Die Hackeschen Höfe zählen zu den bekanntesten Gebäudeensembles in Berlin-Mitte. Rund 30 Jahre nach der letzten umfassenden Sanierung stehen nun erneut Bauarbeiten an Dach und Fassade an. Während der Maßnahmen kommt es zu Einschränkungen für Besucherinnen und Besucher.

Der von August Endell gestaltete Hof gilt als kunsthistorisch bedeutend und zeichnet sich durch seine aufwendig gestaltete Fassade aus. Diese wird derzeit instand gesetzt, nachdem die letzte umfassende Sanierung rund 30 Jahre zurückliegt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Direkt am Hackeschen Markt, am Rande des Scheunenviertels in Berlin-Mitte, liegt eine der bekanntesten und meistbesuchten Touristenattraktionen der Hauptstadt. Die Hackeschen Höfe bilden ein Ensemble aus acht miteinander verbundenen Höfen. Nun wird das denkmalgeschützte Ensemble erneut umfassend instand gesetzt. Die letzte große Sanierung erfolgte in den Jahren 1996 und 1997.
Auf rund 27.000 Quadratmetern vereinen die Höfe bis heute Gewerbe, Kultur und Wohnen. Etwa 40 Unternehmen nutzen die Flächen, während zusätzlich Kultureinrichtungen und Wohnungen integriert sind. Dadurch entsteht eine lebendige Mischung, die die Höfe zu einem der bekanntesten Gewerbestandorte der Stadt macht.
Entstehung der Hackeschen Höfe in Berlin-Mitte: Konzept zwischen Reformbewegung und Wirtschaftlichkeit
Zwischen 1905 und 1907 ließ der Architekt und Bauunternehmer Kurt Berndt die Anlage errichten. Ausgangspunkt war die Zusammenlegung mehrerer Grundstücke zwischen Rosenthaler Straße und Sophienstraße. Bereits 1906 eröffnete das Ensemble und galt zu diesem Zeitpunkt als größte Wohn- und Gewerbehof-Anlage Deutschlands. Das Konzept entstand in der Tradition der Lebensreform-Bewegung und setzte auf ein Nebeneinander verschiedener Nutzungen, um das wirtschaftliche Risiko zu streuen.
Besonders hervorzuheben ist der Erste Hof, den der Künstler und Architekt August Endell gestaltete. Dort befinden sich unter anderem die Neumann’schen Festsäle. Während der Hof selbst weitgehend erhalten geblieben ist, gingen viele der ursprünglichen Innenräume im Laufe der Zeit verloren. Die heutige Fassade zum Hackeschen Markt entstand zwar erst im Rahmen der Sanierung von 1997, orientiert sich jedoch eng am ursprünglichen Entwurf Berndts.

Ein Blick auf die besondere Fassade im 1. Hof der Hackeschen Höfe in Berlin-Mitte. / © Wikimedia Commons, Marek Śliwecki, CC BY-SA 4.0
Aktuelle Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles: Dach und Fassade im Fokus
Rund drei Jahrzehnte nach der letzten umfassenden Sanierung zeigen Dach und Fassade deutliche Abnutzungserscheinungen. Die aktuellen Arbeiten setzen deshalb zunächst bei der Dachsanierung an, greifen aber weiter aus als ursprünglich geplant.
Da das Eingangsgebäude ohnehin vollständig eingerüstet wird, nutzen die Verantwortlichen die Gelegenheit, weitere Bauteile zu überarbeiten. Konkret erhalten mehrere Pfeiler der historisierenden Fassade aus den 1990er-Jahren eine neue Verkleidung. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das vorübergehend Einschränkungen auf dem Gehweg sowie im Ersten Hof.
Bauliche Substanz der Hackeschen Höfe: Langfristiger Erhalt als Ziel der Instandsetzungsmaßnahme
Mit den kombinierten Maßnahmen sichert die PentaNex GmbH nicht nur die bauliche Substanz des Ensembles, sondern entwickelt zugleich sein äußeres Erscheinungsbild weiter.
Die gestalterische Aufwertung der Fassadenelemente fügt sich dabei in den denkmalpflegerischen Rahmen ein, den die Hackeschen Höfe seit ihrer Unterschutzstellung im Jahr 1977 vorgeben. Ziel bleibt der langfristige Erhalt der Anlage in ihrem städtebaulichen Kontext.
Quellen: PentaNex GmbH
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Was für Abnutzungserscheinungen erleidet die Fassade eines Gebäudes eigentlich nach nur 30 Jahren? Mein Wohngebäude wurde zwei Jahre später neu fassadiert, was für schreckliche Dinge erwarten mich jetzt. Es ist noch nicht mal einen Kilometer entfernt, also die gleichen Umweltbedingungen. Naja gut hektisches Baugeschehen wirds nicht sein. Hab ich dort noch nie bemerkt.