Der Immobilienunternehmer Dieter Becken hat seinen Zeitplan für die Fertigstellung des Elbtowers konkretisiert und rechnet mit einer möglichst baldigen Wiederaufnahme der Bauarbeiten. Er peilt eine Eröffnung für das Jahr 2030 an, sofern Politik und Finanzierung mitziehen.

145 Meter fehlen noch bis zur vollständigen Vollendung des Hamburger Elbtowers, doch wann der Bau fortgesetzt werden kann, ist derzeit noch offen – die Verhandlungen darüber laufen aber. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Foto Titelbild: Elbtower © Wikimedia Commons, Minderbinder, CC BY 4.0
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Im Frühjahr 2026 könnte der Bau des Naturkundemuseums im Hamburger Elbtower beginnen – vorausgesetzt, die Politik stimmt dem Vorhaben zu. Immobilienunternehmer Dieter Becken stellte dazu einen neuen Zeitplan vor, der die Fertigstellung des 245 Meter hohen Hochhauses bis 2029 und eine Eröffnung im Jahr 2030 vorsieht.
Der Elbtower sollte ursprünglich als neues Wahrzeichen der Hafencity entstehen und zählt zu den ambitioniertesten Bauprojekten Deutschlands, seit 2023 ruhen die Arbeiten jedoch. Ob das Großprojekt tatsächlich wieder aufgenommen wird, hängt nun maßgeblich von politischen Entscheidungen und einer gesicherten Finanzierung ab.
Immobilienunternehmer Dieter Becken: Weiterbau des Hamburger Elbtowers ist abhängig von der Landespolitik
Bei dem Kongress Immobilien-Dialog Hamburg kündigte Dieter Becken an, die Bürgerschaft müsse noch in diesem Jahr über den projektierten Einzug des Naturkundemuseums des Leibniz-Instituts im Elbtower abstimmen. Sollte diese Zustimmung erfolgen, könnten die Arbeiten im Frühjahr 2026 wieder aufgenommen werden.
Hamburgs Elbtower steckt seit Oktober 2023 im Stillstand. Damals waren die Bauarbeiten in rund 100 Metern Höhe eingestellt worden, nachdem der ursprüngliche Investor, die Signa-Gruppe von René Benko, in die Insolvenz geraten war. Der mögliche Käufer Dieter Becken macht nun klar: Der Beginn der Fortführung hänge entscheidend von politischen Entscheidungen ab.
Eröffnung des Hamburger Elbtowers ist frühestens 2030 möglich
Becken zufolge dauert die Bauphase rund drei Jahre, gefolgt von einer etwa einjährigen Bezugsphase. Damit läge die potenzielle Eröffnung frühestens im Jahr 2030. Er betonte, man wolle den Elbtower exakt so fertigstellen, wie es der Architekt geplant habe.
Doch es gibt Zweifel an diesen Plänen, denn die Stadt Hamburg schließt derzeit eine finanzielle Beteiligung aus. Zugleich wird geprüft, ob das geplante Naturkundemuseum tatsächlich großflächig in das Gebäude einziehen kann. Die wirtschaftliche und technische Machbarkeit dieses Vorschlags ist bislang noch offen. Kritiker führen zudem an, dass die Finanzierungslage und die Findung von Mietern eine erhebliche Hürde darstellen würden.
Hochhausprojekt Elbtower: Dieter Becken hofft auf schnelle Einigung mit Insolvenzverwalter
Schon seit Dezember 2024 verhandelt Becken mit dem Insolvenzverwalter Torsten Martini über den Erwerb des Elbtowers. Ursprünglich war eine Einigung bis April vorgesehen, jedoch wurde diese Frist nicht eingehalten. Der Insolvenzverwalter hat dem Konsortium eine neue Frist bis Ende Oktober 2025 gesetzt.
Diese Exklusivität soll dem Becken-Konsortium die alleinige Verhandlungsposition sichern. Entschieden ist bislang allerdings noch nichts: Zuletzt äußerte ein potenzieller Mitinvestor, Klaus-Michael Kühne, Bedenken zur Realisierbarkeit des Projekts und signalisierte Bereitschaft zu einer begrenzten Beteiligung.
Bauarbeiten am Hamburger Elbtower liegen seit Oktober 2023 auf Eis
Seit Oktober 2023 liegen die Arbeiten am Elbtower still. Mit einer Höhe von 245 Metern sollte er zum höchsten Gebäude Hamburgs und zum dritthöchsten Deutschlands werden. Geplant war ein Nutzungsmix aus Büros, Hotel, Gastronomie und Einzelhandel nach den Entwürfen von David Chipperfield Architects.
Als architektonisches Wahrzeichen der Hafencity gedacht, sollte der Turm den städtebaulichen Schlusspunkt des Quartiers setzen. Mit einem Investitionsvolumen von 950 Millionen Euro galt das Vorhaben als eines der ambitioniertesten Hochhausprojekte des Landes.
Elbtower: Bei einer Höhe von 100 Metern durchkreuzte die Signa-Pleite den Zeitplan
Doch im Herbst 2023 stoppte die Insolvenz der finanzierenden Signa Holding die Bauarbeiten, zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude bereits 100 Meter hoch. Über diese Höhe ist das Gebäude bislang nicht hinausgekommen.
Ob der Zeitplan von Becken realistisch ist, hängt davon ab, wie rasch politische und finanzielle Rahmenbedingungen geklärt werden. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie realistisch eine Wiedereröffnung bis 2030 tatsächlich ist. Die nächste vom Insolvenzverwalter gestellte Deadline, Oktober 2025, ist nicht mehr weit entfernt.
Quellen: Hamburger Abendblatt, Immobilien-Zeitung
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