Mit dem neuen „Zukunftsbild Innenstadt“ definiert Hamburg die strategischen Leitlinien für die Entwicklung ihrer City bis 2040. Das Konzept zielt darauf ab, die Innenstadt als vielseitigen Ort für Handel, Wohnen, Arbeit und Kultur zu stärken, den Klimawandel zu adressieren und den öffentlichen Raum für alle Hamburgerinnen und Hamburger weiterzuentwickeln.

Mit dem „Zukunftsbild“ verfolgt die Stadt Hamburg das Ziel, die Innenstadt bis 2040 als lebendiges und vielfältiges Zentrum weiterzuentwickeln. In dem Zusammenhang sollen der Einzelhandel gestärkt, Kulturangebote ausgebaut und die Innenstadt als Wohn- und Arbeitsort attraktiver gemacht werden. / © Foto: depositphotos.com / Portumen
© Foto: depositphotos.com / Portumen
© Foto Titelbild: depositphotos.com / SergiyN
Hamburgs Innenstadt ist das Herz der Hansestadt und zieht jährlich Millionen Besucherinnen und Besucher an. Die einmalige Mischung aus maritimer Tradition, architektonischem Erbe und urbanem Leben macht sie zu einem zentralen Identifikationsort für die Stadtgesellschaft. Doch die Innenstadt steht vor neuen Herausforderungen: Der Wandel im Einzelhandel, steigende Ansprüche an Mobilität, der Klimawandel und veränderte Lebens- und Arbeitsmodelle verlangen nach zukunftsfähigen Lösungen.
Mit dem „Zukunftsbild Innenstadt“ hat die Freie und Hansestadt Hamburg nun eine strategische Grundlage vorgelegt, die diese Veränderungen proaktiv aufgreift. Das Konzept wurde in einem umfassenden Dialogprozess mit der Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung entwickelt. Es soll als dynamisches, lernendes Instrument dienen, das regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.
Kultur, Handel und Arbeiten: Vielfalt als Zukunftsstrategie für die Hamburger Innenstadt
Ziel des „Zukunftsbildes“ ist es, Hamburgs Innenstadt als lebendiges und vielfältiges Zentrum weiterzuentwickeln. Dabei werden neun strategische Entwicklungsziele verfolgt, die unter anderem den Einzelhandel stärken, Kulturangebote ausbauen und die Innenstadt als Wohn- und Arbeitsort attraktiver machen sollen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte Zielkompass, der die Vision entlang klar definierter Themenfelder strukturiert.
Die Innenstadt soll weiterhin ein Ort für besondere Stadterlebnisse rund um den Einzelhandel bleiben. Gleichzeitig soll sie sich aber auch zu einem produktiven Raum für Arbeiten, Lernen und kulturelle Aktivitäten entwickeln. Urbane Produktion und kreative Nutzungskonzepte sollen neuen Raum finden und damit die Attraktivität auch über die Geschäftszeiten hinaus sichern.
Wohnen, öffentliche Räume und Mobilität: Hamburgs City neu gedacht
Ein weiteres zentrales Ziel ist die Stärkung der Innenstadt als Wohnort. Geplant sind neue, bezahlbare und vielfältige Wohnangebote, die sowohl Singles als auch Familien ansprechen sollen. Gleichzeitig will man das Wohnumfeld durch neue Grünflächen, Spielplätze und verbesserte Nahversorgungsangebote aufwerten.
Die öffentlichen Räume sollen zu „Bühnen des Innenstadtlebens“ werden, die für alle Generationen zugänglich und nutzbar sind. Dabei setzt Hamburg auf eine klimaangepasste Gestaltung mit mehr Begrünung, Entsiegelung und Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas. Auch die Wasserlagen der Innenstadt sollen stärker ins Stadtleben integriert werden und neue Aufenthaltsqualitäten bieten.
Fokus Klimaresilienz und Architektur: Nachhaltige Stadtentwicklung
Im Bereich Mobilität verfolgt das Zukunftsbild das Ziel, die Erreichbarkeit der Innenstadt mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu stärken und gleichzeitig den motorisierten Individualverkehr intelligent zu steuern. Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende sowie der öffentliche Nahverkehr sollen Vorrang erhalten, um eine lebendige und verkehrsberuhigte Innenstadt zu ermöglichen.
Darüber hinaus legt das Konzept großen Wert auf den Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Durch Maßnahmen wie Fassaden- und Dachbegrünung, Regenwassernutzung und den Ausbau grüner Infrastrukturen will Hamburg die Innenstadt klimaresilient gestalten. Auch die bauliche Qualität bleibt ein wichtiger Aspekt: Bestehende historische Strukturen sollen erhalten und zugleich durch behutsame Neubauten ergänzt werden, um die architektonische Identität zu bewahren.
Gemeinschaftsprojekt „Zukunftsbild Innenstadt“: Umsetzung in enger Partnerschaft
Das „Zukunftsbild Innenstadt“ versteht sich ausdrücklich als Gemeinschaftsprojekt. Nur durch die enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wirtschaft, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie der Stadtgesellschaft können die ambitionierten Ziele erreicht werden.
Das Konzept ist Teil des Programms „Verborgene Potenziale – Für ein lebendiges und resilientes Hamburger Zentrum“, das über das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ unterstützt wird. Bereits heute werden zahlreiche Pilotprojekte umgesetzt, etwa neue Nutzungskonzepte für leer stehende Gebäude, kreative Zwischenlösungen im öffentlichen Raum oder das „Haus der digitalen Welt“, das als zentraler Ort für Bildung und Begegnung geplant ist.
Quellen: Freie und Hansestadt Hamburg: Zukunftsbild Innenstadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Leider erlebe ich (seit 38 Jahren in der Neustadt wohnend) häufig das Gegenteil:
Immer mehr gefällte Bäume auch in Planten und Blomen, Nachpflanzungen vertrocknen, Asphalt!! statt Naturwege im Park, Flächenversiegelung geplant auf dem ehem. Gruner und Jahr Gelände und bereits durchgeführt am Schaarsteinweg (Fällung von fünf Bäumen, die nicht nachgepflanzt werden),Wegfall von Hecken durch Bebauung bis an den Fußweg, beim Schaarsteinweg an der Tischtennisplatte zwei tote Bäume nicht nachgepflanzt, Wincklerstr. toter Straßenbaum nicht nachgepflanzt, und die neue Methode (großer Burstah) jahrelang in Baumschulen gewachsene große Bäume in Kübel zu pflanzen, wo sie sich nicht verwurzeln können und mit Sicherheit ohne Anbindung ans Grundwasser keine acht Jahre überleben, das Ganze nur für die Optik, das ist Zerstörung von Natur und optische Kosmetik ohne Nachhaltigkeit. Dort wird kein Vogel nisten, und ob diese Bäume in Zukunft überhaupt gegossen werden, ist auch noch die Frage.
Das positive: die Raserei auf dem Jungfernstieg wird eingedämmt, es gibt mehr Möglichkeiten zu sitzen und zu verweilen. Das ist wirklich gut. Wie Sie den Einzelhandel am Leben erhalten wollen, darauf bin ich neugierig. Ich kenne nur immer mehr leere Passagen und geschlossene Traditions Geschäfte- von Galeria Kaufhof, Karstadt Sport und demnächst wohl auch Karstadt ganz zu schweigen.
Gut, dass über all dies nachgedacht wird und hoffentlich bleibt es nicht nur bei einem Konzept und der Verdrängung von Autos- und der Rest wird sich selbst überlassen. Die Bäume und die Menschen mit ihren Wohnbedürfnissen sind immer das schwächste Glied. Es muss auch finanzierbar bleiben, aber die Politik muss dringend steuern. Die jetzige Entwicklung ist nicht gut.
Ich kann obigem Kommentar in allen Punkten nur zustimmen. Es werden viele Bäume gefällt und nicht entsprechend nachgepflanzt. Bäume und Baumschatten sind das beste für die Lebensqualität in der Großstadt. Darüber wird zurecht viel geredet. Aber wenn man genau hinschaut, dann stellt man fest, dass leider nur geredet wird. Das ist in Berlin so, und das ist auch in Hamburg so. Es gibt hier wie da keinen konkreten, belastbaren Plan, dem Gerede auch Taten folgen zu lassen. Und die neuen Stadtviertel, die zuletzt gebaut wurden, haben viel zu wenig Bäume, um sich dort auch an heißen Sommertagen wohl zu fühlen. Beispiel Hafencity: mindestens vier Mal so viele Bäume, und es wäre dort deutlich angenehmer und schöner- und nicht so stein- und betonlastig. Für ein Neubauviertel gefällt es mir dort eigentlich sehr gut, aber mit viel mehr Bäumen wäre die Hafencity erst richtig schön und gelungen..