Block V in Hamburg wird umfassend saniert. In der Speicherstadt entstehen bis 2028 moderne Flächen für Büros, Gastronomie, Handel und Kultur.

Block V in der Speicherstadt in Hamburg ist im August 2026 großflächig eingerüstet. Die HHLA saniert den historischen Speicher am Brooktorkai bis 2028 für neue gewerbliche Nutzungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Gerüste reichen fast über die gesamte Fassade, darüber dreht sich der Baukran: Am Block V in der Hamburger Speicherstadt laufen die Arbeiten derzeit gut sichtbar. Hinter den verhüllten Backsteinfassaden geht es jedoch um weit mehr als eine klassische Sanierung. Ein historischer Speicher soll für neue Nutzungen fit gemacht werden, ohne seinen besonderen Charakter zu verlieren.
- Bezirk: Hamburg-Mitte
- Adresse: Brooktorkai 11–16, 20457 Hamburg
- Projektstatus: Im Bau
- Fertigstellung: erstes Quartal 2028
- Nutzung: Büro, Gastronomie, Handel und Kultur
Wer derzeit am Brooktorkai entlanggeht, erlebt Block V als eine der auffälligsten Baustellen der Hamburger Speicherstadt. Große Teile der langen Speicherzeile stehen hinter Gerüsten und Schutznetzen. Darüber ragt ein Baukran zwischen den charakteristischen Giebeln und grünen Dachspitzen hervor. Die historische Kubatur bleibt dabei klar ablesbar.
Block V gehört zum dritten Bauabschnitt der Speicherstadt und entstand 1907 nach Angaben der Stadt Hamburg nach Plänen der Architekten Hanssen & Meerwein. Gerade seine Fassade hebt sich innerhalb des Ensembles ab: Rotes Backsteinmauerwerk trifft auf horizontale Bänder aus grünen Ziegeln sowie gotische Blendbögen aus hellem Sandstein. Unterschiedliche Fensterformen gliedern die langen Fassaden. Den westlichen Eingang gestalteten die Architekten zudem mit Elementen des Jugendstils.
Block V in Hamburg: Denkmalschutz bestimmt die Sanierung
Diese Details erklären, warum die aktuellen Arbeiten weit über eine technische Modernisierung hinausgehen. DFZ Architekten planen den Umbau bereits seit 2019. Das Büro gibt für das Gebäude eine Bruttogrundfläche von rund 20.800 Quadratmetern an. Im Zuge der Arbeiten werden unter anderem Fassade und Dach saniert. Hinzu kommen Maßnahmen für Hochwassersicherheit und Brandschutz. Historische Bauteile und Details werden aufgearbeitet und erhalten.
Gleichzeitig passt die HHLA das Innere an neue Nutzungen an. Rund 12.200 Quadratmeter Mietfläche sollen künftig für Büros sowie gastronomische, kulturelle und weitere gewerbliche Angebote zur Verfügung stehen. Moderne Heiz- und Kühldecken ergänzen dabei die historische Konstruktion. Ein wesentlicher Teil der bestehenden Gebäudestruktur bleibt erhalten. Die HHLA begründet diesen Ansatz auch mit dem Erhalt bereits gebundener grauer Energie und der damit verbundenen Ressourcenschonung.

Die Speicherstadt in Hamburg auf dem Weg zur behutsamen Weiterentwicklung: das Richtfest für den Block V wurde im April 2026 gefeiert. / © Foto HHLA Immobilien
Erster Großmieter für Block V steht bereits fest
Inzwischen ist auch klar, wer einen erheblichen Teil der sanierten Flächen beziehen wird. Die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Baker Tilly hat rund 4.500 Quadratmeter angemietet und will ihren Hamburger Standort 2028 in die Speicherstadt verlegen. Dort soll das Unternehmen seine bisherigen Hamburger Aktivitäten bündeln. Baker Tilly beschäftigt nach Angaben der HHLA deutschlandweit rund 1.740 Menschen an zehn Standorten.
Damit ist bereits mehr als ein Drittel der gesamten Fläche vermietet. Weitere Flächen werden derzeit vermarktet. Die HHLA bietet dabei unterschiedliche Größen und Grundrisse an; einzelne Büroflächen lassen sich laut aktueller Vermarktung ab etwa 300 Quadratmetern teilen. Als Bezugstermin nennt das Unternehmen weiterhin März 2028.
Speicherstadt in Hamburg wandelt sich weiter
Block V steht zugleich für einen größeren Wandel des Quartiers. Die Speicherstadt entstand zwischen 1883 und 1927 und erstreckt sich über rund 1,1 Kilometer. Sämtliche Speicherblöcke ruhen nach Angaben der Stadt Hamburg auf Pfahlgründungen aus etwa zwölf Meter langen Nadelholzstämmen. Die Skelettbauweise ermöglichte schon bei ihrer Errichtung große, möglichst wenig unterteilte Lagerflächen. Seit 2015 gehören Speicherstadt, Kontorhausviertel und Chilehaus zum UNESCO-Welterbe.
Block V in der Hamburger Speicherstadt
Quellen: HHLA Immobilien, DFZ Architekten, Freie und Hansestadt Hamburg
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


