Die Domachse zwischen Binnenalster und Elbe soll zu einer neuen innerstädtischen Promenade werden. Der geplante Umbau verspricht mehr Aufenthaltsqualität und zusätzliche Grünflächen, stößt aber auch auf Kritik.

Visualisierung des begrünten Hammaburg-Platzes in Hamburg.

Der Hammaburg-Platz steht im Mittelpunkt der Umgestaltung: Die Fläche soll vergrößert und als grüner Treffpunkt neu gestaltet werden. / © Visualisierung: West8

© Titelbild: West8

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Hamburgs Innenstadt soll an einer zentralen Stelle ein neues Gesicht bekommen. Zwischen Binnenalster und Elbe plant die Stadt eine durchgehende Verbindung, die künftig weniger vom Autoverkehr und stärker von Fußgängern, Radfahrenden und Aufenthaltsflächen geprägt sein soll.

Die sogenannte Domachse soll zu einer innerstädtischen Promenade werden, die historische Orte miteinander verbindet und die Innenstadt besser mit der HafenCity verknüpft. Doch die vorgestellten Pläne stoßen nicht nur auf Zustimmung: Kritiker bemängeln vor allem den Umgang mit versiegelten Flächen und die fehlende stärkere Ausrichtung auf Klimaanpassung.

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Domachse: Hamburg bekommt eine Promenade für die Innenstadt

Die rund einen Kilometer lange Achse führt von der Binnenalster über die Bergstraße und den Bereich rund um die Hauptkirche St. Petri bis in Richtung Speicherstadt. Herzstück der Planung ist der künftige Hammaburg-Platz an der St.-Petri-Kirche.

Dafür soll ein Teil der heutigen Domstraße zurückgebaut und ein neuer öffentlicher Raum mit Bäumen, Sitzmöglichkeiten und Grünflächen geschaffen werden. Ziel ist es, einen Ort zu entwickeln, der nicht nur Durchgangsraum, sondern auch Aufenthaltsort in der historischen Mitte Hamburgs ist.

Visualisierung "Domachse" in Hamburg, Sicht der Bergstraße mit breiteren Gehwegen.

Die Bergstraße bildet den nördlichen Auftakt der Domachse. Mit der geplanten Neugestaltung soll die Verbindung zur Innenstadt klarer und attraktiver für den Fuß- und Radverkehr werden. / © Visualisierung: West8

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Neue Verbindung durch die historische Innenstadt: Durchgängigkeit bleibt

Die Stadt knüpft mit der Domachse an frühere Überlegungen zur Aufwertung der Hamburger Innenstadt an. Der Bereich wird bereits heute stark genutzt: Viele Menschen bewegen sich täglich zwischen Innenstadt, Rathausmarkt, Speicherstadt und HafenCity. Mit der neuen Gestaltung soll diese Verbindung stärker als zusammenhängender Stadtraum wahrnehmbar werden.

Allerdings bleibt die tatsächliche Durchgängigkeit der Verbindung eine offene Frage. Die Promenade soll nach derzeitigem Stand an der Kornhausbrücke enden, die über die Zollkanal-Verbindung in Richtung Speicherstadt führt. Aus Sicht der CDU-Opposition wird die Planung damit nicht konsequent genug bis zur HafenCity weitergedacht. Kritisiert wird insbesondere, dass die vergleichsweise schmale Brücke mit ihren engen Gehwegen den Ansprüchen einer wichtigen Fuß- und Radverbindung nicht gerecht werde.

Kritik an Versiegelung und fehlender Klimaanpassung

Neben der CDU äußert auch die Hamburger Linksfraktion Kritik an den bisherigen Plänen. „Grundsätzlich ist die geplante Umgestaltung der Domachse eine gute Idee und wir unterstützen eine Umverteilung des Stadtraumes zu Gunsten von mehr Platz für Fuß- und Radverkehr und eines größeren Parks“, erklärt Marco Hosemann. „Was wir aber kritisch sehen und als unzeitgemäß empfinden, ist der hohe Versiegelungsgrad in den Straßenräumen.“

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Nach derzeitiger Planung soll der Platz zwar durch zusätzliche Pflanzungen aufgewertet werden, eine umfassende Entsiegelung ist jedoch nicht vorgesehen. Die Linksfraktion fordert deshalb eine stärkere Berücksichtigung von Klimaanpassung, etwa durch mehr entsiegelte Bereiche und eine intensivere Begrünung.

Die Diskussion um die Domachse zeigt einen typischen Zielkonflikt aktueller Innenstadtentwicklung: Öffentliche Räume sollen attraktiver, nutzbarer und verkehrlich gerechter werden, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Hitzeschutz und Klimaanpassung. Ob Hamburg diese verschiedenen Ansprüche zusammenbringen kann, wird sich in den weiteren Planungsschritten zeigen.

Willy-Brandt-Straße
Hammaburg-Platz
Alter Fischmarkt
Hauptkirche St. Petri

Quellen: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, Linksfraktion Hamburg, CDU Hamburg, WELT

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