Hamburg prüft ein neues Naturbad an der Alster am Schwanenwik. Geplant sind ein Schwimmbecken, Kinderbereiche und biologische Wasseraufbereitung direkt an der Außenalster.
Geplantes Naturbad in Hamburg
© Titelbild / Visualisierung: gmp moka
Während Berlin seit Jahren über ein Flussbad in der Spree diskutiert und neue Gutachten die Umsetzung weiter infrage stellen, konkretisiert Hamburg die Pläne für ein öffentliches Naturbad an der Alster. Am Schwanenwik prüft die Stadt gemeinsam mit Bäderland Hamburg eine neue Badestelle in der Außenalster. Erste Visualisierungen zeigen ein Naturfreibad nach skandinavischem Vorbild, das Baden, Aufenthalt und Freiraumnutzung miteinander verbinden soll.
- Bezirk: Hamburg-Nord
- Standort: Schwanenwik, Außenalster
- Gewässer: Alster
- Geplant: unbeheiztes Schwimmbecken, zwei Kinderbecken, Steganlagen, Umkleiden, Sanitärbereiche und Aufenthaltsflächen
- Wasseraufbereitung: biologisches Filtersystem mit Schilfzonen und ergänzender Technik
Der mögliche Standort in Hamburg liegt am Schwanenwik an der Außenalster. Dort könnte ein öffentliches Naturfreibad entstehen, das sich in die bestehende Wasserlandschaft integriert. Als Beispiele nennt der Senat Badeanlagen in Städten wie Kopenhagen und Oslo. Gleichzeitig knüpft die Idee an die Geschichte des Ortes an: Bereits im 19. Jahrhundert befand sich am Schwanenwik eine öffentliche Badeanstalt.

Die Visualisierung zeigt das geplante Naturbad in Hamburg an der Alster mit Schwimmbecken, Liegeflächen und Aufenthaltsbereichen am Schwanenwik. / © Visualisierung: gmp moka
Naturbad an der Alster: Hamburg prüft biologische Wasseraufbereitung
Nach bisherigen Plänen soll das Naturbad ein unbeheiztes Schwimmbecken sowie zwei Kinderbecken umfassen. Das Wasser würde direkt aus der Alster stammen und biologisch gereinigt werden. Vorgesehen ist ein Filtersystem, das Schilfzonen am Ufer mit ergänzender Technik an den Steganlagen verbindet. Damit will Hamburg die Wasserqualität sichern und gleichzeitig ökologische Anforderungen berücksichtigen.
Die Stadt prüft zudem, wie sich das Naturbad in die bestehende Nutzung der Außenalster einfügen lässt. Der Standort gehört zu einem intensiv genutzten Stadtraum, in dem Freizeitverkehr, Wassersport und öffentliche Grünflächen aufeinandertreffen. Deshalb befinden sich Fragen zu Naturschutz, Betrieb, Sicherheit und Machbarkeit weiterhin in der Prüfung.
Hamburg will Schwanenwik als Aufenthaltsort an der Alster stärken
Die Planungen gehen über eine reine Badestelle hinaus. Die Schwanenwikwiese soll als öffentlicher Treffpunkt erhalten bleiben und zugleich neu gestaltet werden. Vorgesehen sind Aufenthaltsbereiche sowie ein begehbarer Hügel im nordöstlichen Abschnitt, der zusätzliche Blickbeziehungen über die Alster schaffen soll. Nach Angaben der Stadt soll das Areal möglichst ganzjährig nutzbar bleiben und nicht ausschließlich auf die Sommermonate ausgerichtet sein.
Auch die Konstruktion des Naturbads steht im Fokus der bisherigen Entwürfe. Nach Angaben der beteiligten Architekten soll die Anlage überwiegend aus Holz und Stahl bestehen und sich bei Bedarf zurückbauen lassen. Ergänzend ist ein natürliches Filtersystem vorgesehen, das Solarenergie nutzt. Unterhalb der Konstruktion könnte zudem ein geschützter Lebensraum für Fische entstehen.
Hamburg geht bei innerstädtischen Naturbädern einen Schritt weiter
Die Debatte über öffentliches Baden in innerstädtischen Gewässern begleitet viele deutsche Städte seit Jahren. Während in Berlin weiter über ein Flussbad im Spreekanal diskutiert wird, verfolgt Hamburg nun einen konkreteren Ansatz und prüft erstmals detailliert eine mögliche Umsetzung an der Alster.
Fest steht bisher jedoch nur der Planungsstand. Das Naturbad am Schwanenwik gilt nicht als beschlossenes Bauprojekt. Die Stadt spricht von einer realistischen Perspektive, verweist jedoch zugleich auf notwendige Prüfungen zu Umweltverträglichkeit, Nutzungskonflikten und technischer Machbarkeit. Einen Termin für Baubeginn oder Eröffnung nennt Hamburg deshalb auch bislang nicht.
Quellen: Radio Hamburg, Hamburger Abendblatt, Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg, gmp Architekten, Flussbad Berlin e. V.
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Die Hamburger Planung lässt sich nicht mit der des Flussbads im Spreekanal vergleichen. In Berlin wurden zunächst 7,5 Mio. Euro Fördergelder für die Planung vergeudet, bevor erst 2023 Gelder für umfangreiche Wasseranalysen bereitgestellt wurden. Die Stellungnahme der Gesundheitsbehörde bzw. des LAGeSo zur Wasserqualität wurde im Januar 2026 veröffentlicht. In dem Bericht wird aus hygienischen Gründen vom Baden abgeraten; zudem wird das Frühwarnsystem als unzureichend bewertet. Hamburg täte gut daran erst einmal die Wasserqualität nach empfohlenen Wasseranalysen des LAGeSO durch die Labore vor und hinter den Filtern prüfen zu lassen. Erst danach ließe sich eine Aussage über die Wirksamkeit der geplanten Filtersysteme treffen und Naturbäder verantworten.
Hier ist der LINK , zur Stellungnahme des Landesamtes für Gesundheit über die Wasserqualität im Spreekanal führt. Diese Untersuchung sollte auch Hamburg im Vorfeld durchführen.
https://www.dropbox.com/scl/fi/yif1hiehcn8v562p7i305/10.12.25-LAGeSO-2.-2.pdf?rlkey=n0e020jmwvatfq3r31t5byhuj&dl=0