Am Kiehlufer in Neukölln könnte schon bald ein neues Wohnquartier entstehen. Noch prägen Garagen, kleinere Gewerbebauten und brachliegende Flächen das Gelände. ENTWICKLUNGSSTADT hat sich vor Ort angesehen, wie das Areal vor dem Umbau aussieht.

Geschlossenes Metalltor vor einem Gewerbegelände. Rechts steht ein dunkelgraues Gebäude mit der Hausnummer 85 und dem Schriftzug eines Fleischgroßhandels, links ein türkisfarbener Flachbau. Im Hintergrund ragen zwei Baukräne und ein eingerüsteter Rohbau in den blauen Himmel.

Am Kiehlufer 83-85 im Harzer Kiez sieht der Bebauungsplan 8-73ba ein neues Quartier mit Wohnungen und Gewerbe vor. Derzeit befinden sich auf dem Gelände kleinere Gewerbeeinheiten und Garagen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Das Bezirksamt Neukölln treibt mit dem Bebauungsplan 8-73ba die Entwicklung eines neuen Quartiers am Kiehlufer 83-85 im Harzer Kiez voran. Ein privater Vorhabenträger plant dort Wohnungen und Gewerbe in geschlossener Blockbebauung.

  • Ort: Kiehlufer 83–85, Harzer Kiez
  • Bezirk: Neukölln
  • Nutzung: Wohnen und Gewerbe
  • Wohnanteil: bis zu 70 Prozent
  • Gewerbeanteil: bis zu 30 Prozent

Um das Vorhaben zu beschleunigen, teilt der Bezirk ein älteres, lange ruhendes Planverfahren. Ziel ist neuer Wohnraum innerhalb des S-Bahnrings auf einer Fläche, die derzeit weitgehend ungenutzt ist und kaum mit dem umliegenden Kiez verbunden scheint.

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Derzeit stehen auf dem Gelände mehrere kleinere Gewerbeeinheiten und Garagen. Große Teile der Fläche liegen jedoch brach, zwischen den Pflastersteinen wachsen inzwischen Gräser und Sträucher. Außerdem arbeitet auf dem Grundstück ein Metallbaubetrieb. Nach Angaben des Vorhabenträgers kann er über die vereinbarte Kündigungsfrist hinaus bleiben, bis der Bebauungsplan in Kraft tritt.

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Im Umfeld verändert sich der Harzer Kiez dagegen sichtbar. Südlich verläuft der Neuköllner Schifffahrtskanal, entlang des Ufers liegen Grünflächen und Kleingärten. Auf dem früheren Gelände der Geyer-Werke sind heute Büros, Studios und IT-Firmen. Zudem errichtet die BUWOG dort das Projekt „BUWOG SET 44“ mit 173 Wohnungen, einer Kita und Gewerbeflächen, die bis 2028 fertig sein sollen.

Neues Quartier im Harzer Kiez: Rund 200 Wohnungen und Flächen für Gewerbe

Blick in einen gepflasterten, teils überwucherten Durchgang zwischen zwei Gebäuden. Links steht ein türkisfarbener Flachbau, rechts ein dunkelgraues Gebäude mit der Hausnummer 85 und dem roten Logo eines Fleischgroßhandels. Am Ende des Wegs sind ein Backsteinbau und ein Neubau zu sehen.

Rund 70 Prozent der Geschossfläche sollen künftig auf Wohnungen entfallen. Davon muss der Vorhabenträger 30 Prozent als mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum errichten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Geplant sind circa 200 Wohnungen. Rund 70 Prozent der Geschossfläche entfallen auf das Wohnen, der Rest auf wohnverträgliches Gewerbe und soziale Einrichtungen. Fast die Hälfte der Wohnfläche nehmen familiengeeignete Drei- und Vierzimmerwohnungen ein, hinzu kommen Ein- und Zweizimmerwohnungen. Außerdem muss der Vorhabenträger 30 Prozent der Wohngeschossfläche als mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum errichten.

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Diese Ausrichtung geht auf Forderungen der Bezirksverordnetenversammlung zurück. Sie hatte 2025 unter anderem familiengerechte Wohnungen sowie den Verzicht auf Mikroapartments und Ferienwohnungen verlangt. Daraufhin überarbeitete der Vorhabenträger sein Konzept, das ursprünglich auch Seniorenwohnungen vorsah. Ferienwohnungen und Beherbergungsbetriebe soll der Bebauungsplan nun ausdrücklich ausschließen.

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Gepflasterte Hoffläche mit gestapelten Holzpaletten vor einer hellen Wellblechhalle. Daneben stehen große Laubbäume und eine Hecke. Hinter einem weißen Flachbau erheben sich eingerüstete Neubauten und zwei orangefarbene Baukräne unter einem blauen, leicht bewölkten Himmel.

Die Kräne im Hintergrund gehören zum Projekt „BUWOG SET 44“ auf dem früheren Gelände der Geyer-Werke. Dort entstehen bis 2028 insgesamt 173 Wohnungen, eine Kita und Gewerbeflächen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Entlang des Kiehlufers sieht das Konzept ein siebengeschossiges Vorderhaus vor. Zum Blockinneren hin sinkt die Höhe auf bis zu fünf Geschosse, auch mit Rücksicht auf die angrenzende denkmalgeschützte Bebauung. Ein begrünter Innenhof soll als gemeinsamer Freiraum dienen. Unter dem Gebäude plant der Vorhabenträger zudem eine Tiefgarage mit 50 Stellplätzen.

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Ergänzend sieht die Planung Ladepunkte für Elektroautos, Carsharing und Fahrradstellplätze vor. Auf den Dächern sollen Photovoltaikanlagen und Begrünung entstehen. Regenwasser soll auf dem Grundstück versickern und so das Mikroklima verbessern. Parallel laufen Prüfungen zu Umwelt, Lärm und Verkehr, deren Ergebnisse in das weitere Verfahren einfließen.

Quellen: Bezirksamt Neukölln, Bezirksamtsvorlage Nr. 32/26, Bebauungsplan 8-73ba, Bezirksverordnetenversammlung Neukölln, BUWOG

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