In Hamburg-Marienthal entsteht das „Morellenquartier“ mit 90 geförderten Wohnungen. Der Grundstein markiert den Start der Umsetzung für ein Pilotprojekt nach Hamburg-Standard mit Fokus auf Tempo, reduzierte Baukosten und bezahlbaren Wohnraum.

In Hamburg-Marienthal wurde der Grundstein für das „Morellenquartier“ gelegt, in dem 90 geförderte Wohnungen nach Hamburg-Standard entstehen. / © Foto: HANSA Baugenossenschaft / Robert Schloßnickel
© Titelbild: LRW Architektur & Stadtplannug
In Hamburg-Marienthal hat die HANSA Baugenossenschaft den Grundstein für das „Morellenquartier“ gelegt. An der Schimmelmannstraße entstehen sechs neue Wohngebäude mit 90 geförderten Wohnungen. Das Projekt zählt zu den ersten genossenschaftlichen Pilotvorhaben nach dem Hamburg-Standard.
- Bezirk: Wandsbek
- Adresse: Schimmelmannstraße
- Wohnungen: 90 geförderte Mietwohnungen
- Gebäude: sechs Neubauten
- Geplante Fertigstellung: März 2027
Die Grundsteinlegung für das „Morellenquartier“ fand am 8. Juni 2026 statt. Beteiligt waren unter anderem Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein, die HANSA-Vorstände Dirk Hinzpeter und Carsten Weißgerber, Stefan Wulff von OTTO WULFF sowie Kilian Jonak von LRW Architektur. Mit dem Projekt ersetzt die Genossenschaft 40 ältere Wohnungen durch 90 moderne Mietwohnungen. Dadurch wächst das Angebot an bezahlbarem Wohnraum an gleicher Stelle deutlich.
Das Vorhaben gehört zur umfassenden Quartiersentwicklung in Hamburg-Marienthal. Die Wohnungen entstehen nicht als frei finanziertes Projekt, sondern gefördert und damit langfristig sozialverträglich. Die HANSA Baugenossenschaft verbindet damit Neubau, Klimaschutz und Bestandserneuerung. Die Genossenschaft zählt nach eigenen Angaben rund 14.000 Mitglieder und mehr als 10.000 Wohnungen in Hamburg.
Mehr Tempo durch Hamburg-Standard im „Morellenquartier“
Das „Morellenquartier“ nutzt den Hamburg-Standard als Kosten- und Tempo-Instrument. Das Projekt verzichtet auf teure Bauteile wie Keller und Tiefgaragen. Auch Aufzüge werden nur teilweise eingebaut. Aufgeständerte Balkone und klare Grundrisse sollen die Umsetzung zusätzlich vereinfachen. Ziel ist, Baukosten zu senken, ohne die Alltagstauglichkeit der Wohnungen zu schwächen.
Ein zentraler Punkt ist das frühe Vergabeverfahren. Die Ausschreibung startete bereits auf Basis eines frühen Entwurfs. Dadurch konnten LRW und OTTO WULFF früh technische und wirtschaftliche Lösungen einbringen. Bewertet wurden nicht nur Preis und Bauzeit, sondern auch CO₂-Werte der Konstruktion. Die Baukosten sollen unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen. Zudem wurde ein Zielwert von maximal 9,9 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter und Jahr genannt.
„Morellenquartier“ setzt auf Reduktion statt Zusatztechnik
Die Planung folgt dem Gebäudetyp E. Damit rückt das Wesentliche in den Mittelpunkt: einfache Konstruktionen, langlebige Materialien, weniger Haustechnik und wiederholbare Planungsschritte. Die serielle Bauweise soll Abläufe berechenbarer machen und Bauzeit sparen. Gleichzeitig berücksichtigt das Projekt die CO₂-Bilanz über den Lebenszyklus der Gebäude.
Senatorin Karen Pein hob bei der Grundsteinlegung hervor, dass das „Morellenquartier“ zeige, wie Genossenschaften, Planende, Bauwirtschaft und öffentliche Förderung gemeinsam schneller bezahlbaren Wohnraum schaffen könnten. HANSA-Vorstand Dirk Hinzpeter ordnete das Projekt als Beispiel dafür ein, wie bezahlbares Wohnen, Qualität und ökologische Anforderungen zusammen funktionieren können.
„Morellenquartier“
Quelle: HANSA Baugenossenschaft
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