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Hamburg diskutiert über innerstädtische Badeplätze nach skandinavischem Vorbild. Nun rückt ein Standort an der Bille in den Mittelpunkt, der das bisherige Alsterkonzept um neue Perspektiven erweitert.

Entwurf Snøhetta, Kunsthalle Hamburg

Die Stadt Hamburg denkt derzeit intensiv darüber nach, seine Wasserlagen neu zu ordnen und als öffentliche Räume aufzuwerten. Verschiedene Architekturbüros haben erste Ideen vorgestellt: ein Entwurf von Snøhetta setzt auf eine Aufwertung des Umfelds der Hamburger Kunsthalle. Parallel ist nun auch ein schwimmende Anlage im Billebecken im Gespräch. / © Visualisierung: Proloog / Snøhetta

© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, flamenc, CC BY-SA 3.0
© Visualisierung: Proloog / Snøhetta

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Seit einigen Monaten wird in Hamburg intensiv diskutiert, ob die Stadt ein öffentlich zugängliches Badeareal an der Alster erhalten könnte. Inspiration liefern Beispiele aus skandinavischen Städten, die für ihre innerstädtischen Badestellen bekannt sind.

Bereits der erste Entwurf vom renommierten Büro Störmer, Murphy and Partners hatte im Sommer große Aufmerksamkeit erzeugt. Dieser sieht einen Holzbau am Schwanenwink entlang des Alsterufers vor. Nun lenken die Architekten den Blick auch auf die Bille.

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Entwurf für ein Billebad: Holzbau, schwimmende Plattformen und zwei Becken

Der neue Vorschlag sieht eine schwimmende Anlage im Billebecken vor, die an eine zukünftige Parkanlage anschließen könnte. Architekt Martin Murphy erklärte gegenüber dem Hamburger Abendblatt, das Billebad könne den auf dem Wasser liegenden Schlusspunkt bilden und solle Besuchern aus den umliegenden Quartieren ebenso wie Bootsgästen offenstehen.

Die Idee umfasst ein schlichtes, robustes Holzbauwerk, das auf Betonhohlkörpern im Wasser schwimmen könnte. Das Bad ist als modellierte Landschaft gestaltet und bietet mit Sonnendecks und Grünflächen Raum zur Erholung. Auch ein kleiner Kiosk ist geplant. Vorgesehen sind zwei unterschiedlich tiefe Badebecken, die mit Wasser der Bille gespeist würden. Der technische Aufwand solle gering bleiben. Falls erforderlich, könnte eine Filteranlage zwischengeschaltet werden, um Fluss- und Badewasser zu trennen.

Naturbad im Hamburger Osten erhält Unterstützung

Zuspruch für die neue Standortidee gab es von Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. Er hatte betont, Hamburg müsse den Blick über zentrale Lagen wie die Außenalster hinaus erweitern. Orte wie das Billebecken oder Wilhelmsburg seien ebenfalls geeignet und könnten für öffentliche Badeprojekte infrage kommen. Zuspruch kommt außerdem aus Naturschutzkreisen. Malte Siegert vom NABU bezeichnete das Billebecken als spannenden Ort, der dem Billegrünzug neue Impulse geben könne.

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Darüber hinaus fügt sich der Vorschlag in das Stadtentwicklungsprogramm „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ ein, das die östlichen Stadtteile aufwerten soll. Auf dem Billebogen und im Quartier „Südliches Hamm“ entstehen derzeit neue Schwerpunkte, geprägt von Wasserlagen und Grünflächen. Ein öffentliches Schwimmbad könnte dort ein sichtbares Zeichen der Aufwertung setzen.

Snøhetta-Konzept: Kunsthalle mit Naturbad an der Binnenalster?

Parallel dazu wird in Hamburg ein weiterer Vorschlag diskutiert, der ebenfalls ein innerstädtisches Naturbad vorsieht. Das Architekturbüro Snøhetta hat gemeinsam mit der Kunsthalle Hamburg eine Konzeptstudie vorgestellt, die einen großen Erweiterungsbau, neue Wegeführungen und ein Naturbad an der Binnenalster umfasst.

Museumsleiter Alexander Klar erklärte, die Studie solle einen Impuls für eine breitere Diskussion über die Zukunft der Innenstadt geben. Ziel sei es, Kultur, Natur und Bewegung näher miteinander zu verbinden. Die Pläne reichen von einer möglichen unterirdischen Verlegung des Verkehrs am Ferdinandstor bis hin zur Neugestaltung der Wallanlagen. Auch hier geht es darum, städtische Wasserlagen zeitgemäß zu nutzen und öffentlich zugänglich zu machen.

Baden in der Alster: Eine Debatte, die Hamburg weiter ebschäftigen wird

Die Reaktionen auf die verschiedenen Badeideen fallen unterschiedlich aus. Viele betrachten die Vorschläge als Bereicherung, andere warnen vor Projekten, die nicht mit den städtischen Prioritäten übereinstimmen.

Gleichwohl zeigt die Vielzahl an Entwürfen, wie intensiv Hamburg derzeit darüber nachdenkt, seine Wasserlagen neu zu ordnen und als öffentliche Räume aufzuwerten. Ob an der Alster oder an der Bille, die Diskussion um ein neues Stadtbad dürfte die Stadtplanung noch länger begleiten.

Quellen: Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost, Störmer, Murphy and Partners

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