Die Steinstraße in der Hamburger Innenstadt steht vor einem grundlegenden Umbau. Ab September 2026 entstehen eine Kommunaltrasse, neue Radwege, breitere Gehwege und zwei Baumreihen.

Die Visualisierung zeigt die umgestaltete Steinstraße in der Hamburger Innenstadt mit zwei Baumreihen, breiten Gehwegen, neuen Radwegen und deutlich mehr Aufenthaltsqualität. / © Visualisierung: moka-studio
© Titelbild: Wikimedia Commons, Bernhard Diener , CC BY-SA 4.0
Die Steinstraße gehört derzeit zu den breitesten und verkehrsreichsten Straßenräumen im östlichen Teil der Hamburger Innenstadt. Zwischen Mönckebergstraße und Kontorhausviertel dominieren Busse, Autos, Parkplätze und große Asphaltflächen. Ab September 2026 soll sich das Bild grundlegend verändern.
- Bezirk: Hamburg-Mitte
- Abschnitt: Steinstraße zwischen Johanniswall und Hammaburg-Platz
- Projektstatus: In Vorbereitung
- Baubeginn: September 2026
- Bauzeit: 1,5 Jahre
- Kosten: 14,2 Millionen Euro
Hamburg will die Steinstraße von einer breiten Verkehrsachse zu einem stärker begrünten Stadtraum umbauen. Das Projekt gehört zum Handlungskonzept Innenstadt und soll die Verbindung zwischen der Einkaufsinnenstadt und dem Kontorhausviertel verbessern. Die Verkehrs- und Freiraumplanung läuft seit dem Frühjahr 2023. Vorausgegangen waren mehrere Dialogveranstaltungen mit Behörden, Gewerbetreibenden und weiteren Akteuren.
Hamburgs Steinstraße wird zur Kommunaltrasse
Schon 2021 hatte Hamburg den Busverkehr neu organisiert. Während des barrierefreien Ausbaus der U-Bahn-Linie U3 wurden Linien aus der Mönckebergstraße in die Steinstraße verlegt. Diese zunächst vorübergehende Lösung lieferte wichtige Erkenntnisse für die dauerhafte Neuordnung.
Kern des Projekts ist die Umgestaltung eines Abschnitts der Steinstraße zur sogenannten Kommunaltrasse. Dort dürfen künftig vor allem Busse, Taxis und Fahrräder fahren. Lieferverkehr, Rettungsfahrzeuge und berechtigte Anlieger bleiben ebenfalls zugelassen. Der private Durchgangsverkehr entfällt dagegen.
Tempo 30: Steinstraße soll um die Hälfte schrumpfen
Die heute stellenweise bis zu 17 Meter breite Fahrbahn schrumpft auf 6,50 Meter. Geplant ist jeweils ein Fahrstreifen pro Richtung. Gleichzeitig gilt künftig Tempo 30. Nach Angaben des NDR soll die Zahl der Fahrzeuge von früher rund 8.200 auf etwa 2.400 pro Tag sinken. Etwa die Hälfte davon werden Busse sein.
Der öffentliche Nahverkehr bleibt damit ein zentraler Bestandteil der Steinstraße. Der LSBG rechnet mit rund 30 Busfahrten pro Stunde und Richtung. Neue oder verlegte Haltestellen erhalten barrierefreie Zugänge, Fahrgastunterstände und digitale Informationsanzeigen.
Zwei Baumreihen und breitere Gehwege für die Hamburger Innenstadt
Die frei werdenden Flächen sollen vor allem Fußgängern, Radfahrern und der Außengastronomie zugutekommen. Hamburg plant zwei neue Baumreihen mit insgesamt 58 Bäumen. Sie sollen Schatten spenden und den bislang stark versiegelten Straßenraum in der Hamburger Innenstadt gliedern.
Die Gehwege werden überwiegend rund drei Meter breit. Hinzu kommen drei neue barrierearme Querungen, darunter eine bedarfsgesteuerte Ampel. Taktile Leitelemente sollen Menschen mit Sehbehinderungen die Orientierung erleichtern.
Auf beiden Straßenseiten entstehen zudem zwei Meter breite Radwege. Sie verlaufen getrennt von der Fahrbahn, müssen aber nicht zwingend genutzt werden. Neue Abstellmöglichkeiten sind auch für Lastenräder vorgesehen.
Umbau ergänzt weitere Projekte in Hamburgs Innenstadt

So soll der Burchardplatz in Hamburg nach der „Neugestaltung des Kontorhausviertels“ aussehen: Mehr Grün, neue Aufenthaltsbereiche und weniger Flächen für den Autoverkehr prägen die Planung. / © Visualisierung: WES LandschaftsArchitektur
Die Neugestaltung der Steinstraße ist Teil eines größeren Umbaus der Hamburger Innenstadt. Direkt südlich laufen bereits Arbeiten am Burchardplatz und an der Burchardstraße im Kontorhausviertel. Auch dort entstehen mehr Grün, breitere Fußwege und neue Aufenthaltsflächen.
Am westlichen Ende der Steinstraße liegt außerdem der Hammaburg-Platz. Er ist Teil der geplanten Domachse zwischen Binnenalster und Elbe. Damit treffen an der Steinstraße mehrere Projekte zusammen, mit denen Hamburg Straßen und Plätze im Zentrum neu ordnen will.
Steinstraße
Quellen: Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, NDR
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