Der Hardenbergplatz soll als Verkehrsknoten und Stadtplatz neu geordnet werden. Der Bebauungsplan liegt im Abgeordnetenhaus. Doch wie sehen die aktuellen Umbaupläne aus?

Hardenbergplatz

© Titelbild: IMAGO

 

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Der Hardenbergplatz gehört zu den wichtigsten Verkehrsknoten der City West. Nun liegt mit dem Bebauungsplan „4-69c“ der rechtliche Rahmen für den Umbau vor. Klar ist aber auch: Eine fertige Gestaltung gibt es noch nicht, Ideen aber schon.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Hardenbergplatz, 10787 Berlin
  • Lage: nahe dem Bahnhof Zoologischer Garten
  • Planverfahren: Bebauungsplan „4-69c“
  • Nächster Schritt: Beratung und Beschluss im Abgeordnetenhaus von Berlin

Der Hardenbergplatz soll nicht neu erfunden werden, sondern zunächst rechtlich neu geordnet werden. Der Senat will die Fläche dauerhaft als öffentliche Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung sichern. Dazu zählen der eigentliche Platz, der Vorplatz des Bahnhofs Zoologischer Garten und ein Teil der Hardenbergstraße. Das ist wichtig, weil der südliche Bereich planungsrechtlich bislang nicht vollständig als Verkehrsfläche festgesetzt war.

Hardenbergplatz: Umbau hängt an der Straßenbahn-Planung

Der Senat beschreibt den Hardenbergplatz selbst als Raum mit funktionalen und gestalterischen Defiziten. Die Umsteigewege im ÖPNV, die Aufenthaltsqualität und die Klimaanpassung gelten als zentrale Aufgaben. Trotzdem legt der kürzlich beschlossene Bebauungsplan noch keine endgültigen Wege, Haltestellen oder Grünflächen fest. Diese Details soll erst ein späteres qualifizierendes Verfahren klären.

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Ein entscheidender Punkt ist die geplante Straßenbahn in die City West. Auf dem Hardenbergplatz ist dafür eine Betriebsendhaltestelle vorgesehen. Bevor Berlin den Umbau konkret planen kann, muss der Raumbedarf der Straßenbahn in einem Planfeststellungsverfahren verbindlich feststehen. Dafür liegen laut Senat bisher keine belastbaren Angaben vor. Ein Baustart lässt sich deshalb derzeit nicht seriös nennen.

So sieht der Hardenbergplatz derzeit aus. Perspektivisch soll er umgestaltet werden.

Der Hardenbergplatz ist heute nicht mehr als eine graue, fast vollständig versiegelte Verkehrsfläche mit vielen Parkplätzen. Das Areal zwischen Bahnhof Zoo und Zoologischem Garten bleibt damit deutlich unter seinem Potenzial. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Pläne für Busse, Stadtgrün und bessere Aufenthaltsqualität

Konkret geplant ist bisher vor allem die Sicherung der Flächen. Die bestehende Betriebsendhaltestelle der BVG-Busse westlich des Bahnhofs soll perspektivisch neu errichtet werden. Während dieser Bauphase sollen Busse zeitweise auf eine nördliche Teilfläche des Hardenbergplatzes ausweichen können. Auch dafür schafft der Bebauungsplan die Grundlage.

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Parallel läuft das Modellprojekt „SMART SPACE Hardenbergplatz“. Es soll den Bahnhofsvorplatz bis 2026 als Experimentierraum testen. Dazu gehören Pop-up-Nutzungen, ein digitales Abbild des Platzes, ein Betreibermodell und eine Plattform zur besseren Verwaltung öffentlicher Flächen. Diese Ansätze können später in die Gestaltung einfließen.

Alternative Konzepte für den Hardenbergplatz

Parallel zu den Planungen des Senats wurden in den vergangenen Jahren auch alternative Konzepte für den Hardenbergplatz entwickelt. Zu den bekanntesten Entwürfen zählt ein Vorschlag des Berliner Architekten Christoph Langhof, der gemeinsam mit Verkehrsplanern der Hoffmann-Leichter Ingenieurgesellschaft erarbeitet wurde. Das Konzept verfolgt das Ziel, die Funktion des Platzes als Verkehrsknoten zu erhalten und gleichzeitig zusätzliche Aufenthaltsqualitäten zu schaffen.

Der Entwurf sieht vor, die Verkehrsflächen neu zu ordnen und auf die bestehenden Pkw-Stellplätze zu verzichten. Dadurch würden größere Bereiche für Fußgänger, Radfahrer und Grünflächen frei. Gleichzeitig schlagen die Planer eine maßvolle Bebauung an den Platzrändern vor.

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Nach ihren Berechnungen könnte die heute weitgehend versiegelte Fläche deutlich reduziert werden, obwohl zusätzliche Gebäude entstehen. Vorgesehen waren unter anderem neue Nutzungen für Dienstleistungen, Gastronomie und Mobilitätsangebote sowie sichere Wegeverbindungen zwischen Bahnhof Zoologischer Garten, Zoologischem Garten und den umliegenden Straßenräumen.

Die Visualisierung zeigt, wie der Hardenbergplatz aussehen könnte. Der Senat hat aber andere Ideen.

Die Visualisierung zeigt einen alternativen Entwurf für den Hardenbergplatz mit zusätzlichen Grünflächen und neuer Bebauung. / © Visualisierung: Langhof GmbH

Hardenbergplatz: Diskussion über Bebauung und Stadtgrün

Die Vorschläge knüpfen teilweise an die Ziele der „Charta City West 2040“ an. Dort wird der Hardenbergplatz als moderner Mobilitäts- und Logistikstandort mit umfangreicher Begrünung, Regenwassermanagement und attraktiven Aufenthaltsbereichen beschrieben.

Während Befürworter darin die Chance sehen, den Platz städtebaulich stärker zu fassen und zusätzliche Nutzungen in die City West zu integrieren, lehnt der Senat eine Bebauung derzeit ab. Aus Sicht der Verwaltung benötigen der öffentliche Nahverkehr, neue Haltestellenanlagen und die geplante Straßenbahn erhebliche Flächen. Zudem verweist der Senat auf die Ziele der Entsiegelung und Klimaanpassung. Die nun vorliegenden Pläne konzentrieren sich deshalb auf die verkehrliche Nutzung des Areals und lassen eine Randbebauung nicht zu.

Der Hardenbergplatz könnte zum Herzstück einer neuen Berliner Verkehrskultur werden – grün, vernetzt und autofrei. Architekt Christoph Langhof fordert eine radikale Umgestaltung hin zu einem Mobilitätsknoten der Zukunft – der zum Teil auch mit einem oder mehreren Gebäuden bebaut werden könnte.

Der Hardenbergplatz könnte zum Herzstück einer neuen Berliner Verkehrskultur werden – grün, vernetzt und autofrei. Architekt Christoph Langhof fordert eine radikale Umgestaltung hin zu einem Mobilitätsknoten der Zukunft – der zum Teil auch mit einem oder mehreren Gebäuden bebaut werden könnte. / © Visualisierung: Langhof GmbH

Nächste Schritte am Hardenbergplatz

Und wie geht es nun weiter mit dem Hardenbergplatz? Der Senat hat den Entwurf des Bebauungsplans am 5. Mai 2026 beschlossen. Der Umbau beginnt nicht unmittelbar. Zuerst muss Berlin das Planungsrecht abschließen.

Danach folgen die Konkretisierung der Platzgestaltung, die Abstimmung mit BVG, Deutscher Bahn, Bezirk, Fachverwaltungen und Anwohnern sowie die Straßenbahn-Planfeststellung. Erst daraus entstehen belastbare Baupläne, Kosten und Termine.

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 19 / 21 196,  „SMART SPACE Hardenbergplatz“, Berliner Morgenpost

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2 Kommentare

  1. never tell me the odds 8. Juni 2026 at 16:52 - Reply

    Das ehemalige Karstadt Sport „riecht“ ehrlich gesagt auch nach einem Standort für einen Turm.

  2. M.Hillen 8. Juni 2026 at 17:01 - Reply

    Strassenbahnen auch im Westteil der Stadt -mit dem Hardenberg Platz als Knotenpunkt- das ist doch schon seit der Wiedervereinigung im Gespräch… Es verwundert, überrascht und langweilt einen interessierten Beobachter der Stadt nur noch, was seit der Wiedervereinigung alles Sinnvolle angedacht und geplant wurde….und anscheinend immer noch auf der Tagesordnung steht… ohne freilich jemals Realität zu werden. Das jedenfalls haben einen die letzten Jahrzehnte gelehrt. Beispiel: die Strassenbahn über die Oberbaumbrücke zum Hermannplatz, oder die Strassenbahn vom Alex über den Potsdamer Platz bis nach Steglitz, oder die Strassenbahn in der City West, oder die Strassenbahn zum Ostkreuz . Oder, oder, oder…
    Alles nur tolle Ideen, die in Berlin geradezu kafkaesk im Nirwana des Politikbetriebes auf ewig weiterleben dürfen – ohne dass es den Anschein hat, dass man mit deren Umsetzung ernsthaft rechnen kann, bevor nicht Äonen von Jahren verstrichen sein werden. Es hat vielleicht Gründe, warum „Die Entdeckung der Langsamkeit“ in Berlin geschrieben wurde..

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