Frankfurt möchte die A661 im Nordosten überdecken und damit neue Grün und Freiräume schaffen. Das Vorhaben soll die Stadtteile Bornheim und Seckbach besser miteinander verbinden und langfristig die Stadtentwicklung stärken.

Visualisierung des Hamburger Projekts „Altona Deckel“: Die Überbauung der A7 entsteht als zusammenhängendes Parkband mit Freizeitflächen und Wegen. Hamburg gilt mit diesem Vorhaben als Beispiel dafür, wie ein Autobahndeckel zerschnittene Stadtteile wieder verbinden kann. / © Visualisierung: moka-studio, Entwurf: arbos Landschaftsarchitekten GmbH

© Titelbild: Wikimedia Commons, dontworry, CC BY-SA 3.0 

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Die Stadt Frankfurt verfolgt seit Jahren das Ziel, die räumliche Trennung zwischen Bornheim, Seckbach und Preungesheim zu verringern. Da die Autobahn A661 diese Stadtteile deutlich voneinander abschneidet, empfiehlt der Magistrat nun die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanung und bau GmbH (Deges) hat zuvor die technische Machbarkeit geprüft und bestätigt, dass eine Einhausung über rund 1300 Meter möglich wäre. Dadurch kann die Stadt nun wesentlich konkreter über weitere Schritte entscheiden.

Da der bestehende Autobahnabschnitt mit einer Galerie nur eingeschränkt verbindet und weiterhin ein breiter Graben bleibt, sieht die Stadt in einer kompletten Überdeckelung einen entscheidenden Fortschritt. Eine neue Struktur könnte diesen Einschnitt überwinden und gleichzeitig neue Flächen für Erholung und ökologische Aufwertung bereitstellen.

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Städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten im Frankfurter Nordosten: Chancen und ökologische Wirkung

Mit der geplanten Überdeckelung entstünde ein durchgehender Grünzug, der den Wasserpark, den Günthersburgpark und den Huthpark miteinander verbinden würde. Laut Magistrat ließe sich dadurch ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet sichern, das für das Stadtklima große Bedeutung hat. Die Stadt verweist darauf, dass dieser zusammenhängende Freiraum langfristig auch die Biodiversität stärken könnte und den Anwohnerinnen und Anwohnern neue Freizeitmöglichkeiten bieten würde.

Da die Einhausung zugleich Flächen für zukünftige Quartiere freisetzen kann, betrachtet Frankfurt das Projekt auch als Chance für eine behutsame bauliche Entwicklung. Entlang bestehender Siedlungsränder könnten Wohngebiete mit sozialer Infrastruktur und Sportangeboten entstehen, die wiederum die angrenzenden Viertel ergänzen. Gleichzeitig ermöglicht eine ruhigere Umgebung bessere Bedingungen für den Ausbau von Rad und Fußwegen sowie für den Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Hamburgs Überbauung der Autobahn A7 „Altona Deckel“: Vergleichbares Projekt und mögliche Inspiration für Frankfurt

Während Frankfurt die Einleitung des Verfahrens prüft, arbeitet Hamburg bereits an einem ähnlichen Vorhaben. Der „Altona Deckel“ erstreckt sich über mehr als zwei Kilometer und verbindet mehrere durch die A7 getrennte Quartiere. Da die viel befahrene A7 eine starke Lärmbelastung für Wohngebiete darstellt, dient die Überbauung vor allem dem Lärmschutz. Gleichzeitig schafft Hamburg neue Freizeitangebote, Kleingärten und Wege für Rad und Fußverkehr, was die Wohnqualität in den angrenzenden Stadtteilen verbessert.

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Da auch Hamburg zusätzliche Stadtflächen gewinnt und diese für Wohnen und Grün vorsieht, zeigt das Projekt, welche Potenziale eine solche Einhausung freisetzen kann. Auch andere Städte können von den bisherigen Erfahrungen profitieren und eigene städtebauliche Schwerpunkte setzen.

A661 im Abschnitt zwischen Bornheim und Seckbach: Die bestehende Galerie überdeckt die Autobahn nur teilweise und schafft kaum direkte Verbindungen zwischen den Stadtteilen. Für die geplante Einhausung müsste diese Konstruktion zurückgebaut werden./ © Foto: Wikimedia Commons, dontworry, CC BY-SA 3.0

Trotz der Galerie bleibt ein breiter Einschnitt bestehen, der Bornheim und Seckbach voneinander trennt. Die geplante Überdeckelung soll diesen Raum künftig zu einem durchgehenden Grünzug umgestalten. / © Foto: Wikimedia Commons, dontworry, CC BY-SA 3.0

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Quellen: STADT FRANKFURT AM MAIN, Frankfurter Rundschau, hessenschau

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One Comment

  1. 41er 20. November 2025 at 20:41 - Reply

    Können wir das bitte für die A100 in Berlin haben? Danke. Komplett? Ohne Belüftung natürlich, wer feinstaub und Abgase produziert, der darf sie auch gerne einatmen.

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