Die „Oole Wach“ in Hamburg-Finkenwerder ist saniert. Das Denkmal erhält nun Wärmepumpe und Photovoltaik und bleibt ein wichtiger Kulturort.

Vor der sanierten „Oole Wach“ in Finkenwerder stehen mehrere Beteiligte des Projekts, darunter zwei Frauen in traditioneller Kleidung der Finkwarder Speeldeel.

Vertreter der Sprinkenhof GmbH und der Finkwarder Speeldeel vor der sanierten „Oole Wach“ in Hamburg-Finkenwerder. / © Foto: Sprinkenhof GmbH

© Titelbild: Sprinkenhof GmbH

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Die frühere Polizeiwache im Ortskern von Finkenwerder hat viele Veränderungen erlebt. Nun beginnt für das mehr als 120 Jahre alte Haus am Steendiek ein weiteres Kapitel. Nach einer umfassenden Sanierung kann die „Oole Wach“ bald wieder vollständig genutzt werden. Dabei ging es nicht nur um den Erhalt historischer Bauteile, sondern auch um eine zeitgemäße Energieversorgung.

  • Bezirk: Hamburg-Mitte
  • Adresse: Steendiek 14, 21129 Hamburg
  • Projektstatus: Sanierung abgeschlossen
  • Bauzeit: rund zweieinhalb Jahre
  • Kosten: rund 4,1 Millionen Euro

Die Arbeiten an der „Oole Wach“ gehörten zu den kleineren, aber technisch anspruchsvollen Sanierungsprojekten der städtischen Sprinkenhof GmbH. Denkmalschutz, Statik, Brandschutz und eine bessere Energiebilanz mussten zusammengebracht werden. Nach bauhistorischen Untersuchungen lag im Januar 2024 die Baugenehmigung vor. Die Arbeiten betrafen anschließend große Teile des Gebäudes.

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„Oole Wach“ in Finkenwerder: Klinker, Fenster und Dach wurden erneuert

Besonderes Augenmerk lag auf der historischen Bausubstanz. Das Außenmauerwerk wurde instandgesetzt, beschädigte Klinkersteine tauschten die Fachleute teilweise aus. Auch Fenster und Türen wurden saniert oder erneuert. Hinzu kamen Arbeiten am Dach und dessen Tragwerk. Damit ging die Sanierung deutlich über eine rein optische Auffrischung hinaus.

Zugleich erhielt das Haus eine neue technische Ausstattung. Künftig übernimmt eine Wärmepumpe die Wärmeversorgung. Auf den von der Straße abgewandten Dachflächen befindet sich zudem eine Photovoltaikanlage. Ein großer Teil des dort erzeugten Stroms soll direkt im Gebäude bleiben und unter anderem die Wärmepumpe sowie die Beleuchtung der Gemeinschaftsflächen versorgen. Die Solaranlage fügt sich dabei nach Angaben des Denkmalschutzamts in das historische Dach ein.

Vor der sanierten „Oole Wach“ in Finkenwerder stehen Baustellenabsperrungen, während die historische Fassade des Gebäudes bereits fertiggestellt ist.

Letzte Arbeiten im Außenbereich: Die Sanierung der „Oole Wach“ ist abgeschlossen, die Neugestaltung der Außenanlagen steht noch aus. / © Foto: Sprinkenhof GmbH

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Vom Gasthaus zur Polizeiwache: Die Geschichte der „Oole Wach“

Die Geschichte des Gebäudes reicht bis 1903 zurück. Damals entstand das Haus zunächst als Gaststätte. Ab 1934 nutzte die Polizei das Gebäude als Wache. Aus dieser Zeit stammt auch der plattdeutsche Name „De Oole Wach“.

Eine weitere wichtige Phase begann bereits 1982. Seitdem hat die Finkwarder Speeldeel hier ihre Heimat. Die Finkenwerder Ortsgemeinschaft trug damals mit zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitsstunden zum Erhalt des Hauses bei. Im April 1983 konnte das Gebäude nach den damaligen Arbeiten wieder eröffnet werden. Die jüngste Sanierung setzt diese lange Nutzungsgeschichte fort. Seit 2013 steht das Haus offiziell als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

Finkenwerder: „Oole Wach“ bleibt Kulturort und bekommt weitere Nutzer

Die Finkwarder Speeldeel bleibt Hauptnutzerin und belegt Räume im Unter- und Obergeschoss. Im Erdgeschoss befinden sich außerdem der SPD-Distrikt Finkenwerder, die SBB Produktionsschule GmbH, die Vereinigte Lohnsteuerhilfe sowie ein Grafikdesign-Büro. Bis auf das Dachgeschoss war das Haus Mitte August 2026 bereits vollständig vermietet. Die Übergabe an die Nutzer ist für Anfang September vorgesehen.

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Ganz beendet ist das Projekt allerdings noch nicht. Die Außenanlagen müssen noch neu gestaltet werden. Die eigentliche Gebäude­sanierung ist dagegen abgeschlossen. Rund 4,1 Millionen Euro flossen in das Vorhaben. Das Geld stammt vom Bund, aus dem Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm, aus regulären Haushaltsmitteln der Finanzbehörde und vom Bezirksamt Hamburg-Mitte.

Oole Wach in Finkenwerder
Die denkmalgeschützte Oole Wach in Finkenwerder wurde umfassend saniert und wird weiter als Kultur- und Gewerbestandort genutzt.

 

Quellen: Sprinkenhof GmbH, Freie und Hansestadt Hamburg, NDR

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