In Hamburg-Finkenwerder entsteht mit der Feuer- und Rettungswache „F 35“ ein Neubau, der organisatorische Anforderungen und Klimaschutz verbindet. Unter einem Sportplatz sorgt eine Erdwärmeanlage für einen Großteil der Energieversorgung. Die Inbetriebnahme des von der Sprinkenhof GmbH koordinierten Projekts ist für 2026 geplant.

1.500 Erdwärmekollektoren von GeoCollect versorgen den 35-Millionen-Euro-Neubau der Feuer- und Rettungswache „F 35“ mit bis zu 150 kW erneuerbarer Wärme und Kälte. Die Anlage deckt rund 65 Prozent des Energiebedarfs des Gebäudes klimafreundlich ab. / © Foto: GeoCollect GmbH
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© Visualisierung Titelbild: Sibylle Kramer Architekten
In Hamburg-Finkenwerder nimmt die neue Feuer- und Rettungswache „F 35“ Gestalt an. Der Neubau umfasst ein dreigeschossiges Hauptgebäude sowie einen sechsstöckigen Übungsturm. Insgesamt entstehen rund 6.000 Quadratmeter Geschossfläche für bis zu 140 Berufsfeuerwehrleute und Rettungskräfte. Der Standort ist auf schnelle Einsatzabläufe, Gesundheitsschutz, Barrierefreiheit und flexible Nutzungen ausgelegt.
Das Projekt wird von der landeseigenen Sprinkenhof GmbH koordiniert. Die Inbetriebnahme ist für das laufende Jahr 2026 vorgesehen. Ziel ist es, einen Prototyp für künftige Rettungsstandorte zu schaffen, der organisatorische Anforderungen mit einem hohen Energiestandard verbindet. Der Neubau erfüllt den Standard Effizienzhaus 40.
Feuerwache „F 35“ in Hamburg: Erdwärmeanlage mit 1.500 GeoCollect-Kollektoren deckt 65 % des Heiz- und Kühlbedarfs
Ein zentrales Element des Bauprojekts ist die Energieversorgung. Unter dem zur Wache gehörenden Sportplatz wurde eine Erdwärmeanlage mit 1.500 Kollektoren installiert. Die Anlage stammt von GeoCollect GmbH. Die Kollektoren liegen in 1,50 bis 2,50 Metern Tiefe und sind zweietagig verlegt. Dadurch reduziert sich der Flächenbedarf auf rund 450 Quadratmeter.
Die Anlage deckt rund 65 Prozent der maximal benötigten Heiz- und Kühlleistung. Die Heizleistung beträgt etwa 150 Kilowatt, die passive Kühlleistung rund 130 Kilowatt. Im Winter entziehen die Kollektoren dem Boden gespeicherte Wärme und leiten sie an Wärmepumpen weiter. Im Sommer funktioniert das Prinzip umgekehrt: Das Gebäude wird über das Erdreich gekühlt, während sich der Boden als saisonaler Wärmespeicher auflädt.
Effizienzhaus 40 in Finkenwerder: Photovoltaik, Luftkollektoren und Erdwärme sichern niedrige CO₂-Emissionen
Ergänzt wird das System durch Luftkollektoren auf dem Dach sowie eine Photovoltaikanlage. Der feuchte Boden im Hafengebiet wirkt sich laut Projektangaben positiv auf die Effizienz der Anlage aus. Die durchschnittliche Quellentemperatur liegt bei rund 3,5 Grad Celsius. Die Jahresarbeitszahl wird mit etwa 5,0 angegeben.
Mit dem Neubau entsteht somit nicht nur eine funktionale Einsatzstelle, sondern auch ein energetisch optimiertes Gebäude. Die Kombination aus kompakter Bauweise, innovativer Erdwärmenutzung und regenerativer Stromerzeugung soll langfristig niedrige CO₂-Emissionen sichern. Die Feuerwache „F 35“ steht damit exemplarisch für einen Wandel im öffentlichen Hochbau – hin zu klimafreundlichen und zugleich hochfunktionalen Infrastrukturen.
Quellen: GeoCollect GmbH, Sprinkenhof, Hamburg.de, Sibylle Kramer Architekten
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