Mit einer neuen Strategie will der Senat den Tiefbau reformieren und Bauvorhaben schneller, effizienter und kooperativer umsetzen. Ziel ist es, die Infrastruktur auszubauen, ohne die Bevölkerung übermäßig zu belasten, ein Balanceakt zwischen steigenden Bauvolumina und mehr Rücksicht im Alltag.
Tiefbauarbeiten

Hamburg will den gesamten Tiefbauprozess von der Planung über die Genehmigung bis zur Bauausführung vereinfachen und durch ein Bündnis mit Kammern, Verbänden und Unternehmen langfristig effizienter gestalten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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In Hamburg haben die Bauleistungen zur Erneuerung und Sanierung der Infrastruktur in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Bis 2030 soll das Volumen weiter wachsen, da Straßen instandgesetzt, Wasserleitungen erneuert, Gasleitungen auf Wasserstoff umgerüstet und das U- und S-Bahnnetz erweitert werden. Der Senat hat deshalb eine Strategie beschlossen, die den Tiefbau grundlegend reformieren soll.

Nach Angaben der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende will die Stadt die Infrastruktur modernisieren und gleichzeitig die Lebensqualität sichern. Die Reform soll durch Bürokratieabbau, beschleunigte Verfahren und den Einsatz digitaler Werkzeuge ermöglicht werden.

Mehr Bauvolumen, weniger Stau: Hamburg steigert Infrastrukturleistungen seit 2015 deutlich

Die Stadt konnte in den vergangenen Jahren bereits steigende Bauaktivitäten mit weniger Auswirkungen verbinden. Zwischen 2015 und 2019 wurden 178 Kilometer Radwege erneuert und 752 Kilometer Straßen saniert. Der Zeitverlust durch Staus lag 2019 bei 48 Stunden.

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Von 2020 bis 2024 wurden knapp 300 Kilometer Radwege erneuert und fast 1.000 Kilometer Fahrstreifen saniert. Mit dem Start der neuen U-Bahn-Linie U5 hat Hamburg zudem eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadtgeschichte begonnen. Der Stauverlust konnte dabei um rund zehn Prozent reduziert werden.

Neuer Bauprozess und Bündnis für den Tiefbau: Hamburg setzt auf Kooperation und langfristige Reform

Die Reform sieht vor, den gesamten Bauprozess – von Planung und Ausschreibung bis zur Fertigstellung – neu zu strukturieren. Ziel sei es, stabiler, schneller und termintreuer zu bauen. Ein „Bündnis für den Tiefbau“ soll die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Kammern, Verbänden und Bauwirtschaft verbessern.

Senator Anjes Tjarks erklärte, Hamburg wolle die Verkehrs- und Leitungsinfrastruktur zukunftsfähig gestalten. Die Anstrengungen würden in den kommenden Jahren steigen, doch solle dies mit möglichst geringen Auswirkungen für die Bevölkerung geschehen. Die Reform sei ein „Marathon“ mit vielen Stellschrauben und Beteiligten.

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Vereinfachte Genehmigungen und klare Fristen: Hamburg will Bauverfahren deutlich beschleunigen

Konkret plant die Stadt, Genehmigungsprozesse zu verschlanken und klare Fristen einzuführen. Eine sogenannte Genehmigungsfiktion soll künftig gelten: Wenn innerhalb einer festgelegten Frist keine Entscheidung fällt, wird ein Antrag automatisch positiv bewertet. Kleinere Aufgrabungen sollen künftig nur angezeigt und nicht mehr beantragt werden müssen.

Darüber hinaus soll die Gebührenordnung vereinfacht und Musterverträge entwickelt werden. Ein Ziel ist es, dass ein Straßenraum bei mehreren Projekten nur einmal geöffnet wird. So sollen Bauzeiten verkürzt und die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner verringert werden.

Digitale Plattformen und KI: Hamburg setzt auf intelligente Steuerung von Baustellen und Verkehr

Die Stadt setzt auch auf Digitalisierung. Jede Baumaßnahme, die eine straßenverkehrs- oder baubehördliche Anordnung benötigt, muss künftig in der Plattform ROADS eingetragen werden. Maßnahmen mit übergeordneter Bedeutung sollen Vorrang erhalten, um eine bessere Koordinierung zu ermöglichen.

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Zudem will Hamburg KI-gestützte Werkzeuge zur Verkehrslenkung einsetzen. Verkehrsinformationen sollen in Echtzeit über Plattformen wie die Urban Data Plattform und die Mobilithek bereitgestellt werden. Damit erhalten auch Navigationsdienste aktuelle Informationen, was den Alltag der Verkehrsteilnehmenden erleichtern soll.

 

Quellen: Hamburg.de

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