Die Deutsche Bahn treibt die Erneuerung der Süderelbbrücken voran und hat die Entwurfs- und Genehmigungsplanung abgeschlossen. Mit dem Neubau soll die zentrale Nord-Süd-Verbindung langfristig stabilisiert und an steigende Verkehrsbedarfe angepasst werden.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Neubau der Süderelbbrücken im Größenvergleich mit dem Volksparkstadion und macht die Dimension des Projekts deutlich. Der Baustart ist für das Jahr 2028 vorgesehen. / © Visualisierung: DB InfraGO AG
© Visualisierung Titelbild: Arge Vössing/Grassl
© Visualisierung: DB InfraGO AG
In Hamburg ist ein wichtiger Meilenstein für die Erneuerung der Eisenbahnüberführung über die Süderelbe erreicht worden. Die Deutsche Bahn hat die Entwurfs- und Genehmigungsplanung abgeschlossen und kann damit das Planfeststellungsverfahren einleiten. Die umfangreiche Baumaßnahme ist notwendig, da die bestehenden Brücken aus den 1970er Jahren ihre Nutzungsdauer erreichen und gleichzeitig der Schienenverkehr in der Region deutlich wächst.
Die Strecke zählt zu den bedeutendsten Nord-Süd-Achsen Europas. Täglich passieren rund tausend Züge die Süderelbe, darunter Fernverkehr, Güterzüge sowie die Verbindungen in den Hamburger Hafen. Die Brücke ist zudem die einzige elektrifizierte Elbquerung im Norden und damit essenziell für internationale Verkehrsbeziehungen nach Skandinavien und Richtung Ostsee.
Ersatzneubau Süderelbbrücken stärkt zentrale Infrastruktur im Norden
Die neue Überführung soll nicht nur die Leistungsfähigkeit erhöhen, sondern auch die wirtschaftliche Bedeutung des Verkehrsknotens Hamburg sichern. Die Strecken dienen als Zugang zum Hafengebiet und sind für die Logistikwirtschaft von zentraler Bedeutung. Mit dem Ersatzneubau verfolgt die Bahn das Ziel, die Verbindung langfristig zu stabilisieren und auf künftige Belastungen vorzubereiten.
Nach Angaben des zuständigen Ingenieurteams stellen die Baugrundverhältnisse, die Lage im Hafen- und Naturraum sowie die Aufrechterhaltung des laufenden Bahnbetriebs besondere Herausforderungen dar. Die Planungen wurden daher interdisziplinär erarbeitet und berücksichtigen technische, ökologische und logistische Anforderungen gleichermaßen.
Hamburg: Technische und gestalterische Anforderungen des Brücken-Neubaus
Die Brücke wird in einem dreifeldrigen Fachwerksystem errichtet, das sich an der bestehenden Konstruktion orientiert. Es soll eine Formensprache erreicht werden, die sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügt und gleichzeitig die technische Struktur sichtbar lässt. Schlanke Linien und eine einheitliche Farbgebung sollen das Bauwerk als dauerhaftes und funktionales Element markieren.
Für den Überbau werden rund 27.000 Tonnen Stahl verbaut, für die Fundamente etwa 50.000 Kubikmeter Beton. Die Gesamtlänge der neuen Brücke wird 388 Meter betragen. Insgesamt müssen mehr als eine Million Tonnen Erdmasse bewegt und 144 Bohrpfähle mit einer Länge von jeweils 33 Metern gesetzt werden.
Schienenverkehr Hamburg: Bauen unter laufendem Betrieb mit Umfahrungsstrecken
Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist die Bauausführung unter dem sogenannten rollenden Rad. Während der gesamten Bauzeit soll der Bahnbetrieb weitgehend aufrechterhalten werden. Dafür entstehen parallele Umfahrungen, drei im Westen für Personen- und Güterzüge und eine im Osten für die S-Bahn.
Die Brückenteile werden vor Ort gefertigt und mittels Schwimmpontons eingehoben. Diese Methode reduziert Sperrzeiten und hält Einschränkungen für Reisende sowie Logistikunternehmen möglichst gering. Die Umfahrungsbauwerke entsprechen bereits den finalen Überbauten und werden später in die endgültige Gesamtstruktur integriert.
Bahnprojekt Süderelbe: Vorzugsvariante nach umfassender Prüfung
Im Rahmen der Vorplanung wurden zwölf Varianten untersucht und nach Kriterien wie Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Instandhaltung und Einbindung ins Stadtbild bewertet. Die gewählte Vorzugsvariante erfülle nach Einschätzung der Planerinnen und Planer die Anforderungen am besten und folge dem Prinzip, technische Elemente sichtbar, aber nicht dominierend erscheinen zu lassen.
Für die Region bedeutet das Projekt eine langfristige Investition in die Zukunft des Schienenverkehrs. Die Fertigstellung der neuen Brücken ist für Ende der 2030er Jahre vorgesehen. Bis dahin wird Hamburg eine der größten Infrastrukturvorhaben Norddeutschlands begleiten, das sowohl die Mobilität als auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachhaltig prägen dürfte.
Quellen: Grassl, Deutsche Bahn, Elbinselbrücken Hamburg
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