Die Sanierung der Sporthalle der Heinrich-Böll-Oberschule in Spandau verzögert sich erneut. Statt wie geplant im Februar 2023 vollständig abgeschlossen zu sein, müssen die Schülerinnen und Schüler weiter auf eine reguläre Nutzung warten. Neue Baumängel an der Decke machen zusätzliche Arbeiten notwendig.

Sporthalle der Heinrich-Böll-Oberschule in Spandau-Hakenfelde: Seit 2018 nicht voll nutzbar, verzögert sich die Wiedereröffnung erneut wegen Mängeln an der Deckenkonstruktion. / © Foto: Bezirksamt Spandau
© Titelbild: Bezirksamt Spandau
Der Heinrich-Böll-Oberschule im Spandauer Ortsteil Hakenfelde fehlt seit 2018 eine regulär nutzbare Sporthalle. Der Unterricht fand in dieser Zeit je nach Wetterlage im Freien oder in ungeeigneten Räumen statt. Für die rund 1000 Schülerinnen und Schüler war das eine erhebliche Belastung.
Nach rund viereinhalb Jahren Bauzeit konnte zumindest ein Teil der Sanierung abgeschlossen werden. Im Juni 2023 wurde die obere Halle offiziell freigegeben und steht seitdem wieder für den Unterricht zur Verfügung. Damit schien das Ende der langen Bauphase greifbar. Doch die Hoffnung auf die baldige Nutzung der unteren Halle hat sich nun erneut zerschlagen.
Neue Baumängel bei Sanierung: Fehlerhafte Deckenabhängung zwingt zu kompletter Erneuerung
Wie die Berliner Morgenpost berichtete, traten während der Arbeiten an der unteren Halle neue Probleme auf. Beim Einbau neuer LED-Leuchten stellte sich heraus, dass die Abhängung der Unterdecke nicht fachgerecht ausgeführt worden war. Bezirksbürgermeisterin Carola Brückner erklärte auf Anfrage der Berliner Morgenpost, dieser Mangel sei zuvor nicht erkennbar gewesen. Erst eine genauere Untersuchung durch einen Sachverständigen habe gezeigt, dass zusätzliche Schäden an der Deckenkonstruktion vorliegen.
Nach Einschätzung der Fachleute reicht eine Reparatur nicht aus. Stattdessen muss die gesamte Decke erneuert werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Brückner machte deutlich, dass dies zwar für alle Beteiligten enttäuschend sei, aber unvermeidbar. Ein genauer Termin für die Fertigstellung steht daher erneut in Frage. Klar ist nur, dass die Halle auch in diesem Jahr nicht wie geplant übergeben werden konnte.
Verzögerungen bei der Sporthallensanierung: Schulgemeinschaft leidet unter jahrelanger Bauzeit
Die Sanierung der Doppelsporthalle hätte ursprünglich schon lange abgeschlossen sein sollen. Doch immer neue Probleme wie Schadstofffunde, statische Mängel und Schwierigkeiten mit Baufirmen haben den Prozess über Jahre in die Länge gezogen. Für die Schulgemeinschaft bedeutet das anhaltende Einschränkungen im Unterrichtsalltag.
Bereits mehrfach haben Lehrkräfte und Eltern öffentlich Kritik geäußert. Auch ein Brandbrief der Schulleitung im vergangenen Jahr machte deutlich, wie groß der Unmut über die schleppende Sanierung ist. Viele Schülerinnen und Schüler hätten sich aufgrund der schlechten Bedingungen vom Sportprofil abgewandt, hieß es darin. Nun droht die Geduld erneut auf die Probe gestellt zu werden.
Finanzierung der Sporthallensanierung: Kostensteigerung durch zusätzliche Arbeiten
Die Sanierung der Sporthalle der Heinrich-Böll-Oberschule hat bereits rund 5,6 Millionen Euro gekostet. Finanziert wurde diese Summe über das Kommunalinvestitionsprogramm, das der Modernisierung öffentlicher Infrastruktur dient. Damit war die Finanzierung der aufwendigen Betonsanierung, des Austauschs von Böden, Prallwänden und Fenstern sowie der Modernisierung der technischen Ausstattung zunächst gedeckt.
Inzwischen ist jedoch klar, dass weitere Mittel benötigt werden. Das Bezirksamt arbeitet an einer zweiten Finanzierungsunterlage, um zusätzliche 475.000 Euro abzudecken. Diese Mehrkosten entstehen in erster Linie durch die notwendige Erneuerung der Deckenkonstruktion.
Quellen: Bezirksamt-Spandau, Berliner Morgenpost, Bezirksamt Spandau von Berlin
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