Das Quartier Billebogen in Hamburg-Mitte wird in den kommenden Jahren umfassend umgestaltet. Am Billebecken entsteht ein Areal für urbane Produktion, Labore und Büros. Neben neuen Gebäuden sollen Grün- und Freiflächen sowie eine kilometerlange Promenade den Standort aufwerten.
Luftbild vom Billebecken umgeben von Wasserflächen.

Das Plangebiet liegt am nördlichen Rand von Rothenburgsort und grenzt unmittelbar an das Billebecken. Umgeben wird es auf drei Seiten von Wasserflächen: im Norden von der Bille, im Westen vom Bullenhuser Kanal und im Süden vom Billekanal. / © Visualisierung: Moka Studio

© Visualisierung Titelbild: Moka Studio
© Foto: Frizz

 

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Das Billebecken in Hamburg-Rothenburgsort blickt auf eine lange Geschichte als Standort von Industrie und Gewerbe zurück. Schon vor hundert Jahren nutzten Betriebe die Lage am Wasser, um Rohstoffe zu transportieren und Waren herzustellen. Heute prägen Logistik, Produktion und Recycling den angrenzenden Stadtteil Billbrook, Hamburgs zweitgrößtes Industriegebiet nach dem Hafen.

Nun soll das Gebiet südlich des Billebeckens schrittweise in ein modernes Quartier für Produktion, Forschung und Gewerbe transformiert werden. Unter Federführung des Bezirksamts Hamburg-Mitte und der Billebogen Entwicklungsgesellschaft entsteht ein Plan, der die industrielle Prägung des Ortes mit den Anforderungen der Gegenwart verbindet.

Grundstück BB16 in Rothenburgsort: Bis zu 18.000 Quadratmeter für Labore, Produktion und Gewerbe

Eines der ersten konkreten Bauvorhaben ist das Grundstück BB16 am Bullenhuser Damm. Es liegt direkt am Ufer, zwischen der denkmalgeschützten Schule am Bullenhuser Damm und einer geplanten Promenade. Vorgesehen ist eine Bebauung mit bis zu 18.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Zwei Gebäude mit einer Höhe von bis zu 25 Metern werden von zwei niedrigeren Baukörpern flankiert, die als Hallen oder Blockrandbebauung genutzt werden können.

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Geplant sind flexible Flächen für Labore, urbane Produktion, Logistik oder Rechenzentren, auch Mischformen sind möglich. Das Grundstück kann in zwei Teile geteilt werden, sodass sich die Nutzungen an die jeweiligen Bedarfe anpassen lassen. Ab Mitte 2026 soll die Fläche bebaubar sein.

Städtebauliches Konzept mit vertikaler Nutzung und öffentlicher Promenade am Südufer des Billebeckens

Die städtebauliche Funktionsplanung für das Billebecken stammt vom Büro Lorenzen Mayer Architekten, ergänzt durch Atelier Loidl und Argus Stadt und Verkehr. Das Konzept sieht vor, die historische Blockrandstruktur wiederaufzunehmen und Flächen vertikal zu stapeln. Hallen, Labore und Büros sollen übereinander angeordnet werden, um Platz für Freiflächen am Wasser zu schaffen.

Damit verbunden ist die Schaffung einer knapp einen Kilometer langen Promenade am Südufer des Beckens. Sie soll öffentlich zugänglich sein und Raum für Erholung und Begegnung bieten. Ziel ist es, Gewerbe und Stadtgrün miteinander zu verknüpfen, ohne die verkehrliche Erschließung für den Schwerlastverkehr zu vernachlässigen.

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Hamburg-Mitte zwischen Industrie und Erinnerung: Billebecken als neuer Gewerbestandort mit Gedenkstätte am Bullenhuser Damm

Der Bezirk Hamburg-Mitte gilt neben dem Hafen als größter Wirtschaftsstandort der Stadt. Mit Billbrook verfügt er über das größte zusammenhängende Industriegebiet Hamburgs. Hier sitzen zahlreiche Betriebe aus Maschinenbau, Chemie, Logistik und Recycling. Das Billebecken soll diese Strukturen ergänzen, indem es neue Flächen für innovative Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen bietet.

Gleichzeitig spielt das historische Erbe eine Rolle. Die ehemalige Schule am Bullenhuser Damm mit ihrer NS-Gedenkstätte bleibt zentraler Bestandteil des Quartiers. Durch die Einbettung in neue Bebauung soll sie behutsam als Ort des Erinnerns und Lernens in die Nachbarschaft integriert werden.

Mit der Entwicklung des Billebogens verfolgt Hamburg das Ziel, einen innenstadtnahen Gewerbestandort zu schaffen, der Produktion, Forschung und Stadtleben verbindet. Die Planungen sehen kompakte Gebäude für urbane Produktion vor, ergänzt durch neue Grünflächen, Freizeitangebote und einen frei zugänglichen Uferbereich. Bis 2026 werden die ersten Baufelder baureif sein, der Auftakt für ein neues Kapitel im traditionsreichen Billebecken.

Foto Luftaufnahme von Parkplätzen und dem Bebauungsgebiet.

Das Baufeld BB16 liegt im rund 27 Hektar großen Teilgebiet des Billebogens, dem Billebecken. Durch die Nähe zur Innenstadt ist das Areal seit über hundert Jahren ein gefragter Standort für Gewerbe und Industrie. Wo früher die Bille-Brauerei ansässig war, arbeiten bis heute zahlreiche Betriebe. Das Quartier ist zudem verkehrlich gut angebunden – über die S-Bahn-Station Rothenburgsort (S2 und S21) sowie die nahegelegenen Elbbrücken (A255). /  © Foto: Frizz

Quellen: Hamburg.de, Billebogen

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