Die ehemalige Schwimmhalle des Volksbads in Pankow wurde im Jahr 2000 wegen Baufälligkeit geschlossen. Lange Zeit blieb unklar, wie es auf dem Gelände an der Wolfshagener Straße weitergeht. Nun konkretisieren sich die Planungen für einen Neubau, der im besten Fall 2029 eröffnen könnte.

Das Bad wurde im Jahr 2000 wegen Baufälligkeit geschlossen. Auf dem Gelände des heutigen Sommerbades soll nun ein neues Funktionsbad entstehen, eine mögliche Eröffnung gilt bei planmäßigem Verlauf ab Mitte 2029 als realistisch. / © Foto: Wikimedia Commons, Colin Lewin, CC BY-SA 4.0
© Fotos: Wikimedia Commons, Colin Lewin, CC BY-SA 4.0
Die ehemalige Schwimmhalle des Volksbads in Pankow steht seit mehr als zwei Jahrzehnten leer. Im Jahr 2000 schloss der Bezirk das Bad wegen Baufälligkeit und fehlender Mittel für eine Sanierung. Seitdem warten Schulen, Vereine und Freizeitsportler im Umfeld der Wolfshagener Straße auf Ersatz. Vor allem für das Schulschwimmen fehlt im Bezirk eine Schwimmhalle.
Zwar kündigte das Land Berlin immer wieder einen Neubau an, doch über viele Jahre kam die Planung kaum voran. Zwischenzeitlich stand ein Multifunktionsbad zur Debatte, das jedoch nicht realisiert wurde. Dadurch entstand erneut Unsicherheit über die Zukunft des Standorts. Erst mit der Entscheidung, stattdessen ein Funktionsbad zu errichten, kam wieder Bewegung in das Verfahren.
Neubau auf dem Sommerbad-Gelände in Pankow: Finanzierung des geplanten Funktionsbads gesichert
Nun soll auf dem Gelände des Sommerbades an der Wolfshagener Straße ein sogenanntes Funktionsbad entstehen. Das Land verwendet dafür Mittel aus dem „Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA)“, die ursprünglich für das größere Multifunktionsbad vorgesehen waren. Diese Mittel fließen nun in drei Schwimmbadprojekte, darunter auch Pankow. Damit gilt die Finanzierung für das Hallenbad als gesichert.
Die Berliner Bäder-Betriebe entwickelten gemeinsam mit dem Bezirk ein Grobkonzept. Darin legen sie den Standort des Neubaus fest und hinterlegen eine erste Kostenschätzung sowie ein Umsetzungskonzept. Der Aufsichtsrat der zuständigen Infrastrukturgesellschaft stimmte diesem Vorgehen im November 2025 zu. Im zweiten Halbjahr 2026 soll ein Detailkonzept folgen, das als Grundlage für die Ausschreibung dient.
Planung der Schwimmhalle an der Wolfshagener Straße: Änderungen im Bebauungsplan notwendig für die Umsetzung des Projekts
Entscheidend für den weiteren Verlauf bleibt der Bebauungsplan 3-80. Ohne den festgesetzten Bebauungsplan kann der Neubau nicht realisiert werden. Nach aktuellem Stand soll der Plan im zweiten Halbjahr 2026 öffentlich auslegen und voraussichtlich bis Ende des Jahres beschlossen werden. Erst danach können die Berliner Bäder-Betriebe mit dem Bau beginnen.
Parallel erarbeitet der Bezirk ein Mobilitätskonzept für das Umfeld. Dieses soll die Verkehrssicherheit erhöhen, den Durchgangsverkehr reduzieren und die Aufenthaltsqualität im Quartier verbessern. Die Maßnahmen greifen gestuft, also kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Besonders im Umfeld der Schulen sollen erste Schritte zeitnah folgen, sobald das Verfahren abgeschlossen ist.
Zeitplan für die Schwimmhalle in Pankow: Mögliche Eröffnung Mitte 2029
Ob das neue Hallenbad tatsächlich 2029 eröffnet, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Neben dem Fortschritt des Bebauungsplans spielen auch standortbezogene Anforderungen sowie die Verfügbarkeit von Planungs- und Bauunternehmen eine Rolle. Der Berliner Senat weist darauf hin, dass erst im Laufe des Jahres 2026 eine belastbare Zeitprognose vorgelegt werden könne.
Sollten die Verfahren ohne größere Verzögerungen verlaufen, halten die Berliner Bäder-Betriebe eine Inbetriebnahme möglicherweise Mitte 2029 für realistisch. Für den Bezirk Pankow wäre das nach 26 Jahren ein lang ersehnter Schritt in die richtige Richtung. Bis dahin bleibt das Gelände des ehemaligen Volksbads jedoch weiterhin eine Ruine.
Quellen: Abgeordnetenhaus BERLIN, lokalpioniere
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


