Zwei Neubauten ordnen die Pflegeversorgung in Wilhelmsburg neu. Haus Linde ist auf gerontopsychiatrische Pflege spezialisiert, während Haus Substitut das Angebot am Standort ergänzt.

Das Pflegeensemble Haus Linde und Haus Substitut verbindet funktionale Architektur mit klaren städtebaulichen Strukturen. Innenhöfe und gemeinschaftliche Bereiche prägen das neue Areal in Wilhelmsburg. / © Foto: Tchoban Voss Architekten
© Titelbild: Tchoban Voss Architekten
In Hamburg-Wilhelmsburg ist mit Haus Linde und Haus Substitut ein neues Pflegeensemble entstanden, das mehrere ältere Bestandsbauten ersetzt und die pflegerische Versorgung im Stadtteil neu ordnet.
Die beiden Neubauten wurden im Zuge einer umfassenden Standortneuordnung realisiert und bündeln Pflegeangebote auf einer zusammenhängenden Fläche. Ziel war es, zeitgemäße räumliche Strukturen zu schaffen, die sowohl funktionale Anforderungen als auch städtebauliche Bezüge berücksichtigen.
Haus Linde und Haus Substitut in Hamburgs Süden: Architektur und städtebauliches Konzept
Entworfen wurden die Gebäude von Tchoban Voss Architekten. Das Ensemble besteht aus vier- bis fünfgeschossigen Baukörpern, die sich um großzügige, begrünte Innenhöfe gruppieren. Diese Höfe dienen als geschützte Aufenthaltsbereiche und strukturieren zugleich die Anlage.
Die Fassaden sind zurückhaltend gestaltet und überwiegend mit hellem Klinker ausgeführt, wodurch sich die Gebäude in die heterogene Umgebung Wilhelmsburgs einfügen, ohne dominant zu wirken.
Die klare Gliederung der Baukörper soll Orientierung und Erschließung erleichtern, ein wichtiger Aspekt insbesondere für Pflegeeinrichtungen mit spezialisierten Nutzungen. Gemeinschaftsbereiche, Therapieräume und Funktionsflächen sind so angeordnet, dass kurze Wege entstehen und unterschiedliche Nutzungen voneinander ablesbar bleiben.
Hamburg-Wilhelmsburg: Haus Linde als spezialisiertes Pflegezentrum
Ein zentraler Bestandteil des Ensembles ist Haus Linde, das von PFLEGEN & WOHNEN Hamburg betrieben wird. Die Einrichtung ist auf gerontopsychiatrische Pflege spezialisiert und richtet sich an Menschen mit demenziellen Erkrankungen sowie an Bewohner mit Korsakow-Syndrom. Entsprechend sind die Wohneinheiten in offene und geschlossene Bereiche gegliedert, die unterschiedliche Betreuungsbedarfe berücksichtigen.
Die Pflegeplätze sind in überschaubare Wohngruppen organisiert. Ergänzt werden sie durch Therapie- und Gemeinschaftsräume, die auf Aktivierung, Stabilisierung und soziale Teilhabe ausgerichtet sind. Das räumliche Konzept soll Sicherheit bieten, ohne auf Bewegungsfreiheit und Aufenthaltsqualität zu verzichten.
Pflegeplätze für Hamburg: Ergänzende Funktionen im Haus Substitut
Das benachbarte Haus Substitut ergänzt das Pflegeangebot am Standort. Auch hier stehen Pflegeplätze zur Verfügung, die organisatorisch eigenständig betrieben werden, aber infrastrukturell von der gemeinsamen Anlage profitieren. Durch die Zusammenführung mehrerer Nutzungen an einem Ort können Ressourcen gebündelt und betriebliche Abläufe effizienter gestaltet werden.
Mit dem Neubau von Haus Linde und Haus Substitut soll die Pflegeinfrastruktur in Wilhelmsburg langfristig gesichert und modernisiert werden. Das Projekt will damit exemplarisch für den Umgang mit alternden Bestandsstandorten stehen: Statt kleinteiliger Einzelbauten entsteht ein zusammenhängendes Ensemble, das funktionale Anforderungen, architektonische Qualität und städtebauliche Integration miteinander verbindet. Damit leistet der Neubau zweifelsohne einen strukturellen Beitrag zur Weiterentwicklung pflegerischer Angebote im Hamburger Süden.
Quellen: Tchoban Voss Architekten, PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.




