Mitten in der Wuhlheide liegt ein Lern- und Freizeitort, den viele Berliner Familien kennen. Das Haus Natur und Umwelt soll umfassend saniert und sogar aufgestockt werden. Doch bevor gebaut werden kann, muss Berlin ein ungewöhnliches Grundstücksproblem lösen.
Haus Natur und Umwelt: Sanierung und Aufstockung
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Beim Haus Natur und Umwelt unweit des FEZ Berlin besteht seit Langem Sanierungsbedarf. Nun zeigen neue Angaben des Senats, wie kompliziert die Vorbereitung des Vorhabens ist. Dabei geht es nicht allein um das Gebäude, sondern auch um Wege, Grundstücksgrenzen und die Finanzierung.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: An der Wuhlheide 169, 12459 Berlin
- Projekt: Grundsanierung und Aufstockung des Hauses Natur und Umwelt
- Baubeginn: noch offen
Das Haus Natur und Umwelt liegt etwas versteckt im Volkspark Wuhlheide. Seit 1955 dient der Standort der Umweltbildung. Seit 2005 betreibt die USE die Einrichtung. Heute verbindet sie Jugendbildungsarbeit mit einem Tierpark, einem Streichelzoo, einem Waldcafé und einem Abenteuerspielplatz. Zugleich schafft die USE dort Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen.
Haus der Natur und Umwelt: Konzept zur Aufstockung in Arbeit
Der Sanierungsbedarf ist seit Jahren bekannt. Inzwischen verfolgen USE und Senat nicht nur eine Instandsetzung. Nach der aktuellen Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Lisa Knack (CDU) sollen das Hauptgebäude grundlegend saniert und zusätzlich aufgestockt werden.
Wie genau der Umbau aussehen soll, steht allerdings noch nicht abschließend fest. Die USE erarbeitet derzeit ein Gesamtkonzept, das sie anschließend beim Bezirksamt einreichen muss. Erst auf dieser Grundlage lassen sich weitere Verfahrensschritte und ein belastbarer Zeitplan bestimmen.
Grundstück des Hauses Natur und Umwelt ist Teil des Problems
Eine Besonderheit liegt unter dem Gebäude: Das Haus Natur und Umwelt verfügt derzeit über kein eigenes Grundstück. Der Standort gehört zum Landesgrundvermögen der Wuhlheide. Soll für die USE ein eigenständiges Erbbaurecht geschaffen werden, muss zunächst ein neues Flurstück aus der Wuhlheide herausgelöst werden. Gleichzeitig muss dessen Erschließung rechtlich gesichert sein.
Genau hier liegt eine der größten Hürden. Ein entsprechendes Wegerecht besteht bislang nicht. Fahrzeuge erreichen das HNU derzeit über die Parkanlage auf Grundlage von Ausnahmegenehmigungen nach dem Grünanlagengesetz. Für eine dauerhafte Erschließung sind mehrere landeseigene Flächen betroffen: Bereiche des Volks- und Waldparks, Flächen der Berliner Forsten sowie die Gleisanlage der Parkeisenbahn. Das Straßen- und Grünflächenamt soll einer Baulast zustimmen, sobald alle beteiligten Fachämter die grundsätzliche Zulässigkeit des Umbaus bestätigt haben.
Sanierung in der Wuhlheide: Ein Gesamtkonzept fehlt noch
Federführend begleitet das Stadtentwicklungsamt Treptow-Köpenick das Verfahren. Zusätzlich sind das Umwelt- und Naturschutzamt, das Straßen- und Grünflächenamt, die Berliner Forsten und das Facility Management beteiligt. Bereits bei einer Sitzung der AG Wuhlheide im Juni 2025 war festgehalten worden, dass für das Gebäude seit Langem Sanierungsbedarf besteht und für eine Finanzierung ein Erbbaurechtsvertrag mit der USE vorbereitet werden soll.
Im aktuellen Investitionsprogramm 2025 bis 2029 führt das Land die „Grundsanierung und Aufstockung Haus Natur und Umwelt“ mit Gesamtkosten von sieben Millionen Euro. Für 2029 steht lediglich ein Merkansatz von 1.000 Euro; der wesentliche Finanzierungsbedarf liegt ab 2030.
Millionen für das Haus Natur und Umwelt sind langfristig eingeplant
In der Investitionsplanung wird für die Maßnahme derzeit ein Zeitraum von 2030 bis 2034 ausgewiesen. Diese Angaben sind jedoch kein verbindlicher Bauzeitplan. Die aktuelle Senatsantwort vom September 2026 betont ausdrücklich, dass Maßnahmen und Termine erst nach Vorlage und Prüfung des Gesamtkonzepts festgelegt werden können.
Parallel hat sich die USE nach Angaben des Senats bereit erklärt, die Gebäudesanierung mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Dafür benötigt sie jedoch einen Erbbaurechtsvertrag und die Zustimmung des Bezirks zum Gesamtkonzept. Damit hängt der nächste Schritt vor allem an der planungsrechtlichen Prüfung und der Sicherung der Erschließung. Einen verbindlichen Termin für den Baustart gibt es derzeit nicht.
Damit fügt sich das Vorhaben in eine Reihe größerer Aufgaben rund um das FEZ und die Wuhlheide ein. Auch beim FEZ selbst besteht weiterer Sanierungsbedarf. Gleichzeitig werden die Zugänge des Volksparks Wuhlheide neu gestaltet. Direkt gegenüber dem FEZ wartet zudem die ehemalige KONSUM-Gaststätte weiterhin auf eine neue Perspektive.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26893, Senatsverwaltung für Finanzen, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Haus Natur und Umwelt
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Für das Haus für Natur und Umwelt besteht eine gültige Baugenehmigung, wo ist das Problem. Wird eine „Kleinstaaterei “ benötigt?