerks Charlottenburg neben einer neuen Stahlkonstruktion und Baukränen während der laufenden Sanierung.

Die Sanierung am Heizkraftwerk Charlottenburg verbindet historische Architektur mit neuer Kraftwerksinfrastruktur für die Fernwärmeversorgung in Charlottenburg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Sanierung des Heizkraftwerks Charlottenburg läuft am Spreeufer

Die BEW baut den Standort in mehreren Schritten um. Nach Angaben des Unternehmens umfasst die Transformation den Rückbau bestehender Gebäude, Spezialtiefbauarbeiten und die Vorbereitung neuer Anlagen.

Die frühere Rauchgasentschwefelungsanlage von 1989 wurde bereits zurückgebaut. Weitere Gebäude sollen Platz für neue Technik schaffen. Gleichzeitig sollen denkmalgeschützte Teile, darunter das Maschinenhaus von Georg Klingenberg, erhalten und in das neue Konzept eingebunden werden.

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Das Bild zeigt die Baustelle des Heizkraftwerks Charlottenburg mit Kränen, Baugerüsten und historischen Gebäuden entlang des begrünten Spreeufers.

Die Baustelle am Heizkraftwerk Charlottenburg prägt derzeit das Spreeufer und zeigt den Fortschritt der Sanierung in Charlottenburg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Heizkraftwerk Charlottenburg: Neue Gasturbinenanlagen

Eine zentrale Rolle spielen drei neue gasgefeuerte Gasturbinenanlagen. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin veröffentlichte im März 2026 die immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung. Sie umfasst den Bau und Betrieb der Gasturbinen mit insgesamt bis zu 627 Megawatt Feuerungswärmeleistung, vier Elektro-Heißwassererzeuger und weitere Nebeneinrichtungen am Standort Am Spreebord 5.

Im Verfahren gingen keine Einwendungen gegen die Pläne ein. Deshalb entfiel ein geplanter Erörterungstermin. Die formale Genehmigung markiert eine wichtige Etappe für den Umbau. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen ist für Oktober 2028 vorgesehen. Die Investitionskosten liegen bei rund 750 Millionen Euro.

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Das Bild zeigt das Heizkraftwerk Charlottenburg während der Sanierung mit Kränen, Gerüsten, historischen Gebäudeteilen und Bauarbeiten am Spreeufer.

Das Heizkraftwerk Charlottenburg befindet sich während der Sanierung in einer umfassenden technischen Modernisierung für die zukünftige Fernwärmeversorgung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Neue Technik für Fernwärme im Heizkraftwerk Charlottenburg

Die neuen Anlagen ersetzen bestehende Technik und sollen die Fernwärmeproduktion am Standort modernisieren. Die BEW sieht eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage vor, die perspektivisch auch Wasserstoff nutzen kann. Ergänzend sollen Power-to-Heat-Komponenten überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Wärme umwandeln. Dafür muss auch die hydraulische Fernwärmeinfrastruktur am Standort angepasst werden.

Der Umbau steht im Zusammenhang mit dem Berliner Kohleausstieg und dem Ziel, die Fernwärme bis 2045 klimaneutral zu machen. Kurzfristig setzt die neue Technik weiter auf Erdgas. Die BEW verweist zugleich auf die Option, später Wasserstoff einzusetzen. Wann grüner Wasserstoff in ausreichender Menge verfügbar sein wird, bleibt offen. Damit bleibt das Heizkraftwerk Charlottenburg in den kommenden Jahren ein Übergangsstandort zwischen fossiler Energie und klimaneutraler Fernwärme.

Heizkraftwerk Charlottenburg

Quellen: BEW Berliner Energie und Wärme GmbH, Landesamt Berlin, rbb24

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