Der Hamburger Fernsehturm, auch bekannt als „Tele-Michel“, soll nach mehr als zwei Jahrzehnten Stillstand wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Mit der Einreichung des Bauantrags für die Sanierung ist ein entscheidender Schritt hin zur Wiedereröffnung des Wahrzeichens erreicht.
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Der Heinrich-Hertz-Turm („Tele-Michel“) prägt mit seinen 279 Metern seit den 1960er-Jahren das Stadtbild Hamburgs. Erbaut zwischen 1965 und 1968, diente er nicht nur der Übertragung von Rundfunk- und Fernsehsignalen, sondern war mit seiner Aussichtsplattform und dem drehbaren Restaurant lange Zeit auch eine bedeutende touristische Attraktion. Aufgrund von Asbestbelastungen wurde der Turm im Jahr 2001 für Besucher geschlossen. Seither war seine Zukunft immer wieder Gegenstand intensiver Diskussionen und Planungen.
Erst 2016 kam wieder Bewegung in das Projekt. Bund und Stadt einigten sich auf ein gemeinsames Finanzierungskonzept zur Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks. Insgesamt stehen dafür rund 37 Millionen Euro zur Verfügung. Die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG), eine Tochter der Deutschen Telekom, verpflichtete sich zudem, den Turm für mindestens 20 Jahre offenzuhalten.
Hamburger Fernsehturm: Baugrundprobleme erfordern neue Planungen
Ein zentraler Bestandteil des Revitalisierungskonzepts ist der Bau eines neuen Empfangsgebäudes am Fuße des Turms. Ursprünglich war ein schwebender Baukörper auf Stelzen vorgesehen. Doch geologische Gutachten ergaben, dass der Baugrund den Anforderungen dieser Konstruktion nicht genügt. Daher entwickelten die Ingenhoven Architects aus Düsseldorf eine alternative Lösung, die inzwischen auch vom Bauausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte einstimmig genehmigt wurde.
Die Einreichung des Bauantrags für die Sanierung der öffentlichen Bereiche markiert nun einen weiteren wichtigen Meilenstein. Nach Angaben der DFMG habe man sich eng mit den künftigen Betreibenden und den zuständigen Stellen der Stadt Hamburg abgestimmt. Die Eigentümergesellschaft zeigt sich zuversichtlich, dass das Genehmigungsverfahren nun zügig voranschreiten könne.
„Tele-Michel“: Neues Betreiberkonzept für ein modernes Besuchererlebnis
Für den Betrieb des neu eröffneten Fernsehturms konnte ein Konsortium gewonnen werden, dem die stadteigene Hamburg Messe und Congress GmbH, Philipp Westermeyer (Ramp106 GmbH) sowie Tomislav Karajica (Home United GmbH) angehören. Auf der neu gestalteten Plattform in 120 Metern Höhe sollen künftig wieder Besuchende die Aussicht über Hamburg genießen können. Eine Etage darüber entsteht eine Eventfläche, die für Veranstaltungen, Konferenzen oder kulturelle Anlässe genutzt werden soll.
Das gastronomische Angebot auf der Aussichtsplattform wird durch das Unternehmen Feinkost Käfer gestaltet. Neben klassischen Speisen wird es dort auch Kaffee und Kuchen geben, wie es schon in den früheren Jahren Tradition war. Ein moderner Fahrstuhl wird die Besuchenden innerhalb von etwa 20 Sekunden auf die Plattform befördern.
Herausforderungen durch Denkmalschutz und moderne Auflagen, geplanter Baustart 2026
Die umfangreichen Planungen waren nicht zuletzt wegen der besonderen Anforderungen an den Denkmalschutz und die Sicherheitsbestimmungen für ein Gebäude dieser Art sehr komplex. Nach Angaben der DFMG existiere in Deutschland kein vergleichbares Vorhaben, bei dem eine Versammlungsstätte für über 400 Personen in einem über 50 Jahre alten, denkmalgeschützten Bauwerk realisiert werde. Entsprechend umfangreich seien die Abstimmungen mit den Behörden ausgefallen.
Ursprünglich war die Wiedereröffnung des „Tele-Michel“ bereits für das Jahr 2023 geplant. Mehrfache Verzögerungen, unter anderem bedingt durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg, führten jedoch immer wieder zu Anpassungen des Zeitplans. Erst nach Erteilung der Baugenehmigung kann der eigentliche Umbau beginnen. Mit einem Baustart wird frühestens 2026 gerechnet. Eine Wiedereröffnung gilt für das Jahr 2028 derzeit als realistisch.
Quellen: Hamburger Abendblatt, hamburg.de, NDR, Hamburger Morgenpost
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Wollte das neue Empfangsgebäude sehen aber fand dieses? Das wäre mal cool!
https://www.ingenhovenarchitects.com/projekte/weitere-projekte/heinrich-hertz-tower-hamburg-de-de/description
Mir gefällt das Ergebnis, das über Ihren Link zu sehen ist, leider nicht.