In der Hamburger Innenstadt hat der Umbau des traditionsreichen Hamburger Hofs begonnen. Der Gebäudekomplex am Jungfernstieg wird bis 2029 neu entwickelt. Entstehen sollen 21.000 Quadratmeter Mietfläche mit Gastronomie, Büros, Wohnungen und einer Dachbar.

Dieses Eckgebäude an der Großen Bleichen/Poststraße in der Hamburger Innenstadt gehört zum Hamburger Hof und wird derzeit zurückgebaut. / © Foto: Wikimedia Commons, hh oldman, CC BY 3.0
© Fotos: Wikimedia Commons, hh oldman, CC BY 3.0
Seit einigen Wochen ist der Umbau des Hamburger Hofs für alle sichtbar. Vor dem Gebäudekomplex am Jungfernstieg steht ein markantes Containerdorf, das als Tunnel für Passanten dient. So können Besucherinnen und Besucher die Baustelle trotz Sperrungen weiterhin passieren. Hinter den Bauzäunen hat der Abriss begonnen: An der Ecke Große Bleichen/Poststraße wird das erste Gebäude Stück für Stück zurückgebaut.
Die Projektleitung liegt bei Meag, dem Vermögensmanager von Munich Re und Ergo. Gesamtprojektleiter Dominik Stöckl erklärte gegenüber dem Hamburger Abendblatt, die Container dienten als Gemeinschafts- und Besprechungsräume für die beteiligten Unternehmen. Sie sollen bis 2029 stehenbleiben und währenddessen mit Visualisierungen der Entwicklung gestaltet werden.
Abrissarbeiten am Hamburger Hof: Passage verschwindet, historische Sandsteinfassade von 1888 bleibt erhalten
Im August 2025 starteten die Abbrucharbeiten am Haus Große Bleichen/Ecke Poststraße. Etwa die Hälfte des Gebäudes ist bereits verschwunden, Passanten beobachten die Arbeiten oft mit großem Interesse, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Nach Angaben von Stöckl wird der Bagger sich nun in Richtung Jungfernstieg vorarbeiten. Auch die ehemalige Einkaufspassage, die Poststraße und Jungfernstieg verband, wird dabei abgerissen.
Die markante Sandsteinfassade aus dem Jahr 1888 soll jedoch erhalten bleiben. Sie wird künftig die neue Bebauung nach außen hin prägen, während die dahinterliegenden Gebäude vollständig neu errichtet werden. Der komplette Abriss soll im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen sein. Parallel beginnen die Arbeiten an der Baugrube, aus der später die Neubauten wachsen.
21.000 Quadratmeter neue Nutzfläche: Gastronomie, Büros, Wohnungen und Dachbar mit Blick auf die Binnenalster
Im neuen Gebäudekomplex entstehen bis Ende 2029 insgesamt 21.000 Quadratmeter Mietfläche. Geplant sind Gastronomie- und Handelsflächen im Erdgeschoss, darüber Büroflächen, Konferenzräume und Flächen für medizinische Dienstleistungen. Zudem sollen 28 frei finanzierte Wohnungen in den Neubau integriert werden. Ein besonderes Highlight soll die geplante Dachbar mit Blick auf die Binnenalster werden.
Projektberater Paul Kleszcz von der Harmonia Immobilien GmbH erklärte laut Hamburger Abendblatt, man stehe im engen Austausch mit den Nachbarn. Ein Projekt dieser Größenordnung habe immer Auswirkungen auf die Umgebung, daher sei die Kommunikation mit Eigentümern und Anrainern ein wichtiger Bestandteil.
Historische Sandsteinfassade bleibt sichtbar: Baufortschritt online dokumentiert und Fertigstellung bis 2029 geplant
Der Hamburger Hof zieht sich vom Jungfernstieg über die Großen Bleichen bis zur Poststraße. Seine historische Bedeutung soll trotz der umfassenden Neuentwicklung sichtbar bleiben. Durch die Integration der Sandsteinfassade bleibt ein Teil der Stadtgeschichte erhalten, während im Inneren moderne Strukturen entstehen.
Für Interessierte wird der Baufortschritt künftig auch online dokumentiert. Auf der Website vom Hamburger Hof sollen zwei Kameras tagesaktuelle Bilder liefern. Damit können Anwohnerinnen und Anwohner wie auch Besucherinnen und Besucher den Fortgang der Bauarbeiten verfolgen.
Die Bauarbeiten am Hamburger Hof werden die Innenstadt für mehrere Jahre prägen. Bis 2029 soll das Ensemble in neuem Glanz erstrahlen und den Jungfernstieg um ein modernes, gemischt genutztes Quartier bereichern. Mit Gastronomie, Büros, Wohnungen und einer Dachbar soll der Standort nicht nur wirtschaftlich, sondern auch städtebaulich an Bedeutung gewinnen.
Quellen: Hamburger Abendblatt, Hamburger Hof
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Die Fassade zum Jungfernstieg bleibt erhalten, dahinter werden mal wieder Gründerzeitbauten abgerissen, die den Krieg überstanden hatten. Freie- und Abriss-Stadt – wann hat das endlich ein Ende. Die, die das genehmigt, geplant und gewollt haben, sind Barbaren. Absolute Barbaren, anders kann man es nicht bezeichnen!