Seit Jahren wird über mehr Grün in der Große-Leege-Straße diskutiert, umgesetzt wurde bislang jedoch kaum etwas. Die neue Planung setzt nun auf realistische und schrittweise Verbesserungen.

Der Entwurf des Planungsbüros studio polymorph Landschaftsarchitekten sieht vor, die Große-Leege-Straße künftig schrittweise durch gezielte Begrünungsmaßnahmen zu ergänzen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: studio polymorph
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Am Beispiel der Große-Leege-Straße wird deutlich, wie weit politische Zielsetzungen und tatsächliche Maßnahmen auseinanderliegen können. Die geplante Umgestaltung der Straße in Lichtenberg hat zuletzt vor allem Diskussionen über Parkraum und Verkehrsführung ausgelöst.
Doch auch der Anspruch, aus der Große-Leege-Straße einen grüneren Stadtraum zu entwickeln, begleitet die Planungen schon lange. Dabei fällt die bisherige Bilanz deutlich nüchterner aus, als es diese Zielbilder vermuten lassen.
Nur ein neuer Baum in vielen Jahren: Grünbilanz der Große-Leege-Straße
Tatsächlich wurde seit 2023 in der Große-Leege-Straße nur ein einziger neuer Baum gepflanzt. Weitere Investitionen in das Straßenbegleitgrün hat es nach Angaben des Bezirks in den vergangenen Jahren nicht gegeben.
Stattdessen beschränkten sich die Maßnahmen auf regelmäßige Pflegearbeiten am vorhandenen Baumbestand. Diese dienten vor allem der Verkehrssicherheit und dem Erhalt bestehender Bäume. Eine gezielte Aufwertung des Grüns entlang der Straße fand bislang nicht statt.
Große-Leege-Straße in Lichtenberg: Nachpflanzungen erst ab 2026 geplant
Wie der Senat auf Schriftliche Anfrage von Abgeordnetenhausmitglied Prof. Dr. Martin Pätzold (CDU) Ende 2025 mitgeteilt hatte, sind für das Jahr 2026 zusätzliche Nachpflanzungen angekündigt. Im Rahmen der Stadtbaumkampagne sollen dann weitere Bäume in der Große-Leege-Straße gesetzt werden. Konkrete frühere Schritte zur nachhaltigen Stärkung des Straßenbegleitgrüns sind jedoch nicht dokumentiert.
Vor diesem Hintergrund erklären sich die kritischen Reaktionen vieler Anwohnende auf die jüngsten Planungen. Die Diskussionen um einen „grünen Boulevard“ standen lange in keinem Verhältnis zu dem, was vor Ort tatsächlich realisiert wurde, so Pätzold.
Neue Planungsvariante für Alt-Hohenschönhausen setzt auf punktuelle Begrünung
Gerade deshalb kommt dem nun eingeschlagenen Kurs eine besondere Bedeutung zu. Die neue Planungsvariante verzichtet auf tiefgreifende Eingriffe in den bestehenden Straßenraum. Auch beim Thema Begrünung solle der Fokus weniger auf eine großflächigen Umgestaltung als auf gezielten, realistisch umsetzbaren Maßnahmen liegen.
Der Entwurf sieht vor, vor allem geschädigte Bäume zu ersetzen und neue, hitzeresiliente Arten zu pflanzen. Die gewachsenen Strukturen der Straße sollen dabei weitgehend erhalten bleiben.
Große-Leege-Straße: Wann kommt die tatsächliche Umsetzung?
Ob und wann die angekündigten Nachpflanzungen tatsächlich erfolgen, bleibt abzuwarten. Für den Haushalt 2026 und 2027 sind bislang keine Mittel vorgesehen. Damit hängt die Realisierung von möglichen Förderprogrammen oder zusätzlichen Finanzierungsquellen des Bezirks ab.
Die Debatte um die Große-Leege-Straße zeigt exemplarisch, wie wichtig eine realistische Planung und eine frühzeitige Beteiligung der Anwohnerschaft sind. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob es gelingt, aus dem politischen Anspruch einer grüneren Straße schrittweise sichtbare Veränderungen zu entwickeln.
Quellen: Unser HSH, Prof. Dr. Martin Pätzold, Bezirksamt Lichtenberg Berlin, studio polymorph Landschaftsarchitekten
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