In Friedrichshain soll der Neubau für eine zweizügige Grundschule entstehen. Dieser soll auf einer Freifläche unweit des Ostbahnhofs realisiert werden. Nachdem das Areal jahrzehntelang brach gelegen hatte, wird nun gebaut. Neben dem Schulbau soll ein gemischtes Quartier mit Gewerbe- und Büroflächen entstehen, auch der Bau von Wohnungen ist angedacht.

Auf einem 5.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Andreasstraße in Friedrichshain, direkt am historischen Julius-Pintsch-Gebäude, soll eine neue Grundschule errichtet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN
Text und Fotos: Björn Leffler
In Friedrichshain gibt es kaum noch großformatige Flächen, die für den Bau von Schulen, Sportanlagen oder öffentlichen Einrichtungen genutzt werden können. Der Bezirk sieht jedoch aufgrund der anhaltenden Verdichtung und des starken Zuzugs einen dringenden Bedarf für den Bau einer neuen Grundschule.
Nach Einschätzung des Bezirksschulbeirates sowie des Bezirkselternausschusses fehlen in Friedrichshain bis 2026 rund 1.000 Schulplätze. So soll die geplante, zweizügige Grundschule nach Wunsch des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg auf einer seit Jahrzehnten brach liegenden Freifläche zwischen Andreasstraße, Krautstraße und Lange Straße entstehen.
Seit 2019 gibt es Pläne für einen Bildungsstandort an der Langen Straße
Die Fläche befindet sich direkt hinter dem Julius-Pintsch-Gebäude, welches in den vergangenen Jahren aufwendig saniert und modernisiert wurde. Um die Realisierung des Projekts gibt es seit Jahren Diskussionen. Die Pläne, auf dem Gelände eine Grundschule zu errichten, gehen bereits auf das Jahr 2019 zurück.
Damals untersagte der Bezirk dem privaten Investor die Entwicklung des Geländes als reines Gewerbe- und Bürogebiet und wollte auf der gesamten Fläche ein Bildungs- und Sportareal realisieren. Der Bebauungsplan wurde entsprechend angepasst, der Bezirk will das Schulprojekt also auf einem Grundstücke realisieren, welches nicht in Landesbesitz ist.
Der Berliner Senat scheute bislang die hohen Kosten des Schulprojekts
Somit ist das Bauvorhaben ein ausgesprochen zähes Projekt. Das Land Berlin scheute das Projekt Schulbau auf dem Gelände bislang, und zwar aus Kostengründen. Denn das Projekt ist durch die vorherrschenden Eigentumsverhältnisse in seiner Grundkonzeption ungewöhnlich. Geplant ist, dass die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE Schule und Grundstücksanteil für einen zweistelligen Millionenbetrag kauft und an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vermietet.
Dieses Konstrukt jedoch macht jeden Schulplatz doppelt so teuer als üblicherweise. Daher hatte das Land Berlin lange auf einen möglichen Alternativ-Standort auf dem Gelände des SEZ an der Landsberger Allee gesetzt. Da sich dort die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Land Berlin und dem Noch-Grundstückseigentümer aber weiter hinziehen, sind diese Pläne offenbar verworfen worden.
Friedrichshain: Neue Grundschule am Standort Andreasstraße / Lange Straße
Nun soll die Schule also an der Andreasstraße entstehen, wie aus dem vom Bezirk angepassten Bebauungsplan hervorgeht. Das riesige Areal wird aber nicht allein für den Schulbau verwendet, sondern soll als gemischtes Quartier entwickelt werden. Land, Bezirk und Investor haben sich also auf einen entsprechenden Deal geeinigt.
Grundstückseigentümer ist die Cesa Group, die das Gelände neu bebauen möchte. Die geplante Grundschule soll auf einem rund 5.000 Quadratmeter großen Teilstück an der Ecke Andreasstraße / Lange Straße entstehen und somit das Julius-Pintsch-Gebäude künftig einrahmen.
Gemischtes Quartier Lange Strasse: Gewerbe, Büros und vielleicht Wohnungen
Auf den übrigen knapp 15.000 Quadratmetern soll ein gemischtes Quartier entstehen, welches vornehmlich durch Büro- und Gewerbebauten dominiert sein soll. Aber auch der Bau von Wohnungen ist angedacht.
Bislang gibt es allerdings keine offiziellen Auskünfte darüber, wie genau die Verteilung der Nutzungsflächen auf dem zwei Hektar großen Gelände aussehen soll. Auch Visualisierungen des späteren Geländes gibt es bislang nicht.
Mehrere Bildungsprojekte entstehen im Umfeld des Ostbahnhofs
Unabhängig davon ist der nun in Angriff genommene Bau einer neuen Grundschule eine gute Nachricht für den Ortsteil Friedrichshain, da die Flächen dringend für neue Bildungseinrichtungen benötigt werden. Im unmittelbaren Umfeld des Ostbahnhofs werden noch zwei weitere Bildungsprojekte realisiert.
Auf einem alten Parkplatz am Ostbahnhof soll bis 2026 der Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums entstehen, zwischen der Langen Straße und der Müncheberger Straße. Bauherr ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE.
Zudem soll nördlich der Müncheberger Straße ein Familien- und Bildungszentrum entstehen. Der zweigeschossige Bau soll in Holzbauweise entstehen und als Kieztreff mit einem breiten Erziehungs- und Beratungsangebot fungieren.
Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier:

Auf dem rund zwei Hektar großen Gelände zwischen Krautstraße, Andreasstraße und Lange Straße wird bereits der Baugrund vorbereitet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN
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Quellen: Architektur Urbanistik Berlin, Thomas Daily, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
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