Während Deutschlands Wirtschaft stagniert, setzt Berlin seinen Wachstumskurs fort. Baugewerbe, Exporte und steigende Löhne sorgen für positive Impulse, trotz hoher Kosten, US-Zöllen und Inflation. Damit wächst die Hauptstadt zum dreizehnten Mal in Folge über dem Bundesdurchschnitt. Doch Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hat schon eine neue Prognose im Kopf, denn 2026 soll Berlins Wachstum nochmal deutlich zulegen.

Am Alexanderplatz wächst derzeit ein neues Wirtschaftszentrum, tausende neue Arbeitsplätze entstehen in markanten Hochhäusern. Auch die Berliner Wirtschaft insgesamt entwickelt sich positiv. / © Foto: CommerzReal AG
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Die wirtschaftliche Entwicklung in Berlin zeigt sich auch im Jahr 2025 robust. Während die gesamtdeutsche Wirtschaft nur leicht zulegte, konnte die Hauptstadt ihren Wachstumskurs fortsetzen. Damit bestätigt sich erneut eine Entwicklung, die Berlin seit mehreren Jahren prägt: Die Stadt behauptet sich zunehmend als dynamischer Wirtschaftsstandort im nationalen Vergleich.
BIP-Wachstum über dem Bundesschnitt: Berlins Wirtschaft wächst konstant weiter
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Berlins ist 2025 preisbereinigt um 1,1 Prozent gestiegen. Damit liegt die Hauptstadt deutlich über dem bundesweiten Wachstum von 0,2 Prozent. Treiber dieser Entwicklung bleibt vor allem der Dienstleistungssektor, der in Berlin traditionell eine zentrale Rolle spielt.
Insbesondere die Bereiche Information und Kommunikation sowie öffentliche Dienstleistungen konnten spürbar zulegen. Auch Handel, Verkehr und Gastgewerbe entwickelten sich positiv. Parallel dazu zeigte sich auch das produzierende Gewerbe stabil, mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg auf einer offiziellen Pressekonferenz mitteilte.
Berliner Wirtschaft: Baugewerbe und Exporte als zusätzliche Impulse
Auffällig ist die Entwicklung im Baugewerbe, das in Berlin ein Plus von 3,1 Prozent verzeichnete. Dies unterstreicht die weiterhin hohe Dynamik im Bereich Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Infrastruktur. Die Bautätigkeit bleibt damit ein zentraler Baustein für die wirtschaftliche Stabilität der Hauptstadt. Bundesweit hatten nur Bremen und Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr ein stärkeres Wachstum
Auch im Außenhandel konnte Berlin zulegen: Die Exporte stiegen um 6,1 Prozent auf rund 18,1 Milliarden Euro. Damit zeigt sich die Hauptstadt zunehmend international vernetzt und wirtschaftlich wettbewerbsfähig.
Franziska Giffey rechnet für 2026 mit einem Berliner Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent
Eine Entwicklung, die auch Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey freut, die sich am Montagabend dazu in der RBB-Abendschau äußerte: „Berlin wächst zum dreizehnten Mal in Folge über dem Bundesdurchschnitt, das ist ein sehr guter Wert.“
Gleichzeitig blickte Giffey aber auch schon nach vorn: „Unsere Prognosen für dieses Jahr sehen noch besser aus, wir rechnen mit einem Wirtschaftswachstum in Berlin von 1,8 Prozent.“
Löhne in Berlin steigen, doch die Inflation bleibt spürbar
Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung legten auch die Löhne deutlich zu. Die Nominallöhne stiegen in Berlin um 5,2 Prozent, real ergibt sich ein Plus von 2,9 Prozent. Die Kaufkraft der Beschäftigten ist damit wieder gewachsen.
Gleichzeitig bleibt die Preisentwicklung ein relevanter Faktor. Vor allem steigende Energiepreise sowie höhere Kosten in Gastronomie und Dienstleistungen sorgen weiterhin für Belastungen. Die Inflation lag zuletzt bei rund 2,5 Prozent.
Regionale Unterschiede: Brandenburg schwächer unterwegs als die Hauptstadt
Während Berlin wächst, zeigt sich in Brandenburg allerdings ein anderes Bild: Dort ging die Wirtschaftsleistung leicht zurück, insbesondere aufgrund eines schwächelnden produzierenden Gewerbes. Zwar steigen auch dort Löhne und Exporte, insgesamt bleibt die Dynamik jedoch hinter der Hauptstadt zurück.
Die Zahlen verdeutlichen damit eine zunehmende wirtschaftliche Divergenz innerhalb der Hauptstadtregion, mit einem weiterhin starken Berlin und einem strukturell geforderten Brandenburg.
Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Berliner Morgenpost, RBB
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3 Kommentare
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Wenn es Berlin wieder besser geht, haben wir auch bestimmt wieder Geld für ÖPNV, moderne Stadtentwicklung und Kultur?
…und zum Abriss dieses hässlichen Bürohochhauses an der Karl-Liebknecht-Str, neben Galeria am Alex.
Die beiden vorherigen Kommentare vergessen, dass Berlin eigentlich pleite ist. Und ob ein Haus hässlich ist oder nicht empfindet jeder anders. Das Wichtigste ist wohl Wohnungsneubau und tatsächlich ein gut funktionierender ÖPNV der aus meiner Sicht ausbaufähig ist.
Jedenfalls dürfen wir uns freuen, dass es der Wirtschaft in Berlin nicht so schlecht geht.