In der Hamburger City Nord erfährt ein Bauwerk mit besonderem architektonischem Rang eine umfassende Transformation. Das denkmalgeschützte Arne Jacobsen Haus wird revitalisiert und für die Anforderungen moderner Arbeitswelten neu gedacht, ohne dabei seinen historischen Charakter zu verlieren.

Nach seiner Fertigstellung soll das Arne Jacobsen Haus in der City Nord als identitätsstiftender Ort flexible und nachhaltige Arbeitswelten ermöglichen, ohne den historischen Charakter zu verlieren. / © Visualisierung: KSP Engel GmbH für AJH GmbH
© Foto Titelbild: AJH GmbH
Das Arne Jacobsen Haus in Hamburg, 1969 erbaut und lange Sitz der Hamburgischen Electricitäts-Werke, wird derzeit umfassend saniert. Die STRABAG-Tochter Züblin führt die Arbeiten im Auftrag der AJH GmbH durch. Ziel des Projekts ist es, das denkmalgeschützte Hochhaus in einen zeitgemäßen Bürostandort zu verwandeln, der sowohl die Bedürfnisse moderner Arbeitsformen als auch die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt.
Das Gebäude gilt als eines der bedeutendsten Werke des dänischen Architekten Arne Jacobsen und seines Partners Otto Weitling. Mit seinen klaren Linien und seiner markanten Innenraumgestaltung war es über Jahrzehnte ein architektonisches Aushängeschild der City Nord. Nun soll es nach mehr als einem halben Jahrhundert an die Herausforderungen der Gegenwart angepasst werden.
Verbindung von Geschichte und Zukunft: So soll das Arne Jacobsen Haus revitalisiert werden
Die Bauherren betonen, dass die Revitalisierung den Charakter des Hauses bewahren und zugleich Raum für flexible und nachhaltige Arbeitswelten schaffen soll. Nach Angaben von STRABAG-Vorstand Jörg Rösler verfolgt das Projekt das Ziel, Baukultur zu erhalten und zugleich aktiv CO₂-Emissionen zu reduzieren. Dabei sollen ressourcenschonende Bauweisen eingesetzt werden, um ökologische und wirtschaftliche Aspekte miteinander zu verbinden.
Auch von Seiten der Projektentwickler wird die Balance zwischen Bewahrung und Erneuerung hervorgehoben. Vertreter der Matrix Real Estate GmbH erklärten, dass es darum gehe, die gestalterische Qualität des Klassikers zu sichern und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen. Das Vorhaben sei von Beginn an als Transformation verstanden worden, die sowohl den Anforderungen von New Work als auch von Nachhaltigkeit gerecht werden müsse.
Bau im Bestand unter Denkmalschutzauflagen: Wie das architektonische Erbe Jacobsens gewahrt werden soll
Die Revitalisierung umfasst weitreichende Eingriffe in die Bausubstanz. So wird die komplette Fassade des 13-geschossigen Hochhauses zurückgebaut und durch eine neue, energieeffiziente Gebäudehülle ersetzt, die zugleich denkmalgerecht gestaltet ist. Im Inneren erfolgen eine umfassende Schadstoffsanierung sowie kleinere Rohbauanpassungen. Darüber hinaus wird der Ausbau auf einer Bruttogrundfläche von rund 50.000 Quadratmetern erneuert.
Bestimmte Teile des Hauses sollen im ursprünglichen Zustand erhalten bleiben oder in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden rekonstruiert werden. Damit wird das architektonische Erbe Jacobsens gewahrt, während die Gebäudestruktur für die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte vorbereitet wird.
New-Work-Komplex in der City Nord: Ein neuer Ort für die Arbeitswelt von morgen?
Nach Fertigstellung soll das Arne Jacobsen Haus als identitätsstiftender Ort in der City Nord dienen, der vielseitige Nutzungsmöglichkeiten für moderne Arbeitsmodelle bietet. Flexibilität, Nachhaltigkeit und architektonische Qualität sollen die Grundlage für eine neue Nutzung bilden, ohne die Geschichte des Hauses zu überdecken.
Damit könnte in Hamburg ein Projekt entstehen, das gleichermaßen der Vergangenheit verpflichtet bleibt und den Blick in die Zukunft richtet. Die City Nord erhält durch die Revitalisierung ein markantes Gebäude zurück, das mit zeitgemäßer Funktionalität und nachhaltiger Bauweise neue Impulse für den Standort setzen könnte.
Quellen: STRABAG, Immobilien Zeitung
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


