Harburg plant eine neue Stadtachse zwischen Innenstadt und Binnenhafen. Nach politischen Beschlüssen fordert die FDP nun einen Turbo bei der Umsetzung.

Blick über das Wasser des Harburger Binnenhafens auf Bürogebäude, ehemalige Speicher und Hochhäuser. Eine neue Stadtachse soll den Binnenhafen stärker mit der Innenstadt von Harburg verknüpfen.

Der Harburger Binnenhafen hat sich bereits stark vom früheren Industrie- zum gemischt genutzten Stadtquartier gewandelt. Die geplante Stadtachse soll den Binnenhafen künftig besser mit der Harburger Innenstadt verbinden. / © Foto: Wikimedia Commons, Budelmütze, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: Behörde für Stadtenwicklung und Wohnen; Entwurf: MÄCKLER ARCHITEKTEN; Visualisierung: silisight

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Zwischen der Harburger Innenstadt und dem Binnenhafen liegen nur wenige hundert Meter. Buxtehuder Straße und Bahngleise bilden jedoch eine massive Barriere. Ein neuer Rahmenplan soll das ändern. Im Mittelpunkt steht eine neue Verbindung für Fuß- und Radverkehr. Nach den Beschlüssen von Senat und Bürgerschaft fordert die FDP Harburg nun mehr Tempo. Doch bis gebaut werden kann, bleiben wichtige Fragen offen.

  • Bezirk: Harburg
  • Projekt: Neue Fuß- und Radverbindung zwischen Großem Schippsee und Harburger Binnenhafen
  • Projektstatus: Bestandteil des beschlossenen Rahmenplans Harburg – Östlicher Binnenhafen und Schippsee-Quartier
  • Baubeginn: Noch offen
  • Fertigstellung: Noch offen

Der politische Streit dreht sich inzwischen weniger darum, ob Harburg Innenstadt und Binnenhafen besser verbinden soll, sondern um das „Wann?“. Die Richtung ist festgelegt. Der Senat stimmte dem Rahmenplan für den östlichen Binnenhafen und das Schippsee-Quartier am 21. April 2026 zu. Am 1. Juli folgte die Hamburgische Bürgerschaft.

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Damit beginnt allerdings erst die nächste Phase. Hamburg verzichtet darauf, das Gebiet als förmlichen städtebaulichen Entwicklungsbereich festzulegen. Stattdessen soll vor allem das Bezirksamt Harburg über Bebauungspläne die weitere Entwicklung steuern. Bestehende Verfahren sollen wieder aufgenommen und neue eingeleitet werden. Für einzelne Projekte bedeutet der Rahmenplan deshalb noch keinen unmittelbaren Baustart.

Neue Stadtachse in Harburg soll eine jahrzehntealte Barriere überwinden

Eine Schlüsselrolle spielt die Verbindung zwischen Großem Schippsee und Binnenhafen. Heute trennen die Buxtehuder Straße und die Bahnstrecke beide Bereiche deutlich voneinander. Die Stadt bezeichnet diese Trennung selbst als wesentliches städtebauliches Hindernis. Der Rahmenplan sieht deshalb bessere und neue Querungen für den Fuß- und Radverkehr vor.

Konkret soll eine neue Verbindung vom Großen Schippsee über die Buxtehuder Straße und die Gleise in Richtung Binnenhafen führen. Sie würde die bestehende Fußgängerbrücke ersetzen, die nur über steile Treppen erreichbar ist. Der Abschlussbericht zu den vorbereitenden Untersuchungen beschreibt für die neue Querung eine mögliche Gestaltung nach Art eines „Viadukts“. Die Verbindung könnte über Karnapp und den Grünzug „Harburger Brücken“ zur Theodor-Yorck-Straße sowie weiter zur Promenade am Östlichen Bahnhofskanal führen.

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Städtebauliche Skizze für den Harburger Binnenhafen mit neuen Wohngebäuden am Wasser, Marina, historischem Kai und einem geplanten Rundweg entlang der Hafenkante.

Der Rahmenplan für den Harburger Binnenhafen sieht neue Wohnungen am Wasser, einen Rundweg entlang des Hafens und eine Marina vor. Die Entwicklung soll den Binnenhafen stärker mit den angrenzenden Quartieren in Harburg verknüpfen. / © Bild: Behörde für Stadtenwicklung und Wohnen; Entwurf: MÄCKLER ARCHITEKTEN

Barrierearme Querung statt steiler Treppen am Großen Schippsee

Vollständig barrierefrei lässt sich die im Rahmenplan untersuchte Variante allerdings nicht ohne zusätzliche Technik herstellen. Für eine ausreichend lange Rampe fehlt am Großen Schippsee der Platz. Der Abschlussbericht nennt dort eine Rampenneigung von rund zwölf Prozent. Zwei Aufzüge könnten deshalb den Höhenunterschied überwinden und gemeinsam mit dem vorhandenen Parkhaus genutzt werden.

Die Querung ist zudem nur ein Baustein einer größeren Neuordnung. Entlang des Großen Schippsees sollen langfristig Teile des Parkhauses und angrenzende Gebäude weichen. Vorgesehen ist ein öffentlicher Pocket-Park. Auch im Schippsee-Quartier soll die Nutzung stärker gemischt werden. Im Bereich zwischen Karnapp, Schellerdamm und Theodor-Yorck-Straße sieht der Rahmenplan eine bauliche Schließung des Blocks vor. Neben Gewerbe kann dort abhängig von der Lärmbelastung auch Wohnen entstehen.

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Schippsee, Karstadt und Binnenhafen: Harburg plant weit mehr als eine Brücke

Damit reicht die geplante Stadtachse deutlich über ein einzelnes Brückenbauwerk hinaus. Auch die frühere Karstadt-Immobilie gehört zur Neuordnung. Hamburg hat das Gebäude ebenso wie das weitgehend brachliegende und denkmalgeschützte Freudenberger-Areal nach außergerichtlichen Einigungen erworben. Für das ehemalige Warenhaus untersucht eine Machbarkeitsstudie Möglichkeiten zur Um- und Nachnutzung.

Auch der Binnenhafen selbst soll sich verändern. Der Rahmenplan sieht dort eine Mischung aus bestehenden Gewerbebetrieben, neuen Unternehmen, Büros, Gastronomie und Wohnen vor. Am Wasser sollen neue Wege und Freiräume entstehen. Eine Grün- und Wegeachse soll vom Seevekanal über den Östlichen Bahnhofskanal und den Treidelweg bis zum Rundweg um die Hafenbecken führen. Gleichzeitig sollen Baumpflanzungen, Regenwassermanagement und begrünte Retentionsdächer das Gebiet besser auf Hitze und Starkregen vorbereiten.

FDP fordert Turbo für die neue Stadtachse in Harburg

Vor diesem Hintergrund fordert die FDP-Fraktion Harburg nun einen schnelleren Übergang von der Rahmenplanung zur konkreten Umsetzung. Fraktionschef Dirk Kannengießer verlangt klare Zuständigkeiten, eine gesicherte Finanzierung und einen verbindlichen Zeitplan. Die Verbindung soll nach Vorstellung der Fraktion Teil einer durchgehenden Stadtachse zwischen TU Hamburg, Innenstadt, Schippsee und Binnenhafen werden.

Ein konkreter Termin für den Bau der Querung steht jedoch bislang nicht fest. Auch eine gesicherte Finanzierung oder eine veröffentlichte Bauzeit nennt die Stadt für dieses Bauwerk noch nicht. Zudem zeigt der Abschlussbericht, dass mehrere Querungen zwischen Innenstadt und Binnenhafen betrachtet werden. Die Verbindung vom Schloßmühlendamm zur Harburger Schloßstraße erhielt auf Wunsch des Bezirksamts zunächst die erste Priorität. Die weiteren Querungen müssen deshalb in den nächsten Planungsphasen auch zeitlich eingeordnet werden.

Beschlossener Rahmenplan, aber noch kein Baustart für Harburgs Stadtachse

Damit ist der Rahmen für die Entwicklung inzwischen politisch beschlossen, der Weg zur neuen Stadtachse aber noch nicht vollständig festgelegt. Der Rahmenplan schafft die Grundlage für die kommenden Planungs- und Genehmigungsschritte. Er ersetzt diese jedoch nicht. Auch der ergänzende Strukturplan zeigt lediglich eine mögliche bauliche Lösung und ist ausdrücklich nicht bindend.

Für Harburg könnte die Querung dennoch ein wichtiger Teil der langfristigen Neuordnung werden. Bereits 2025 hatte ENTWICKLUNGSSTADT ausführlich über die Pläne für den östlichen Harburger Binnenhafen berichtet. Inzwischen ist aus dem damaligen Entwurf ein politisch beschlossener Rahmenplan geworden. Parallel verändern sich weitere Flächen im Hafen, etwa beim Neuländer Quarree, dessen aktuelle Planung stärker auf Wohnungsbau setzt. Wann die neue Verbindung am Großen Schippsee tatsächlich folgt, bleibt dagegen offen.

Neue Stadtachse Harburg
Am Großen Schippsee ist eine neue Fuß- und Radverbindung über die Buxtehuder Straße und die Bahntrasse zum Harburger Binnenhafen vorgesehen.

 

Quellen: Hamburgische Bürgerschaft, Drucksache 23/3865, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, Bezirksamt Harburg, FDP-Fraktion Harburg

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6 Kommentare

  1. Edith Lüning 20. August 2026 at 13:56 - Reply

    Das wird aber auch Zeit 👍leider 🤷🏻‍♀️🙏werde ich das aber nicht mehr erleben👍

  2. Susanne 20. August 2026 at 14:20 - Reply

    Machen Sie erstmal den Busbahnhof fertig!!!!!!!!!

  3. Bribra 20. August 2026 at 20:04 - Reply

    Am wichtigsten wäre erstmal die Fertigstellung des Busbahnhofes,

  4. Wolfgang 20. August 2026 at 22:59 - Reply

    Bahn und Straße tiefer legen! Also wie ein Tunnel und eine großzügige grüne Verbindung schaffen. Ein Projekt mit Weitsicht für eine zukunftsträchtige Stadtentwicklung. Think big!!!

  5. Chris Fiedler 21. August 2026 at 10:25 - Reply

    Endlich wird Harburg aufgewertet! Die Aussicht auf die Verwirklichung der Brücke zum Binnenhafen lässt hoffen: bitte schnelle Umsetzung!!

    • Unbekannt 22. August 2026 at 07:17 - Reply

      „Harburger Innenstadt braucht keine Spielhallen, kein Glücksspiel. Solche Einrichtungen halten 99% Migranten als süchtig auf. Polizei, Justiz, Psychiatrie und Politik sind gegen Kranken Folter verdächtig. Braucht Weniger Alkoholangebote. Statt sprachlicher oder gesellschaftlicher Abschottung brauchen wir mehr Bildung, Sport und offene Begegnungsstätten für alle, die Integration, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung fördern.“

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