Die Entwicklung des neuen Stadtquartiers am ehemaligen Güterbahnhof Köpenick erhält rechtliche Planungssicherheit. Das bestätigte nun das Oberverwaltungsgericht. Seit Ende 2025 können Nachbarschaft und Initiativen zudem eigene Projektideen für das Quartier einbringen.

Luftansicht eines Modells vom neuen Stadtquartier am ehemaligen Güterbahnhof Köpenick

Ober- und unterhalb der Bahntrasse soll in Köpenick in den kommenden Jahren eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte im Berliner Südosten realisiert werden. Rund 1.800 neue Wohnungen sollen auf dem Gebiet des ehemaligen Güterbahnhofs entstehen. / © Visualisierung: ADEPT & Karres en Brands mit PGT Umwelt und Verkehr

© Titelbild: ADEPT u. Karres en Brands

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Die Entwicklung des neuen Stadtquartiers auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Köpenick kann weiter voranschreiten. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte die Rechtmäßigkeit der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für das Areal. Mehrere Normenkontrollanträge von Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern wurden damit zurückgewiesen.

Planungsrecht für Quartier am ehemaligen Güterbahnhof Köpenick bleibt bestehen

Das Gericht stellte fest, dass die zugrunde liegende Verordnung den Anforderungen des Baugesetzbuchs entspricht. Die Abwägung der öffentlichen und privaten Interessen sei zum Zeitpunkt der Beschlussfassung rechtmäßig gewesen. Für die Berliner Stadtentwicklung bedeutet das Urteil einen wichtigen Schritt, da damit die planungsrechtliche Grundlage für das Projekt gefestigt ist.

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Nach Einschätzung von Christian Gaebler schafft die Entscheidung vor allem Sicherheit für die weitere Umsetzung. Auf dem Areal im Bezirk Treptow-Köpenick soll eines von insgesamt 24 neuen Stadtquartieren der Hauptstadt entstehen.

„Ein neues Zuhause für mehr als 3.600 Berlinerinnen und Berliner“: Quartier mit Wohnungen, Schulen und Infrastruktur geplant

Auf dem Gelände des Güterbahnhof Köpenick sind rund 1.800 Wohneinheiten geplant. Etwa 40 Prozent davon sollen mietpreis- und belegungsgebunden vergeben werden und damit Haushalten mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung stehen. Ergänzt wird das Quartier durch zwei Schulstandorte sowie gewerbliche und soziale Einrichtungen.

Neben Wohnungsbau und Infrastruktur steht auch die ökologische Ausrichtung im Fokus. Das Quartier soll nach Möglichkeit klimaneutral funktionieren und durch ein Netz aus Rad- und Fußwegen geprägt sein. Sharing-Angebote sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sollen den motorisierten Individualverkehr reduzieren.

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Bürgerbeteiligung und Gebietsfonds gestartet – Vorstellung der Projekte im April 2026

Seit Ende Dezember 2025 können Nachbarschaft, Initiativen und lokale Akteure eigene Projektideen für das neue Quartier einbringen. Für 2026 stellt der Gebietsfonds der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme insgesamt 20.000 Euro zur Verfügung, die in gemeinwohlorientierte und nachbarschaftliche Projekte fließen sollen.

Die maximale Fördersumme pro Projekt beträgt 5.000 Euro. Antragstellende können Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Gewerbetreibende oder Immobilieneigentümer sein. Die ausgewählten Vorhaben sollen Identifikation und Vernetzung im Quartier fördern sowie nachhaltige Impulse setzen. Eine Vorstellung der Projekte vor dem Gebietsbeirat ist für April 2026 geplant.

Güterbahnhof Köpenick: Baustart im Quartier soll ab 2030 erfolgen

Ein zentrales Element der verkehrlichen Planung bleibt die Ostumfahrung Bahnhofstraße. Die neue Trasse soll das Subzentrum Köpenick entlasten und langfristig den Verkehr in der Bahnhofstraße reduzieren. Laut Medienberichten ist der Baubeginn für 2029 vorgesehen.

Der großflächige Baustart im Quartier selbst wird für die 2030er Jahre erwartet. Dann sollen südlich des Brandenburgplatzes die ersten Wohnungsbauvorhaben beginnen. Insgesamt verbindet das Projekt Stadtentwicklung, Infrastrukturplanung und Beteiligungsformate und markiert damit einen langfristig angelegten Transformationsprozess im Berliner Südosten.

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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2 Kommentare

  1. Menge 27. Februar 2026 at 09:43 - Reply

    Wird im Rahmen der Infrastruktur auch für die notwendigen Arztpraxen gesorgt?
    Das ist jetzt schon schwierig

  2. Baade 28. Februar 2026 at 14:34 - Reply

    Verkehrserschließung schon jetzt unterirdisch und Köpenick zum Regionalbahnhof, obwohl Bf.Ostkreuz 4 Stationen entfernt. Als Studenten Entwurf wäre das schon nicht akzeptabel, aber hoch bezahlte Senats- und Bezirksmitarbeiter die mit aller Kraft abholzen um amm „Thema“ der Schwammstadt arbeiten. Und jetzt noch 480 Mitarbeiter für die zu planenden Bäume
    Keine Ideen mal den Westhafen mit anderen Struktuten zu besiedeln. Rückhaltebecken werden bepflanzt … wenlche Idee oder … steckt dahinter ?

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