Der legendäre Musikclub „Gruenspan“ in St. Pauli wird derzeit umfassend saniert. Neben der technischen Modernisierung wird auch das berühmte Pop‑Art‑Wandbild an der Südfassade restauriert und erweitert, während der Club seine Veranstaltungen vorübergehend an einem Ausweichstandort fortführt.
© Titelbild: Sprinkenhof GmbH
Der „Gruenspan“, seit 1968 fester Bestandteil der Hamburger Musikszene, wird derzeit an seinem traditionellen Standort auf der Großen Freiheit grundlegend modernisiert. Geplant sind umfangreiche brandschutztechnische Maßnahmen, statische Ertüchtigungen und die Erneuerung technischer Anlagen, um den denkmalgeschützten Bau langfristig zu sichern.
Neben den Gäste- und Veranstaltungsbereichen werden auch Nebenräume, Technikflächen und der Backstage-Bereich ausgebaut, um künftig rund 1 .100 Besucherinnen und Besucher aufnehmen zu können.
Pop‑Art‑Wandbild wird restauriert und um rund 180 Quadratmeter erweitert
Ein zentraler Teil des Projekts ist die künstlerische Gestaltung der Fassade. Das ikonische Pop‑Art‑Wandbild, das seit Ende der 1960er-Jahre die Südfassade prägt, soll nicht nur restauriert, sondern auch erweitert werden. Anfang 2026 unterzeichnete die Sprinkenhof GmbH mit den Künstlern Prof. Dieter Glasmacher und Prof. Werner Nöfer einen Vertrag, der die Fortführung und Neuinterpretation des Werkes regelt. Das Bild wird um rund 180 Quadratmeter ergänzt, die Motive des Originals aufnehmen und in die Gegenwart übersetzen.
Mit der Erweiterung soll die kulturelle Bedeutung des Wandbilds für kommende Generationen gesichert werden. Gleichzeitig trägt die Sanierung zur städtebaulichen Aufwertung der Großen Freiheit bei, die als zentrale Achse für Musik und Nachtleben in St. Pauli eine wichtige Rolle spielt.
Sanierungsarbeiten bis 2028 – Übergangsstandort in der Schanze
Während die Arbeiten an der Großen Freiheit laufen, nutzt der „Gruenspan“ seit Herbst 2025 eine Interimslösung. In der Halle D des Fleischgroßmarkts Hamburg in der Lagerstraße stehen rund 1 000 Quadratmeter Fläche für Veranstaltungen bereit. Die Halle wurde technisch für den Clubbetrieb angepasst und bietet Platz für etwa 900 Gäste. Der Mietvertrag läuft zunächst über drei Jahre mit Option auf Verlängerung.
Der Übergangsstandort soll es dem Club ermöglichen, seine Veranstaltungen ohne große Unterbrechung fortzuführen und gleichzeitig die Vorfreude auf die Rückkehr an den angestammten Standort zu erhalten. Mit dieser Lösung bleibt der „Gruenspan“ weiterhin ein aktiver Teil der Hamburger Clubszene, bis das renovierte und erweiterte Gebäude wiedereröffnet wird.
Quellen: Sprinkenhof GmbH, Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Finanzbehörde Hamburg, NDR
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