Um die Schilleroper in Hamburg läuft seit Jahren ein Konflikt. Ein Gericht verlangt die Sicherung des Denkmals, während die Linke eine Übernahme durch die öffentliche Hand und eine neue Nutzung fordert.

Schilleroper

© Titelbild: Wikimedia Commons, Hinnerk11, CC BY-SA 4.0

 

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Mitten in St. Pauli steht ein kreisförmiges Stahlgerüst, das an einen fast verschwundenen Veranstaltungsort erinnert. Die frühere Schilleroper ist heute auf ihre historische Tragkonstruktion reduziert. Nach jahrelangen Verfahren steht inzwischen fest, dass dieses Denkmal gesichert werden muss. Geklärt ist damit jedoch nur ein Teil des Konflikts. Offen bleibt, wem das Gelände künftig gehören soll und welche Nutzung an diesem Ort möglich ist.

  • Bezirk: Hamburg-Mitte
  • Adresse: Bei der Schilleroper 14–20
  • Denkmalschutz: erhaltenes Tragwerk steht seit 2007 unter Schutz

Die Geschichte des Rundbaus begann 1889 mit dem Bau eines festen Zirkusgebäudes für den Circus Busch. 1891 nahm der Bau seinen Betrieb auf. Später diente das Gebäude als Theater und Opernhaus. Der Spielbetrieb endete 1939.

Schilleroper seit 2007 unter Denkmalschutz

Die Stadt stellte den damals nur noch zeitweise genutzten Rundbau 2007 unter Denkmalschutz. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg beschreibt das erhaltene Tragwerk als rund 40 Meter breite Eisenkonstruktion, die dem früheren Gebäude seine charakteristische Form gab.

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Das Grundstück wechselte 2014 erneut den Eigentümer. Danach verschärfte sich der Konflikt zwischen der Eigentümerin und den Hamburger Behörden. Ein Rechtsstreit über angeordnete Sicherungsarbeiten endete 2020 mit einem Vergleich. Anschließend ließ die Eigentümerin die nicht geschützten Nebengebäude sowie Dach und Wände des Rundbaus entfernen. Seitdem steht im Wesentlichen nur noch das freigelegte Tragwerk auf dem Gelände.

Das Bild zeigt die Schiller-Oper in Hamburg vor dem Rückbau großer Teile des Gebäudes. Der historische Rundbau mit Nebengebäuden ist mit zahlreichen Graffiti versehen und steht seit Jahren leer. Das Areal ist Teil des Konflikts um die Zukunft der Schiller-Oper in Hamburg.

Die Schilleroper in Hamburg 2019 vor dem späteren Rückbau großer Gebäudeteile. Das historische Gebäude stand bereits seit Jahren leer und war Gegenstand eines anhaltenden Konflikts um Denkmalschutz und künftige Nutzung. / © Foto: Wikimedia Commons, Ulli 2mecs, CC BY-SA 4.0

Hamburg setzt den Erhalt der Schilleroper gerichtlich durch

2022 beantragte die Eigentümerin den Abriss der verbliebenen Stahlkonstruktion. Hamburg lehnte den Antrag ab, die Eigentümerin legte Widerspruch ein. Gleichzeitig ordnete die Stadt 2024 umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an, weil sie Mängel an der Standsicherheit und am Korrosionsschutz festgestellt hatte.

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Sowohl das Verwaltungsgericht Hamburg als auch das Oberverwaltungsgericht bestätigten diese Anordnung. Nach Auffassung des Gerichts bleibt das Tragwerk Teil des geschützten Denkmals. Außerdem habe die Eigentümerin nicht nachweisen können, dass die Sicherung wirtschaftlich unzumutbar sei.

Nun kann die Stadt die Arbeiten notfalls selbst beauftragen und der Eigentümerin die Kosten in Rechnung stellen. Wie das Gelände langfristig genutzt werden soll, bleibt dagegen weiterhin offen.

Linke fordert öffentliche Übernahme der Schilleroper

An diesem Punkt setzt ein Konzept der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft an. Die Fraktion fordert den Senat auf, verschiedene Wege für eine Überführung des Denkmals und des Grundstücks in die öffentliche Hand zu prüfen. Dazu zählt auch die Möglichkeit einer Enteignung.

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Nach den Vorstellungen der Fraktion soll die historische Konstruktion zu einem öffentlich nutzbaren Treffpunkt werden. Vorgesehen sind Angebote aus den Bereichen Sport, Kunst, Kultur, Soziales und Nachbarschaft. Das Konzept nennt unter anderem einen mobilen Skatepark, Tanzkurse und Unihockey.

Schilleroper-Areal könnte Wohnraum schaffen

Daneben schlägt die Linke bezahlbaren Wohnraum sowie Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor. Konkrete Angaben zu Finanzierung, Wohnungszahl, Baubeginn oder Fertigstellung enthält die veröffentlichte Projektbeschreibung nicht.

Der zentrale Konflikt um die Zukunft der Schilleroper bleibt trotzdem vorerst bestehen: Hamburg kann den Erhalt des historischen Stahlgerüsts durchsetzen, verfügt aber bislang über keinen abgestimmten Weg für das gesamte Areal.

 

Quellen: Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Hamburgisches Oberverwaltungsgericht, Die Linke Hamburg, Transparenzportal Hamburg, NDR, Denkmalverein Hamburg

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