Am früheren Gaswerk Köpenick sollen eine Bibliothek und soziale Angebote entstehen. Doch die Sanierung der historischen Gebäude braucht noch Zeit.

Der Gebäudebestand des ehemaligen Gaswerks Köpenick zeigt noch deutlich Spuren seiner unterschiedlichen Nutzungen. Langfristig sollen hier neue öffentliche Angebote entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Das ehemalige Gaswerk am Stellingdamm gehört zu den auffälligsten historischen Anlagen rund um den Bahnhof Köpenick. Ein Teil des Geländes verändert sich bereits deutlich. Neben den alten Backsteinbauten ist die neue Grundschule am Märchenviertel fertig, außerdem wurde ein erstes Denkmal saniert. Doch für den südlichen Teil des Gaswerks beginnt die eigentliche Umgestaltung erst noch.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Stellingdamm 15–15A, 12555 Berlin
- Geplante Nutzungen: Bibliothek, Kiezclub, Volkshochschule, Beratungsräume und weitere soziale Angebote
- Projektstatus: Planung und Vorbereitung
- Baubeginn: 2028
- Fertigstellung: schrittweise bis 2030
Das Gaswerk ist dabei kein einzelnes Projekt am Rand der großen Köpenicker Planungen. Das Gelände gehört zum Entwicklungsbereich „Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick“. Der Bebauungsplan 9-80 schafft hier die Grundlage für einen Standort mit Schule sowie kulturellen und sozialen Einrichtungen. Das Land Berlin hatte Flächen des früheren Recyclinghofs bereits 2019 erworben, um das Areal neu zu ordnen.

Auf dem Gaswerkgelände treffen unterschiedliche Entwicklungsphasen aufeinander. Während historische Gebäude noch auf ihre Sanierung warten, laufen am benachbarten Uhren- und Reglerhaus bereits Arbeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Gaswerk Köpenick: Öffentliche Räume für Güterbahnhof-Quartier
Die Geschichte des Standorts reicht weit zurück. 1889 nahm an der damaligen Dahlwitzer Straße die erste private Gasanstalt Köpenicks ihren Betrieb auf. Die heute geschützten Bauten stammen vor allem aus der Zeit um 1900. Zur Denkmalanlage gehören unter anderem Verwaltungsbauten, Kohleschuppen, Ofenhaus, Uhren- und Reglerhaus, Kesselhaus und ein früheres Wohnhaus.
Nach dem Ende der Gasproduktion erhielt das Areal immer wieder neue Aufgaben. Teile dienten unter anderem der Straßenreinigung, Müllabfuhr und später als Recyclinghof. Danach folgten gewerbliche Nutzungen, darunter Werkstätten, Lager, Gastronomie und Veranstaltungsräume. Dabei entstanden laut Bebauungsplan auch Veränderungen und Schäden an der historischen Bausubstanz. Hinzu kommen Belastungen von Boden und Grundwasser aus früheren Nutzungsphasen.

Die historischen Backsteinbauten des ehemaligen Gaswerks Köpenick am Stellingdamm sollen künftig neue öffentliche Nutzungen aufnehmen. Das Areal gehört zum Entwicklungsgebiet Güterbahnhof Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bibliothek und Kiezclub: Gaswerk Köpenick vor Umnutzung
Für den historischen Kern verfolgt Berlin inzwischen ein neues Konzept. In den alten Gebäuden soll ein Quartierstreffpunkt entstehen. Nach dem aktuellen Planungsstand sind dort eine Bibliothek, ein Kiezclub, Räume der Volkshochschule und voraussichtlich Beratungsangebote vorgesehen. Die bestehenden Denkmale sollen dafür erhalten und denkmalgerecht saniert werden.
Allerdings dürfte es noch dauern, bis Bibliothek und Co. tatsächlich einziehen können. In den Unterlagen des Gebietsbeirats hieß es, dass die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude des alten Gaswerks nicht vor 2028 beginnen soll. Aktuelle Unterlagen zum Doppelhaushalt 2026/27 sehen die Sanierung der Denkmale für soziale und kulturelle Einrichtungen schrittweise bis 2030 und darüber hinaus vor. Für diesen Teil der Entwicklungsmaßnahme nennt die Unterlage rund elf Millionen Euro aus Mitteln der Senatsverwaltung sowie weitere Finanzierungsanteile des Bezirks.

Mehrere denkmalgeschützte Gebäude prägen das ehemalige Gaswerk Köpenick. Für Teile des Ensembles sind künftig soziale, kulturelle und Bildungsangebote vorgesehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Erste Gaswerk-Gebäude für Güterbahnhof-Quartier bereits saniert
Dass die Umnutzung grundsätzlich begonnen hat, zeigt ein Gebäude am Rand des Ensembles. Das frühere Wohnhaus der Unternehmerfamilie Budde wurde nach längerem Leerstand denkmalgerecht instandgesetzt. Die historische Außenansicht wurde wiederhergestellt, im Inneren entstanden moderne Büro- und Besprechungsräume. Ein neuer verglaster Aufzug erschließt zudem mehrere Ebenen barrierefrei.
Seit September 2025 dient das Gebäude am Stellingdamm 15B als Vor-Ort-Büro für die Entwicklungsmaßnahme. Dort arbeiten das Projektteam und Teile des Bezirksamts, außerdem finden Bürgersprechstunden und Sitzungen des Gebietsbeirats statt. Damit ist bereits ein Teil des früher abgeschlossenen Gewerbestandorts öffentlich zugänglich.

Am Uhren- und Reglerhaus des ehemaligen Gaswerks Köpenick laufen die Sanierungsarbeiten. Das denkmalgeschützte Gebäude wird künftig Teil der Grundschule am Märchenviertel. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Grundschule am Märchenviertel als erster Schritt der Quartiersentwicklung
Direkt daneben ist die Entwicklung schon deutlich weiter. Die Grundschule am Märchenviertel wurde im Juli 2026 baulich übergeben und startet zum Schuljahr 2026/27. Sie bietet langfristig Platz für 432 Kinder. Auch das historische Uhren- und Reglerhaus gehört zum Schulkonzept: Es soll denkmalgerecht saniert und künftig für die Schulbibliothek sowie ein Elterncafé genutzt werden.
Ehemaliges Gaswerk Köpenick
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Gebietsbeirat Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick, Landesdenkmalamt Berlin, Bezirksamt Treptow-Köpenick
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Das alte Fabrikantenhaus,Stellingdamm 15b, übrigens hervorragend und aufwendig restauriert, ist auch seit dem 15.09.25 immer noch nicht in Betrieb.