Im Hamburger Westen entstehen zwei neue Orte für Sport und Kultur. Das geplante Stadion für Altona 93 und die Musikhalle sollen das bisherige Gewerbegebiet am Diebsteich in ein vielfältiges Stadtquartier verwandeln.

Der Entwurf des Hamburger Architekturbüros gmp und WES macht deutlich: Das neue Stadion von Altona 93 und die Musikhalle bilden ein gemeinsames Ensemble. / © Visualisierung: moka studio / gmp Architekten
© Visualisierung: moka studio / gmp Architekten
Hamburg hat die Weichen für ein bedeutendes Stadtentwicklungsprojekt gestellt. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) hat die Bietergemeinschaft Vielfalt Zech mit der Bebauung des ehemaligen ThyssenKrupp-Areals am künftigen Fern- und Regionalbahnhof Diebsteich beauftragt. Das Projekt umfasst ein neues Fußballstadion für Altona 93, eine Musikhalle sowie Flächen für Büros und Gewerbe.
Der Zuschlag für das Bauvorhaben wurde bereits auf der Immobilienmesse Expo Real in München erteilt, wo Anfang Oktober der Vertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Bietergemeinschaft unterzeichnet wurde. Finanzsenator Andreas Dressel erklärte, dass mit dem Generalunternehmen die besten Voraussetzungen geschaffen seien, um das Projekt zügig umzusetzen. Nach aktuellem Zeitplan soll das Stadion bis Ende 2029 und die Musikhalle bis Anfang 2030 fertiggestellt werden.
Am Diebsteich: Neues Fußballstadion für Altona 93 geplant
Das rund fünf Hektar große Areal liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Fern- und Regionalbahnhof Diebsteich. Hier soll ein Fußballstadion mit rund 5.000 Sitzplätzen entstehen. Ergänzend ist eine Mantelbebauung mit Büro- und Gewerbeflächen vorgesehen, in die unter anderem drei Hamburger Finanzämter einziehen sollen.
Das gemeinsame Ziel der Stadt und des Bauunternehmens Zech ist es, das Areal bis Ende des Jahrzehnts fertigzustellen. Zeitgleich soll auch der neue Fernbahnhof Diebsteich in Betrieb gehen, der als zentraler Verkehrsknoten im Westen Hamburgs eine wichtige Rolle übernehmen wird.
Musikhalle mit 5.000 Plätzen ergänzt das Quartier
Parallel zum Stadion plant die Stadt Hamburg den Bau einer Musikhalle mit ebenfalls rund 5.000 Plätzen. Sie entsteht in einer ehemaligen Produktionshalle von ThyssenKrupp und wird um einen neuen Bühnenturm sowie Backstagebereiche erweitert.
Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, besteht in der Hamburger Musikszene seit Langem der Wunsch nach einer Halle dieser Größenordnung, um die Lücke zwischen kleinen Clubs und großen Veranstaltungsorten wie der Alsterdorfer Sporthalle zu schließen. Zwischen Stadion und Musikhalle ist zudem eine neue Erschließungsstraße geplant, die das Gebiet künftig besser an das Verkehrsnetz anbinden soll.
Stadionbau Altona: Beteiligung von Bauunternehmen Zech ungewöhnlich früh
Für die Umsetzung des Projekts arbeiten drei Partner zusammen: die Stadt Hamburg als Grundstückseigentümerin, Vielfalt Zech als Bauunternehmen und Betreiberin sowie das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp), das für Entwurf und Freianlagen verantwortlich ist.
Nach Angaben von LIG-Geschäftsführer Christof Otto wird das Bremer Bauunternehmen bereits ab der Vorplanungsphase in das Projekt eingebunden und später auch den Betrieb übernehmen. Otto erklärte, dass diese frühe Beteiligung eine langfristige Abstimmung von Bau und Nutzung ermögliche. In der Regel werden Generalunternehmen erst ab der Genehmigungsphase beauftragt. Mit dem neuen Verfahren sollen Planungssicherheit und Bauqualität deutlich erhöht werden.
Quartierentwicklung am Diebsteich: Verzögerung durch Neuplanung und Abstimmung
Ursprünglich sollte das Bauvorhaben bereits früher starten. Nach Angaben der Hamburger Verkehrsbehörde hängt die Verzögerung mit der Neuplanung eines S-Bahntunnels zwischen Dammtor und Altona zusammen, der am neuen Fernbahnhof Diebsteich angebunden werden soll.
Andere Behörden führten hingegen die erneute Überarbeitung der Stadionplanung als Grund an. Die Bezirksversammlung Altona und Vertreter der CDU hätten angeregt, das Stadion auf seine Tauglichkeit für die 3. Liga zu prüfen. Die erforderlichen Baugenehmigungen werden daher frühestens 2027 erwartet.
Quartiersentwicklung am Diebsteich nimmt Fahrt auf
Trotz der bisherigen Verzögerungen kommt die städtebauliche Entwicklung des Quartiers weiter voran. Das Projekt gilt als wichtiger Impuls für die Entwicklung des gesamten Quartiers. Mit dem Bau von Stadion und Musikhalle entsteht neuer städtischer Nutzungskomplex, der die Westachse Hamburgs langfristig verändern dürfte.
Das bislang industriell genutzte Gelände soll sich so zu einem gemischt genutzten Quartier mit kulturellen, sportlichen und gewerblichen Angeboten entwickeln.

Durch die enge Verbindung von Stadion und Musikhalle soll ein gemeinsamer Ort für Begegnungen geschaffen werden, die das Quartier Diebsteich nachhaltig aufwerten. / © Foto: moka studio / gmp Architekten
Quellen: Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost, NDR, Bezirksamt Hamburg
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