Auf dem ehemaligen Güterbahnhof Köpenick soll in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mit rund 1.800 Wohnungen entstehen. Eine Änderung des Eisenbahngesetzes hat nun die rechtliche Grundlage dafür geschaffen, nachdem das Projekt zuvor durch eine fehlende Flächenfreistellung ins Stocken geraten war.

Luftaufnahme mit markierter Projektfläche des künftigen Stadtquartiers am ehemaligen Güterbahnhof Köpenick. Die Lage zwischen Zentrum, Wald und Bahnlinien bietet ideale Voraussetzungen für die geplante Entwicklung. / © Foto: Dirk Laubner
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© Foto Titelbild: ADEPT u. Karres en Brands
Im Juni 2025 hat der Bundestag eine Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes beschlossen. Diese Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf das geplante Stadtquartier auf dem alten Güterbahnhof in Köpenick. Bisher hatte das Eisenbahnbundesamt die Freigabe eines Teils der Fläche verweigert, da das sogenannte überragende öffentliche Interesse am Bahnbetrieb weiterhin bestand.
Mit der Neuregelung gilt für Köpenick nun eine Übergangsregelung. Dadurch greift wieder die frühere Rechtslage, die bereits 2021 Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Land Berlin und der Deutschen Bahn war. Auf dieser Basis kann die Stadt nun mit den konkreten Schritten zur Entwicklung des Geländes beginnen.
Großprojekt im Berliner Südosten: 1.800 Wohnungen, Schulen und Freiräume geplant
Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs bietet ausreichend Platz für ein gemischtes Quartier. Die Planungen sehen rund 1.800 neue Wohnungen vor, ergänzt durch zwei Schulstandorte, soziale Einrichtungen sowie Flächen für Kultur, Freizeit und Nahversorgung.
Darüber hinaus entsteht ein Stadtteilpark, der vorhandene Grünräume aufgreift und neue Verbindungen in die angrenzenden Quartiere schaffen soll. Weil sich das Gelände in unmittelbarer Nähe zu mehreren S-Bahnhöfen und zur Köpenicker Altstadt befindet, eignet sich der Standort in besonderer Weise für eine dichte, aber zugleich durchgrünte Bebauung.
Rahmenplan für das Projekt legt städtebauliche Leitlinien fest: Entwicklungen am ehemaligen Bahnhof folgen klarer Struktur
Bereits im März 2025 hat der Berliner Senat einen städtebaulich-freiräumlichen Rahmenplan für das Gebiet beschlossen. Zuvor hatten acht Planungsteams im Rahmen eines Werkstattverfahrens zwischen 2022 und 2023 gemeinsam mit der Stadtverwaltung und der Öffentlichkeit an Entwürfen gearbeitet.
Der Rahmenplan definiert das Grundgerüst der Bebauung. Er zeigt, wo öffentliche Räume entstehen sollen, wie Straßen verlaufen und wo sich Wohn- und Gewerbeflächen befinden. Zudem bildet er die Grundlage für spätere Bebauungspläne, die in einzelnen Abschnitten erstellt werden.
Geschichte trifft Zukunft: Bahnareal in Köpenick wird zum neuen Wohnstandort umgenutzt
Der ehemalige Güterbahnhof hat eine lange industrielle Vergangenheit. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts entstand hier eine zentrale Umschlagstelle, die über Jahrzehnte von Industrieunternehmen genutzt wurde. Seit den 1990er Jahren liegt das Areal allerdings brach.
Inzwischen hat sich auf Teilen der Fläche ein artenreicher Naturraum entwickelt, der bei der künftigen Bebauung erhalten oder in neue Grünflächen überführt werden soll. Auch denkmalgeschützte Gebäude wie das ehemalige Gaswerk an der Dahlwitzer Straße werden erhalten und behutsam in das neue Quartier integriert.
Beteiligung der Anwohner und Anwohnerinne soll Qualität sichern: Stadt und Nachbarschaft planen gemeinsam
Von Beginn an hat die Stadtverwaltung auf die Einbindung der Öffentlichkeit gesetzt. Die Ideen aus der Nachbarschaft sowie die Anregungen aus dem Werkstattverfahren sind in die Planung eingeflossen. Auch im weiteren Prozess soll die Beteiligung eine zentrale Rolle spielen.
Darüber hinaus strebt die Stadt an, die bestehende Trennung durch die Bahngleise zu überwinden. Neue Wege und Querungen sollen das neue Quartier mit der Umgebung verbinden und dadurch bestehende Barrieren abbauen. So soll ein Stadtteil entstehen, der Alt und Neu zusammenführt.

Luftbildaufnahme des heutigen Geländes des ehemaligen Güterbahnhofs Köpenick. Die große Brachfläche soll bald zu einem urbanen Stadtquartier entwickelt werden. / © Foto: Dirk Laubner

Zukünftiger Zustand des Stadtquartiers aus der Vogelperspektive: Die Planung sieht vielfältige Nutzungen, durchgrünte Innenhöfe und öffentliche Plätze vor. / © ADEPT u. Karres en Brands, Luftbild: Dirk Laubner

Rahmenplan der Gebietsentwicklung mit einer detaillierten Darstellung von Grünflächen, Quartiersstraßen und künftiger Bebauung. / © ADEPT u. Karres en Brands, PGT Umwelt u. Verkehr

Städtebauliche Funktionskarte: Die Flächenverteilung für Wohnen, Bildung, Gewerbe und Freiräume bildet die Grundlage der weiteren Planung. / © ADEPT u. Karres en Brands, PGT Umwelt u. Verkehr

Visualisierung eines begrünten Quartiersparks mit Wohngebäuden im Hintergrund. Das neue Stadtquartier soll klimaneutral und sozial durchmischt entstehen. / © Visualisierung: ADEPT u. Karres en Brands
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Karres en Brands, ADEPT, Tagesspiegel
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