Im Berliner Wedding hat das Paul Gerhardt Stift am 14. Januar den Grundstein für 116 neue Wohnungen gelegt. Der Baustart fällt in ein besonderes Jahr: 2026 begeht die Stiftung ihr 150-jähriges Jubiläum. Zugleich kündigt sich ein schnellerer Baufortschritt an, die Fertigstellung soll bereits Ende 2027 erfolgen.

Am 14. Januar wurde in der Barfusstraße 4-6 die Grundsteinlegung für 116 Wohnungen gefeiert. Anwesend waren unter anderem der Baustadtrat, Ephraim Gothe und der Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler. Der Neubau entsteht angrenzend zur viel befahrenen Müllerstraße im Wedding. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: tafkaoo architects
Mit einer feierlichen Grundsteinlegung hat das Paul Gerhardt Stift den Startschuss für ein zentrales Neubauvorhaben gegeben. Auf dem Gelände an der Barfusstraße im Wedding entstehen 116 Wohnungen, davon 100 mit Mietpreis- und Belegungsbindung. Der Termin markiert zugleich den Auftakt ins Jubiläumsjahr. Das Stift feiert 2026 sein 150-jähriges Bestehen.
Begleitet wurde die Veranstaltung von musikalischen Beiträgen einer „Brass Band“ der UdK Berlin. Pfarrer Martin von Essen moderierte die Zeremonie. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Bezirk nahmen ebenfalls teil und würdigten die Bedeutung des Projekts für den Stadtteil. Derzeit ist auf dem Baufeld noch nicht viel zu sehen, die Tiefbauarbeiten laufen noch und bis der Rohbau sichtbar wird, kann es noch ein paar Wochen bis Monate dauern.
Sieben Jahre Planung bis zum Baustart: Denkmalauflagen, Abriss und neue Bauphase an der Barfusstraße

So sollen die neuen Wohnungen and er Barfusstraße 4-6 einmal aussehen. Für die neuen Gebäude sind Fassaden- und Dachbegrünung vorgesehen. / © Visualisierung: tafkaoo architects
Der Weg bis zur Grundsteinlegung war lang. Nach Angaben des Stifts gingen der Bauentscheidung rund sieben Jahre Vorbereitung voraus. Allein die denkmalpflegerischen Anforderungen hätten die Planungsphase um mehrere Jahre verlängert. Hinzu kamen zahlreiche bauordnungsrechtliche Vorgaben, die eine schnelle Umsetzung erschwerten.
Ermöglicht wurde der Baustart schließlich durch die Unterstützung des Landes Berlin. Die Planungen verantwortete das Architekturbüro tafkaoo. Vor Beginn der Hochbauarbeiten mussten Bestandsgebäude, das sogenannet „Haus J“ abgerissen und umfangreiche Tiefbauarbeiten durchgeführt werden. Als Generalunternehmer ist domoplan für die Umsetzung zuständig, die Finanzierung erfolgt über die IBB.
116 Wohnungen im Wedding: Sozialer Neubau mit früherer Fertigstellung geplant

Der Neubau entsteht in direkter Nähe zur viel frequentierten Müllerstraße und ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. / © Visualisierung: tafkaoo architects
Geplant sind Wohnungen mit ein bis vier Zimmern in zentraler Lage des Weddings. Der Neubau umfasst zudem drei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss, 76 Kfz-Stellplätze sowie 184 Fahrradstellplätze. Der Schwerpunkt liegt klar auf bezahlbarem Wohnraum: 100 der 116 Wohnungen sind für Haushalte mit Wohnberechtigungsschein vorgesehen.
Nach aktuellem Stand soll der Bau bereits Ende 2027 abgeschlossen sein, früher als ursprünglich vorgesehen. Die Vergabe der Wohnungen ist für den Sommer 2027 geplant und soll über ein Quartiersmanagement erfolgen. Damit rückt der Einzug zeitlich näher als zunächst erwartet.
Politische Rückendeckung für das Projekt: Land und Bezirk unterstützen sozialen Wohnungsbau im Wedding

Bei der Grundsteinlegung waren unter anderem der Architekt Otto Höller, Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler, Baustadtrat Ephraim Gothe, Martin Matz (Kuratoriumsvorsitzender) und Weitere am Bau Beteiligte Personen anwesend. / © Foto: Paul Gerhardt Stift
Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler hob hervor, dass kirchliche Träger einen wichtigen Beitrag zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums leisten. Mit dem Projekt werde gezeigt, dass sozial orientierter Wohnungsbau wirtschaftlich umsetzbar sei. Das Land Berlin unterstütze dies über die Wohnungsbauförderung.
Auch Baustadtrat Ephraim Gothe verwies auf den hohen Entwicklungsdruck entlang der Müllerstraße. Gerade vor dem Hintergrund sozialer Notlagen sei das Engagement des Stifts ein wichtiger Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes im Wedding.
150 Jahre Paul Gerhardt Stift: Neubau ergänzt gewachsene soziale Infrastruktur im Wedding
Das Paul Gerhardt Stift ist seit dem späten 19. Jahrhundert im Wedding verankert. Auf dem Gelände betreibt die Stiftung bereits eine Kita, ein Seniorenzentrum, ein Stadtteilzentrum sowie weitere soziale Einrichtungen. Der Neubau fügt sich in diese Strukturen ein und ergänzt sie um dringend benötigten Wohnraum.
Mit der Grundsteinlegung verbindet das Stift Vergangenheit und Zukunft. Das Jubiläumsjahr wird so nicht nur zum Rückblick, sondern auch zum sichtbaren Aufbruch, mit einem Projekt, das soziale Verantwortung und städtebauliche Entwicklung im Wedding zusammenführt.
Quellen: Bezirksamt Mitte, Paul Gerhardt Stift
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