Jahrelang standen große Teile des Bürokomplexes an der Hasenheide leer. Nun steht das Gebäude vor einer völlig neuen Nutzung. Kurz vor der Eröffnung konnten sich Anwohner erstmals selbst ein Bild von der neuen Aufnahmeeinrichtung machen.

Das ehemalige Bürogebäude an der Hasenheide 23–31 in Berlin-Kreuzberg, das künftig als Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete genutzt wird.

Der große Gebäudekomplex an der Hasenheide 23–31 in Berlin-Kreuzberg wurde von einem Bürostandort zu einer Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete umgebaut. / © Foto: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0

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Hinter der langen Glasfassade an der Hasenheide beginnt in wenigen Tagen ein neuer Abschnitt. Wo früher die Deutsche Rentenversicherung Büros nutzte, sollen künftig mehrere hundert Geflüchtete ihre ersten Monate in Berlin verbringen. Gegenüber den ursprünglichen Plänen hat sich das Konzept kurz vor der Eröffnung noch einmal deutlich verändert.

  • Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Hasenheide 23–31, 10967 Berlin
  • Projekt: Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete
  • Kapazität: 921 Plätze
  • Baubeginn Umbau: 2025
  • Erste Belegung: ab 1. Oktober 2026

Noch im Januar 2025 war für die Unterkunft an der Hasenheide eine Kapazität von bis zu 1.500 Menschen vorgesehen. Inzwischen fällt die tatsächliche Belegung deutlich kleiner aus. Nach dem aktuellen Stand sollen bis zu 921 Menschen in dem Komplex leben. Am 1. Oktober sollen die ersten Bewohner einziehen, anschließend sollen täglich etwa 30 bis 40 Menschen hinzukommen. Vorgesehen ist die Einrichtung sowohl für Asylsuchende als auch für Menschen aus der Ukraine.

Der Umbau verändert vor allem das Innere des früheren Bürohauses. Aus Büros entstanden Bewohnerzimmer, die meist mit zwei, teilweise mit drei Betten ausgestattet sind. Familien mit mehreren Kindern können miteinander verbundene Zimmer erhalten. Pro Etage sollen etwa 80 bis 100 Menschen leben. Hinzu kommen nach Geschlechtern getrennte Gemeinschaftsduschen, Waschmaschinen und Trockner sowie Räume für Kinder und Jugendliche.

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Hasenheide: Historischer Festsaal wird zur Kantine der Flüchtlingsunterkunft

Eine besondere Rolle übernimmt ein Gebäudeteil, der deutlich älter ist als der Bürokomplex. Der frühere „Kaisersaal“ stammt noch aus der Zeit einer Brauerei, die 1917 schloss. Später nutzte die Deutsche Rentenversicherung den Saal als Kantine. Künftig nehmen dort die Bewohner ihre Mahlzeiten ein. Weil der Saal rund 300 Sitzplätze bietet, soll das Essen im Schichtbetrieb organisiert werden.

Die Unterkunft ist als Aufnahmeeinrichtung und damit nicht als dauerhaftes Zuhause gedacht. Nach Angaben beim Tag der offenen Tür sollen die Menschen im Regelfall etwa drei Monate bleiben und anschließend in Gemeinschaftsunterkünfte wechseln.

Flüchtlingsunterkunft an der Hasenheide: Zwei getrennte Bereiche

Auch an anderer Stelle wurde das Konzept angepasst. Ursprünglich sollten Teile des Gebäudes unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufnehmen. Diese Planung verfolgt das Land inzwischen nicht mehr. Bereits im Frühjahr war zudem eine Aufteilung von 758 Plätzen im größeren und 163 Plätzen im kleineren Gebäudeteil vorgesehen. Der kleinere Bereich soll insbesondere alleinreisenden Frauen, Frauen mit Kindern und Menschen mit besonderem Schutzbedarf dienen.

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Verändert hat sich offenbar auch das Schulkonzept. Noch im April war eine Filiale der Nelson-Mandela-Schule mit zwölf Willkommensklassen im Gebäude vorgesehen. Beim Tag der offenen Tür hieß es dagegen, dass Kinder Schulen im Umfeld besuchen sollen. Nach Angaben des Bezirks stehen dafür ausreichend Plätze zur Verfügung. Die ursprünglich für Unterricht vorgesehenen Räume könnten deshalb für gemeinschaftliche Angebote genutzt werden.

Kiezküche soll Flüchtlingsunterkunft und Nachbarschaft verbinden

Schon während der Planung hatte der Bezirk zusätzliche soziale Angebote rund um die Großunterkunft gefordert. Ein Teil davon nimmt nun konkrete Formen an. Im Erdgeschoss sind eine Kiezküche und ein Begegnungsraum vorgesehen. Dort sollen unter anderem Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Kultur und Bildung stattfinden. Das Konzept sieht ausdrücklich auch gemeinsame Koch- und Begegnungsformate für Bewohner und Menschen aus der Nachbarschaft vor.

Damit steht die lange diskutierte Aufnahmeeinrichtung an der Hasenheide unmittelbar vor dem Alltagstest. Am 1.Oktober 2026 sollen die ersten Bewohner einziehen. Dann wird sich zeigen, wie die neue Einrichtung mit dem dicht bebauten Umfeld zwischen Graefekiez, Düttmann-Siedlung, Südstern und Hermannplatz zusammenwächst.

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Aufnahmeeinrichtung Hasenheide
Das ehemalige Bürogebäude an der Hasenheide wurde zu einer Aufnahmeeinrichtung für bis zu 921 Geflüchtete umgebaut. Die ersten Bewohner sollen ab Oktober 2026 einziehen.

Quellen: Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und Unterbringung Berlin, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Berliner Zeitung, Abgeordnetenhaus Berlin, Willkommensbündnis Hasenheide

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4 Kommentare

  1. Torsten Behrend 28. September 2026 at 12:06 - Reply

    Na toll, da freut sich die Nachbarschaft in der Gegend sicher! Ein Wohnheim für künftige Linke Wähler….

  2. Mario 29. September 2026 at 10:57 - Reply

    Ein Asylbewerber Heim im Kiez der größten Befürworter der unbegrenzten willkommen Kultur. Jetzt können sie zeigen was in ihnen steckt.
    Ach war da nicht was mit Protest gegen dieses Konzept.
    Ich freue mich das nun die Realität auch diese Kieze erreicht.

  3. Peit 1. Oktober 2026 at 11:05 - Reply

    Solch ein Projekt demnächst bitte auch für Obdachlose und Studenten und Auszubildende.

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