Am Halemweg in Charlottenburg-Nord entstehen derzeit mehrere neue Wohnprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während am Halemweg 33 genossenschaftlicher Wohnungsbau bereits fertiggestellt und politisch besucht wurde, wächst am Halemweg 17–19 ein generationsgerechtes Quartier sichtbar in die Höhe. Gemeinsam zeigen die Projekte, wie sich der Wohnungsbau im Berliner Norden weiterentwickelt.

Am Halemweg 33 wurde kürzlich ein genossenschaftlicher Wohnbau fertiggestellt mit 31 Wohnungen. Ein Konzept das auch in der Politik und beim Bürgermeister Kai Wegner auf große Zustimmung stößt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der Halemweg in Charlottenburg-Nord rückt zunehmend in den Fokus der Berliner Stadtentwicklung. Gleich zwei Wohnbauprojekte markieren dort wichtige Schritte zur Entlastung des Wohnungsmarktes.
Am Halemweg 33 wurden kürzlich neue genossenschaftliche Wohnungen besichtigt, während am Halemweg 17–19 derzeit ein größeres generationsgerechtes Quartier im Rohbau entsteht. Beide Vorhaben liegen unweit des Volkspark Jungfernheide.
Genossenschaftlicher Wohnungsbau an der Jungfernheide: 31 neue Wohnungen am Halemweg

Am Halemweg 33 baute die Charlottenburger Baugenossenschaft 15 Wohnungen und die Berliner Baugenossenschaft 16. Das Areal gehört beiden Genossenschaften. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Am 13. Januar 2026 informierte sich der Regierende Bürgermeister Kai Wegner gemeinsam mit Mitgliedern des Senats und des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf über das Projekt „Wohnen an der Jungfernheide“. Das Gemeinschaftsvorhaben der Charlottenburger Baugenossenschaft und der Berliner Baugenossenschaft ergänzt eine bestehende Wohnsiedlung um 31 barrierefreie und familienfreundliche Wohnungen.
Die Neubauten verfügen über nutzbare Gründächer, die unter anderem über das Landesprogramm „GrünDachPlus“ gefördert wurden. Vertreter beider Genossenschaften machten bei dem Termin deutlich, dass genossenschaftlicher Wohnungsbau weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten könne. Zugleich verwiesen sie darauf, dass steigende Baukosten und komplexe Rahmenbedingungen neue Projekte zunehmend erschweren.
Generationenwohnen am Halemweg 17–19: Rohbau für Seniorenquartier wächst

Am Halemweg 17-19 sind zum Teil schon die ersten Wohngebäude sichtbar, ein Gebäude befindet sich noch eingerüstet im Rohbau. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Nur wenige Hausnummern weiter entsteht am Halemweg 17–19 ein deutlich größeres Bauvorhaben. Dort wird ein Bestandsgebäude aus den 1960er-Jahren energetisch saniert und durch zwei Neubauten ergänzt. Nach der Grundsteinlegung im Sommer 2025 ist das Projekt inzwischen in die Rohbauphase eingetreten. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand bis 2027 vorgesehen.
Geplant ist ein Quartier für selbstbestimmtes Wohnen im Alter. Vorgesehen sind betreute Wohngemeinschaften, barrierefreie Seniorenwohnungen sowie ergänzende Nutzungen wie ein ambulanter Pflegedienst, Weiterbildungsangebote und Nahversorgung. Damit soll ein möglichst wohnortnahes Angebot für ältere Menschen entstehen, direkt am U-Bahnhof Halemweg.
Nachhaltige Bauweise und Klimaschutz am Halemweg in Charlottenburg-Nord

Ein Teil des generationengerechten Wohnblocks ist bereits weitgehend fertiggestellt, die Außenfassade ist schon deutlich erkennbar. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Beide Projekte setzen auf ökologische Standards. Am Halemweg 17–19 kommen unter anderem Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Regenwassernutzung zum Einsatz. Auch die Nachverdichtung spielt eine zentrale Rolle, um vorhandene Flächen effizient zu nutzen, ohne neue Versiegelung am Stadtrand zu erzeugen.
Der genossenschaftliche Neubau am Halemweg 33 verfolgt ebenfalls einen nachhaltigen Ansatz. Gründächer und kompakte Bauformen sollen das Mikroklima verbessern und langfristig Betriebskosten senken. Die Nähe zum Volkspark Jungfernheide bietet zudem zusätzliche Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Halemweg als Beispiel für vielfältigen und quartiersverträglichen Wohnungsbau

Insgesamt entstehen rund 6.900 Quadratmeter Nutzfläche. Herzstück des Vorhabens ist das Wohnangebot für ältere Menschen. Geplant sind fünf betreute Seniorenwohngemeinschaften mit einer Wohnfläche von rund 2.000 Quadratmetern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zusammengenommen zeigen die Projekte am Halemweg, wie unterschiedlich Wohnungsbau heute gedacht wird. Genossenschaftliche Modelle und generationsgerechte Konzepte ergänzen sich und reagieren auf verschiedene Bedarfe im Bezirk. Gleichzeitig machen die Vorhaben deutlich, dass Planung, Finanzierung und Genehmigung weiterhin anspruchsvoll bleiben.
Mit den Neubauten am Halemweg entsteht kein einzelnes Großquartier, sondern ein kleinteiliger Mix. Er könnte beispielhaft dafür stehen, wie innerstädtischer Wohnungsbau sozial, nachhaltig und quartiersverträglich weiterentwickelt werden kann.
Generationenwohnen
Genossenschaftliches Wohnen
Quellen: Charlottenburger Genossenschaft, Projekt Halemweg 17-19 Berlin GmbH, Berlinovo, Architektur Urbanistik Berlin, Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH
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Komisch, dass es mittlerweile massenweise Architekten zu geben scheint, denen Horizonte und Bezugshöhen in Fassaden dermaßen fremd geworden sind, dass man sich nur noch entgeistert an den Kopf fäßt. Kollegen von vor 100 Jahren würden in Ihren Gräbern rotieren, wenn sie das sehen könnten.