Die Planungen für die umfassende Sanierung und Erweiterung der Ernst-Reuter-Schulen in Frankfurt sind abgeschlossen. Bis 2036 soll der traditionsreiche Schulkomplex schrittweise modernisiert und an heutige pädagogische und energetische Standards angepasst werden. Das Vorhaben zählt zu den größten Projekten der städtischen Schulbauoffensive.
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Nadi2018, CC BY-SA 4.0
Die Ernst-Reuter-Schulen in der Frankfurter Nordweststadt sollen in den kommenden Jahren grundlegend erneuert und erweitert werden. Die Stadt hat die umfangreichen Vorbereitungen für das Bauvorhaben nun abgeschlossen. Laut Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber war der Handlungsbedarf groß, da der Gebäudebestand weder modernen pädagogischen Konzepten noch aktuellen energetischen Anforderungen entsprach. Sie erklärte, dass die vollständige Planung einschließlich der notwendigen Auslagerungen inzwischen vorliege und auch die Kostenberechnung abgeschlossen sei.
Der Schulkomplex besteht aus zwei Einrichtungen unterschiedlicher Schulformen. Die Ernst-Reuter-Schule I, ein Oberstufengymnasium mit rund 500 Schülerinnen und Schülern, nimmt Jugendliche aus zahlreichen Frankfurter Schulen in die Einführungsphase auf. Nach der Erweiterung soll sie künftig acht Züge umfassen. Die Ernst-Reuter-Schule II ist eine integrierte Gesamtschule mit etwa 1.200 Schülerinnen und Schülern in den Jahrgängen fünf bis zehn und bietet zusätzlich Intensiv und Berufsorientierungsklassen.
Ernst-Reuter-Schulen: Erhalt des Ensembles und dreistufiger Bauablauf
Das weitläufige Gelände mit großzügigen Grünflächen sowie das denkmalgeschützte Gebäudeensemble prägen die besondere Struktur des Standorts. Die Modernisierung soll diese Qualitäten bewahren und zugleich Raum für Weiterentwicklungen schaffen. Insgesamt sind drei Bauabschnitte vorgesehen, die zusammen rund 250 Millionen Euro kosten sollen.
Der Baubeginn ist für 2027 geplant. Bereits 2026 sollen zwei Einfeld Sporthallen ausgelagert werden, um die Flächen für den ersten Bauabschnitt freizumachen. Dieser umfasst die Sanierung der Sporthallen, der Schwimmhalle sowie sämtlicher Fachräume beider Schulen. Die Stadt veranschlagt dafür rund 70 Millionen Euro. Nach drei Jahren Bauzeit sollen die provisorischen Bauten im Sportbereich zurückgebaut werden, parallel entsteht eine Teilauslagerung für den Schulbetrieb.
Rückbau und Auslagerungen: Schulprojekt in der Frankfurter Nordweststadt bis 2036
Ab 2030 folgt der zweite Bauabschnitt mit der Sanierung der Gesamtschule ERS II, ab 2033 beginnen die Arbeiten an der Oberstufe ERS I. Mit dem Rückbau der Auslagerungen soll das Projekt 2036 abgeschlossen sein. Weber betonte, man schaffe damit eine zukunftsfähige Umgebung, die Lern- und Lebensräume ermögliche und die pädagogische Arbeit der Schulen unterstütze, während der charakteristische Bestand erhalten bleibe.
Die Ernst-Reuter-Schulen wurden Anfang der 1960er Jahre als eines der ersten integrierten Schulzentren Hessens errichtet. In den folgenden Jahrzehnten hatten sie Modellcharakter und standen häufig im Mittelpunkt bildungspolitischer Debatten. Die nun geplante Modernisierung knüpft an diese Tradition an und soll den Standort langfristig sichern.
Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Wikipedia, Ernst-Reuter-Schulen, CSZ-Bauphysik
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