Die skandinavische Hotelkette Scandic plant ein weiteres Haus in Hamburg. Am Berliner Tor im Stadtteil Hammerbrook soll bis 2030 ein nachhaltiges Hotel- und Büroensemble entstehen, das auch der Nachbarschaft neue Impulse geben soll. Bevor der Neubau starten kann, wird das bestehende Kontorhaus Leder-Schüler abgerissen.
Leder-Schüler-Gebäude in Hamburg-Hammerbrook

Das Kontorhaus Leder-Schüler im Heidenkampsweg wurde 1927/28 nach Plänen von Fritz Höger erbaut. Nun soll es einem Hotel- und Büroneubau weichen. / © Foto: Wikimedia Commons, Staro1, CC BY-SA 3.0

© Foto: Wikimedia Commons, Staro1, CC BY-SA 3.0
© Visualisierung Titelbild: Scandic Hotels Group AB (publ) 

 

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Im Hamburger Stadtteil Hammerbrook entsteht in den kommenden Jahren ein groß angelegtes Hotel- und Büroprojekt. Die skandinavische Hotelkette Scandic Hotels hat sich einen langfristigen Mietvertrag für das neue Gebäude am Heidenkampsweg gesichert. Hinter der Entwicklung stehen die Reiß & Co. Gruppe und die PEG Hamburg, die das Grundstück bereits 2019 erworben haben. Das Vorhaben markiert das zweite Hotel der nordischen Kette in der Hansestadt. Die Eröffnung ist für 2030 vorgesehen.

Der Standort am Berliner Tor gilt als ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Hamburg und befindet sich inmitten eines Quartiers, das sich in den vergangenen Jahren sichtbar gewandelt hat. Neue Hotels und Bürogebäude prägen zunehmend das Bild von Hammerbrook, der lange Zeit vor allem als Gewerbegebiet bekannt war. Das neue Scandic Hotel soll die Entwicklung weiter vorantreiben.

Rund 430 Zimmer auf elf Stockwerken: So soll das neue Hotel im Hamburger Stadtteil Hammerbrook gestaltet werden

Für die Entwürfe zeichnet das Hamburger Büro Biwermau Architekten verantwortlich. Nach einem mehrstufigen Wettbewerb fiel die Wahl auf ein Konzept, das sich durch einen hohen Nachhaltigkeitsanspruch auszeichnet. Gemeinsam mit dem Büro Werner Sobek wurde ein ressourcenschonender Bau mit klar trennbaren Bauteilen entwickelt, die später wiederverwendet werden können. Ziel ist eine Zertifizierung nach modernen Nachhaltigkeitsstandards.

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Das Hotel wird bis zu elf Stockwerke hoch und rund 430 Zimmer bieten. Geplant sind eine Dachterrasse mit Bar, ein Fitnessbereich und verschiedene Gastronomieangebote. Auf dem Dach entsteht zudem ein öffentlich zugänglicher Bereich mit Blick über die Stadt. Im Erdgeschoss soll eine öffentlich nutzbare Passage entstehen, die das angrenzende Quartier besser anbindet.

Arbeitsplätze und Aufenthaltsqualität am Berliner Tor: Neben Hotelneubau soll Bürogebäude realisiert werden

Direkt neben dem Hotel wird ein Bürogebäude mit bis zu acht Geschossen errichtet. Es bietet rund 9.000 Quadratmeter Mietfläche. Die oberen Etagen sollen gemeinschaftlich nutzbare Flächen und einen begrünten Dachgarten erhalten. Ein Teil des Erdgeschosses ist für eine sogenannte „Community Stage“ vorgesehen. Dort sollen künftig Vorträge, Kleinkunstformate und kulturelle Veranstaltungen stattfinden können.

Christian Marquardt, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Hamburg Heidenkampsweg, erklärte, dass man mit Scandic einen erfahrenen Betreiber für den Standort gewonnen habe. Die Nachfrage von Geschäftsreisenden und Touristen in Hamburg sei weiterhin hoch. Für Scandic sei das neue Haus ein weiterer Schritt im deutschen Expansionskurs.

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Hammerbrook im Wandel: Kontorhaus Leder-Schüler soll 2026 abgerissen werden

Bevor der Neubau starten kann, wird das bestehende Kontorhaus Leder-Schüler abgerissen. Die Arbeiten sollen Anfang 2026 beginnen. Bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 wird das Grundstück somit eine umfassende Transformation erleben. Neben dem Hotel und den Büros sind Tiefgaragenplätze vorgesehen, die sowohl den Hotelgästen als auch den Büromietern zur Verfügung stehen. Mit dem neuen Ensemble setzt Hammerbrook seinen Wandel von einem reinen Gewerbegebiet zu einem gemischt genutzten urbanen Stadtteil fort.

Quellen:  HOGAPAGE Media GmbH, Scandic Hotels Group AB (publ), immobilienmanager, Hamburger Abendblatt, Hotelvor9

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3 Kommentare

  1. Anton 15. Juli 2025 at 15:04 - Reply

    Wie kann es denn sein, dass man so leichtgertig zulässt dass dieses nahezu 100 Jahre alte Kontorhaus für so einen belanglosen Hotelbau abgerissen wird? Man fragt sich in solchen Situtaionen immer wieder, warum einige Menschen keinen Blick für diese Architektur haben.

  2. M.Hillen 18. Juli 2025 at 13:37 - Reply

    Ohne Not wird idenditätsstiftende Hamburger Historie durch einen blödsinnigen, belanglosen, gesichtslosen Neubauklotz ersetzt. Ist Hirnlosigkeit oder Käuflichkeit das Problem in der zuständigen Genehmigungsbehörde?
    Und wie immer, wenn Scheiße gebaut wird und wie Gold glänzen soll, dieses hirnlose Geschwätz von Nachhaltigkeitsblabla und begrünter Dachterasse und wiederverwendbaren Klodeckeln usw,usw…
    Was -bitteschön- wäre nachhaltiger gewesen, als dieses Gebäude weiterhin zu nutzen, gegebenenfalls nach einer sorgfältigen und behutsamen Sanierung und Ertüchtigung für neue Zwecke (gerne auch mit begrünter Dachterrasse)? Schönheit, Kreativität und Feingefühl kommt da, wo sich geballte Scham- und Hirnlosigkeit durchsetzen darf, natürlich nicht zum Zuge… zum Schaden der Stadt.

  3. Kubus 6. Januar 2026 at 13:27 - Reply

    Völlig gedankenlos und das Nachfolgegebäude ist wohl ein einfallsloser Witz. In den Schulen braucht es wieder mehr Kunstunterricht, der Sinn für Ästhetik ist vollkommen verloren gegangen. Warum hatten vorangegangene Generationen diesen „Blick“ fürs Schöne, Gediegene und warum ist es so gründlich verloren gegangen.?Warum blickt jeder nur noch in seine kleine eigene Welt und hat keinen Sinn mehr fürs kulturelle Erbe, für die Identität, für das große Ganze, die Gemeinschaft. Wir Bürger müssen uns an die eigene Nase fassen, dass wir so etwas mit uns machen lassen: wo bleibt der große Aufschrei und Protest, wenn schönes platt gemacht wird und gesichtslose Renditekästen entstehen?

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