Der Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain sieht fast fertig aus. Doch fehlende Mittel für Möbel und Ausstattung könnten die Eröffnung verzögern.

Eine Visualisierung zeigt den geplanten Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain nahe dem Ostbahnhof mit begrünten Aufenthaltsflächen und offenem Schulcampus. / © Visualisierung: HOWOGE, AFF Architekten GmbH
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Der Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain wirkt von außen weit fortgeschritten. Am Ostbahnhof entsteht ein moderner Schulbau für 784 Schülerinnen und Schüler. Doch ob die Schule wie geplant starten kann, ist offen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost fehlen dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Mittel für Möbel, Ausstattung und Umzug.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Müncheberger Straße, 10243 Berlin
- Schultyp: Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil
- Kapazität Neubau: 784 Schulplätze
- Baustart: 2024
- Geplante Fertigstellung: 2026
- Kosten: rund 85 Millionen Euro
Das Heinrich-Hertz-Gymnasium erhält seinen Neubau auf einem früheren Parkplatz zwischen Langer Straße, Müncheberger Straße und Straße der Pariser Kommune. Direkt daneben hat der Neubau für das „Haus der Familie und Bildung“ begonnen. Wegen der kleinen Grundstücksfläche von rund 5.700 Quadratmetern nutzt das Gymnasium die vorhandene Fläche stark verdichtet. Auch Dachflächen sollen als Schulhof, Schulgarten und Aufenthaltsbereich dienen.

Eine Visualisierung zeigt den geplanten offenen Innenbereich des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain mit Aufenthaltsflächen, Sitzstufen und großzügigen Lernbereichen. / © Visualisierung: AFF Architekten GmbH

Eine Visualisierung zeigt einen offenen Lern- und Aufenthaltsbereich im Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain mit flexiblen Arbeitsplätzen und modernen Unterrichtsflächen. / © Visualisierung: AFF Architekten GmbH
Heinrich-Hertz-Gymnasium: Ausstattung wird zum Risiko für die Eröffnung
Der Neubau ersetzt den bisherigen Standort an der Rigaer Straße. Dort soll nach dem Auszug des Gymnasiums Raum für dringend benötigte Grundschulplätze entstehen. Das Projekt gehört zur Berliner Schulbauoffensive.
Das neue Gebäude am Ostbahnhof löst jedoch nicht alle Probleme. Laut Berliner Morgenpost stellt die Finanzverwaltung nur 532.030 Euro für die Ausstattung der 166 zusätzlichen Schulplätze bereit. Für die vollständige lose Erstausstattung des Neubaus nennt der Bezirk dagegen einen Bedarf von 2,45 Millionen Euro. Dazu zählen nicht nur Tische, Stühle und Schränke, sondern auch Ausstattung für Fachräume, etwa im naturwissenschaftlichen Bereich.

Der Innenbereich des Neubaus des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain zeigt die markante Architektur und die weitgehend abgeschlossene Gebäudehülle. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Umzug kollidiert mit Prüfungszeiten am Heinrich-Hertz-Gymnasium
Die Schule soll nun vorhandenes Mobiliar aus der Rigaer Straße mitnehmen. Schulstadtrat Andy Hehmke sieht darin ein praktisches und finanzielles Problem. Viele Möbel seien sehr alt und könnten den Umzug kaum überstehen. Zugleich bräuchten die Schülerinnen und Schüler, die später in das Gebäude an der Rigaer Straße einziehen, ebenfalls Möbel und Ausstattung.
Ursprünglich sollte der Umzug im Januar 2027 erfolgen. Nach den aktuellen Finanzierungsfragen könnte dieser Termin jedoch nicht mehr zu halten sein. Verschiebt sich der Wechsel in die Folgemonate, fällt er in die Abitur- und Prüfungszeit. Für das Heinrich-Hertz-Gymnasium wäre das besonders heikel, weil die Schule ein stark nachgefragtes mathematisch-naturwissenschaftliches Profil hat und regelmäßig bei Berliner, nationalen und internationalen Wettbewerben vertreten ist.

Der Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain steht nahe dem Ostbahnhof und erscheint äußerlich nahezu fertiggestellt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Keine neue Sporthalle am Heinrich-Hertz-Gymnasium
Auch der Sport bleibt ein besonderer Punkt des Standorts. Eine eigene Sporthalle entsteht direkt am Neubau nicht. Frühere Senatsangaben verweisen darauf, dass der Sportflächenbedarf am Standort Fredersdorfer Straße gedeckt werden soll. Für ältere Schülerinnen und Schüler kommen zudem angrenzende Flächen wie der Hermann-Stöhr-Platz in Betracht.
Somit steht in Friedrichshain ein fast fertiger Neubau, dessen pädagogischer Start noch nicht gesichert ist. Die bauliche Fertigstellung allein reicht für eine Eröffnung nicht aus. Entscheidend bleibt, ob Senat und Bezirk die Ausstattung, den Umzug und die Anschlussnutzung der Rigaer Straße rechtzeitig klären.

Das neue Heinrich-Hertz-Gymnasium am Ostbahnhof zeigt bereits seine markante rote Fassade. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neubau Heinrich-Hertz-Gymnasiums
Quellen: Berliner Morgenpost, HOWOGE
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3 Kommentare
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Auwei, was für ein schlechter Umgang mit unserer Zukunft.
Einfach desaströs, erst Schulfläche zu klein für die Anzahl der Schüler „berechnet“, dann Sportplatz am anderen Ende des Bezirks (Sport ist Abifach, Pausen sind nur für sportliche Schüler lang genug für den Weg hin zur und zurück von der Sporthalle). Und nun noch das. Wenn man eine renomierte Schule demontieren möchte, dann etwa so!
Traurig….
Es ist einfach nur beschämend. Ich bin selbst Hausmeister an einer Schule und hier sind die Möbel rund 30 Jahre alt.
Während für den Ergänzungsbau vom Kanzlereramt Milliarden verpulvert werden ist für die Schulbildung keine einzige Million zu finden.
Für die städtebaulichen Phantasien der polit Elite ist immer Geld vorhanden aber das dumme Volk gibt es nur dumme Sprüche.
Passt zu dem unfähigen Führungsduo. In den letzten Jahren sind ihnen die Lehrer davongelaufen und jetzt schaffen sie es in der Klasse meines Sohnes noch nicht mal einen Kurs für die dritte Fremdsprache einzurichten. Die betroffenen Schüler und Eltern sind richtig angepisst. Da sollte mal einer was drüber schreiben.