Der jahrelange Rechtsstreit um die Vergabe eines der größten Nahverkehrsprojekte Deutschlands ist beendet. Nachdem Alstom auf weitere juristische Schritte verzichtet, kann Berlin nun die Beschaffung einer neuen S-Bahn-Flotte auf den Weg bringen.
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Nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen ist eine wichtige Entscheidung für den Berliner Nahverkehr gefallen: Der Schienenfahrzeughersteller Alstom wird keine Beschwerde gegen die Entscheidung der Vergabekammer Berlin einlegen. Damit endet das Nachprüfungsverfahren zur Ausschreibung für Teile des Berliner S-Bahn-Netzes. Nun kann der Zuschlag an das Konsortium aus Siemens Mobility, Stadler Deutschland und der S-Bahn Berlin GmbH erteilt werden.
Die Vergabekammer hatte den Nachprüfungsantrag des unterlegenen Bieters bereits Mitte Juni zurückgewiesen. Mit Ablauf der Rechtsmittelfrist steht fest, dass das Verfahren nicht in die nächste Instanz geht. Damit ist eine der größten Ausschreibungen im deutschen Schienenverkehr endgültig entschieden.
S-Bahn Berlin: Milliardenprojekt für Betrieb und Fahrzeuge
Im Mittelpunkt des Vergabeverfahrens stehen die Beschaffung, Instandhaltung und der Betrieb von bis zu 2.248 S-Bahn-Wagen auf den Stadtbahn- sowie den Nord-Süd-Linien. Das Auftragsvolumen wird auf rund 15 Milliarden Euro geschätzt. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Bieterkonsortium den Zuschlag erhalten, der aufgrund des Nachprüfungsverfahrens jedoch zunächst nicht umgesetzt werden konnte.
Mit dem Abschluss des Rechtsstreits kann nun die Bestellung der neuen Fahrzeuge vorbereitet werden. Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung soll der Beschaffungsprozess unmittelbar beginnen. Ziel ist es, die Fahrzeugflotte schrittweise zu modernisieren und die Zuverlässigkeit des Berliner S-Bahn-Systems langfristig zu verbessern.
Ende des Vergabeverfahrens: Senat sieht wichtigen Meilenstein
Verkehrssenatorin Ute Bonde bezeichnete das Ende des Verfahrens als wichtigen Erfolg für Berlin und die Fahrgäste. Nun könne der nächste Schritt hin zu modernen und leistungsfähigen S-Bahnen für die Hauptstadtregion erfolgen. Auch die S-Bahn Berlin begrüßte die Entscheidung. Geschäftsführer Heiko Büttner erklärte, gemeinsam mit Siemens Mobility und Stadler wolle man die Weiterentwicklung des mehr als 100 Jahre alten Systems vorantreiben und zugleich Arbeitsplätze in der Region sichern.
Der Streit um die Ausschreibung hatte sich über mehrere Jahre hingezogen. Alstom war bereits 2024 gerichtlich gegen die Vergabebedingungen vorgegangen und hatte nach der Vergabe erneut rechtliche Schritte eingeleitet. Mit dem Verzicht auf eine weitere Beschwerde ist das Verfahren nun abgeschlossen, und eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im Berliner Nahverkehr kann in die Umsetzungsphase gehen.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, rbb
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