Am Wilhelmsruher Damm im Märkischen Viertel wurde der Grundstein für ein neues Wohn- und Geschäftsgebäude gelegt. Bis 2028 entstehen dort 176 Wohnungen, davon rund 90 Prozent gefördert. Das Projekt gilt als anspruchsvolle Nachverdichtung im Bestand.

Das 3.048 Quadratmeter große Grundstück ist derzeit noch mit einem Flachbau aus den 1960er-Jahren bebaut, der abgerissen werden muss. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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© Visualisierung: LS Architekten / TREUCON
Am Wilhelmsruher Damm 150 im Märkischen Viertel ist am 20. Februar 2026 der Grundstein für ein neues Wohn- und Geschäftsgebäude gelegt worden. Mit dem 17-geschossigen Solitärgebäude entsteht hier ein Ort, der vor allem dem sozialen Zusammenleben im Quartier zugutekommen soll.
Rund 90 Prozent der insgesamt 176 Wohnungen werden als geförderter Wohnraum vergeben, mit Nettokaltmieten ab 7,00 Euro pro Quadratmeter und Vergabe an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein. Ergänzt wird das Gebäude durch rund 1.900 Quadratmeter Gewerbefläche in den unteren Etagen. Bauherrin ist die landeseigene GESOBAU AG, die das Projekt gemeinsam mit der TREUCON Gruppe Berlin und der Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH realisiert.
Geförderter Wohnraum mit politischer Rückendeckung: Barrierefrei, bezahlbar und quartiersnah

Bei der Grundsteinlegung versammelten sich Thomas Doll (Geschäftsführer der TREUCON-Gruppe), Emine Demirbüken-Wegner (Bezirksbürgermeisterin Reinickendorf), Christian Gaebler (Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen), Christian Wilkens (Vorstandsmitglied der GESOBAU AG) sowie Marcus Becker (Geschäftsführer der Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH). / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Alle 176 Wohnungen sind barrierefrei erreichbar und verfügen über eigene Balkone, ein Qualitätsmerkmal, das gerade im geförderten Wohnungsbau nicht selbstverständlich ist. Ermöglicht wird das Vorhaben durch die Wohnraumförderung des Landes Berlin, die bezahlbares Wohnen auch in Zeiten steigender Baukosten möglich macht. Zudem sind in den Erdgeschosszonen Gewerbeeinheiten vorgesehen, die flexibel genutzt werden können. Dabei sind ausdrücklich auch soziale Angebote, die dem Quartier unmittelbar zugutekommen gewünscht.
Dass dem Projekt politisch hohe Bedeutung beigemessen wird, zeigt sich bei der Grundsteinlegung deutlich. Der Berliner Senator für Stadtentwicklung, Christian Gaebler, würdigt das Vorhaben als wichtigen Beitrag zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums in der Stadt. Auch Reinickendorfs Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner hebt den besonderen Stellenwert hervor, welches das Projekt für die Entwicklung des Märkischen Viertels und seiner Bewohnerinnen und Bewohner har.
Vom Postbank-Standort zum Hochhaus: Herausforderungen und Architektur am Wilhelmsruher Damm

Visualisierung des Neubaus, der ab Anfang 2026 am Wilhelmsruher Damm 150 in Reinickendorf entstehen soll. / © Visualisierung: LS Architekten / TREUCON
Das Baugrundstück umfasst lediglich rund 3.048 Quadratmeter. Zuvor befand sich dort eine Postbank-Filiale aus den 1960er-Jahren, die zurückgebaut wurde. Nach Angaben der Projektbeteiligten habe sich der bisherige Nutzer, dem Vorhaben des sozialen Wohnungsbaus nicht entgegengestellt und sei an einen nahegelegenen Standort gezogen.
Der Entwurf stammt vom Berliner Architekten Lukasz Siubiak (Architekturbüro LS). Das Gebäude integriert zudem ein bestehendes Brückenbauwerk, das den Wilhelmsruher Damm überspannt. Diese bauliche Einbindung sowie die Baustellenlogistik gelten als besondere Herausforderungen des Projekts.
GESOBAU und TREUCON: 30 Jahre Partnerschaft und ein neues Hochhaus im Märkischen Viertel
Für Thomas Doll von der TREUCON Gruppe hat das Projekt eine besondere persönliche Bedeutung. Vor rund 30 Jahren arbeitete er erstmals mit der GESOBAU zusammen — damals am Hamburger Platz. Nun schließt sich gewissermaßen ein Kreis. Vor etwa fünf Jahren erwarb TREUCON das Grundstück am Wilhelmsruher Damm und die Idee eines markanten Solitärhochhauses nahm Form an. Der Bauantrag wurde bewilligt, wobei die gedeckelten Mieten im geförderten Wohnungsbau auch die architektonische Planung maßgeblich beeinflusst haben, denn Gestaltung und Wirtschaftlichkeit mussten in Einklang gebracht werden.
Auch GESOBAU-Vorstand Christian Wilkens sprach von einer verlässlichen Partnerschaft. Mit dem Neubau wird die bestehende Hochhausstruktur am Wilhelmsruher Damm ergänzt. Das Märkische Viertel erhält zusätzlichen geförderten Wohnraum sowie neue Gewerbeflächen. Zugleich zeigt das Projekt, wie Nachverdichtung im Bestand unter engen räumlichen Bedingungen umgesetzt werden kann.
Quellen: GESOBAU AG, TREUCON Gruppe
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