Visualisierungen zeigen längst neue Hochhäuser am Alexanderplatz, an der Warschauer Brücke oder in Spandau. Auf vielen Grundstücken fehlen die Türme jedoch bis heute. Ein Blick auf neun Berliner Projekte zeigt, warum zwischen Ankündigung und Baustart mitunter viele Jahre liegen.

Hines-Hochhaus am Alexanderplatz
Hines plant am Alexanderplatz ein 150 Meter hohes Hochhaus mit Wohnungen und weiteren Nutzungen.
Spandauer Ufer
Auf dem ehemaligen Postareal sollen drei Hochpunkte mit Wohnungen, Hotels, Büros, Handel und Gastronomie entstehen.
BRING
Das frühere Projekt Ringbahnhöfe Neukölln soll neu aufgestellt werden und sieht zwei Hochpunkte sowie einen höheren Wohnanteil vor.
Güterbahnhof Greifswalder Straße
Auf dem ehemaligen Güterbahnhof sind rund 400 Wohnungen, eine Schule und ein Wohnhochhaus vorgesehen.
Märkisches Quartier
Das Märkische Quartier umfasst fünf Wohn- und Geschäftshäuser mit 690 Wohnungen sowie zwei markanten Hochpunkten.
Cecilienplatz – arrive hellersdorf
Primus entwickelt am Cecilienplatz das Projekt arrive hellersdorf mit mehr als 200 Mietwohnungen und ergänzenden Angeboten.
Hochhaus Rudolfstraße
An der Warschauer Brücke ist ein bis zu 167 Meter hohes Wohnhochhaus mit einem siebengeschossigen Sockel geplant.
ULAP-Quartier
Im ULAP-Quartier am Hauptbahnhof sind fünf Hochpunkte sowie Wohnungen und Flächen für Verwaltung und Gewerbe vorgesehen.
Viktoriaspeicher-Areal
BEHALA und WBM planen auf dem Viktoriaspeicher-Areal ein neues Quartier mit rund 1.000 Wohnungen sowie Gewerbe, Kultur und sozialer Infrastruktur.

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

 

ANZEIGE

Ein Hochhaus entsteht nicht allein deshalb, weil ein spektakulärer Entwurf vorliegt. Bebauungspläne müssen beschlossen, Grundstücksfragen geklärt, Finanzierungen gesichert und Genehmigungen erteilt werden. In Berlin lässt sich das an mehreren Projekten beobachten, die teilweise schon seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert werden. Bei einigen rückt der Baustart inzwischen näher, andere befinden sich weiterhin mitten im Planungsverfahren.

Hines-Hochhaus: Seit 2014 wird am Alexanderplatz geplant

Schematische Darstellung des rund 150 Meter hohen Hines-Towers am Alexanderplatz in Berlin-Mitte neben dem bestehenden Geschäftshaus „die mitte“.

Die schematische Darstellung zeigt den geplanten Hines-Tower am Alexanderplatz neben dem bestehenden Geschäftshaus „die mitte“. Das Hochhaus soll rund 150 Meter hoch werden und könnte bis zu 380 Mietwohnungen aufnehmen. / © Foto: Wikimedia Commons, Rainer Lück, CC BY-SA 3.0 / Skizze: ENTWICKLUNGSSTADT mit KI

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Alexanderplatz 3, 10178 Berlin
  • Höhe: 150 Meter
  • Projektstatus: Bebauungsplanentwurf vom Senat beschlossen
  • Frühere Planung: Wettbewerb 2014

Das Hines-Hochhaus gehört zu den ältesten noch offenen Hochhausprojekten am Alexanderplatz im Bezirk Mitte. Bereits 2014 gewann Frank Gehry einen Wettbewerb für das Grundstück. Sein Entwurf wurde jedoch wieder verworfen. Eine besondere Herausforderung liegt unter dem Grundstück: Dort verlaufen Anlagen der Berliner U-Bahn. Erst 2021 vereinbarten Hines und die BVG grundlegende Regeln zur Sicherung, Ertüchtigung und Überwachung der Anlagen.

ANZEIGE

Inzwischen verfolgt Hines einen Entwurf von Kleihues + Kleihues und hat auch die Position des Hochhauses auf dem Grundstück verändert. Am 25. August 2026 beschloss der Senat den Bebauungsplanentwurf I-B4a-3. Er sieht weiterhin einen 150 Meter hohen Turm vor. Oberhalb des Sockels können bis zu rund 38.000 Quadratmeter Geschossfläche für Wohnen genutzt werden; Hines hält damit bis zu 380 Mietwohnungen für möglich. Bevor der Bebauungsplan wirksam werden kann, muss noch das Abgeordnetenhaus zustimmen. Einen Bauzeitraum nennt Hines derzeit nicht.

Spandauer Ufer: Der angekündigte Baustart ist mehrfach weitergerückt

Visualisierung des Quartiers Spandauer Ufer in Berlin-Spandau mit mehreren Hochhäusern und mehrgeschossigen Neubauten. Die Darstellung zeigt moderne Wohn- und Bürogebäude an einer großen Straßenkreuzung nahe eines U-Bahnhofs. Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge beleben den öffentlichen Raum vor den geplanten Hochpunkten.

Die Visualisierung zeigt das geplante Quartier Spandauer Ufer in Berlin-Spandau. Mehrere Hochhäuser und urbane Blockrandgebäude sollen entlang der Heerstraße entstehen und das Stadtbild im Zentrum von Spandau nachhaltig verändern. / © Visualisierung: Spandauer Ufer GmbH & Co. KG

  • Bezirk: Spandau
  • Adresse: Klosterstraße / Ruhlebener Straße
  • Hochpunkte: 40, 60 und 80 Meter
  • Projektstatus: In Vorbereitung
  • Baubeginn: Weiterhin offen
  • Besonderheit: Ehemalige Post bereits 2017 abgerissen

Besonders sichtbar ist die lange Wartezeit in Spandau. Die ehemalige Post an der Klosterstraße wurde bereits 2017 abgerissen. Seitdem soll auf dem Gelände das Quartier „Spandauer Ufer“ entstehen. Vorgesehen sind drei Hochpunkte mit 40, 60 und 80 Metern. Hotels, Büros, Handel, Gastronomie, Fitnessangebote und Wohnungen sollen sich die Gebäude teilen. FAY Projects gibt für das Quartier rund 70.000 Quadratmeter oberirdische Bruttogeschossfläche an.

ANZEIGE

Im Oktober 2024 schien der Baustart näher zu rücken. FAY meldete eine Vermietungsquote von rund 50 Prozent und kündigte den Beginn für das folgende Jahr an. 2025 verstrich jedoch ohne Start. Im April 2026 war der Herbst desselben Jahres als möglicher Termin im Gespräch, doch auch dieser Zeitpunkt galt bereits als unsicher. Nach Angaben aus dem Frühjahr soll allein die Herstellung der Baugrube zehn bis zwölf Monate dauern. Danach werden weitere drei bis dreieinhalb Jahre bis zur Gesamtfertigstellung veranschlagt. Ein verbindlicher Starttermin fehlt weiterhin.

BRING: In Neukölln sollte eigentlich schon 2019 gebaut werden

Die Visualisierung zeigt das Großprojekt "BRING" (ehemals "Ringbahnhöfe Neukölln").

Nach Jahren des Stillstands zeichnet sich für das Großprojekt „BRING“ (ehemals „Ringbahnhöfe Neukölln“) an der Ringbahn eine neue Perspektive ab. / © Visualisierung: Wehrhahn Architekten

  • Bezirk: Neukölln
  • Adresse: Ringbahnstraße / Hertabrücke / Karl-Marx-Straße
  • Projektstatus: Neuaufstellung nach Insolvenz
  • Früher angekündigter Baubeginn: 2019
  • Aktuelle Hochpunkte: etwa 60 und 40 Meter
  • Baubeginn: Offen

Kaum ein Projekt zeigt die Veränderungen während eines langen Planungsverfahrens so deutlich wie die früheren „Ringbahnhöfe Neukölln“. Bereits 2017 beschäftigte sich das Baukollegium mit einem Entwurf für das Gelände im Bezirk Neukölln. Damals nannte der Vorhabenträger einen konkreten Zeitplan: 2018 sollten Planreife erreicht und Bauanträge eingereicht werden, ab 2019 sollte der erste Bauabschnitt an der Hertabrücke beginnen.

ANZEIGE

Dazu kam es nicht. Das damalige Konzept mit einem 26-geschossigen Hochhaus überzeugte das Baukollegium nicht und wurde anschließend verändert. Im Juli 2024 stellten mehrere Projektgesellschaften Insolvenzanträge. Inzwischen gibt es erneut Bewegung: Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder will die Entwicklung mit Axa Investment Managers fortführen. Der Wohnanteil soll steigen; aktuelle Planungen sehen zwei Hochpunkte von rund 60 und 40 Metern vor. Aus dem alten Projekt soll „BRING“ werden. Einen neuen verbindlichen Baustart gibt es bislang nicht.

Güterbahnhof Greifswalder Straße: Grundstück 2011 gekauft, noch kein Hochhaus

Betonfläche mit Skaterampen und Graffiti, im Hintergrund ein begrüntes Gelände mit Bauwagen, im Vordergrund ein liegender Hund.

Auf Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Greifswalder Straße ist ein neues Quartier mit rund 400 Wohnungen und einem Hochhaus geplant.  / © ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Pankow
  • Adresse: Lilli-Henoch-Straße / Greifswalder Straße
  • Projektstatus: Städtebauliche Planung
  • Grundstückskauf: 2011
  • Wohnungen: aktuell rund 400 vorgesehen
  • Hochhaus: 16 bis 17 Geschosse vorgesehen

Noch länger reicht die Vorgeschichte am ehemaligen Güterbahnhof Greifswalder Straße im Bezirk Pankow zurück. Investor Christian Gérôme kaufte das Gelände 2011 von der Deutschen Bahn. Frühere Konzepte sahen mehr Wohnungen vor, doch Bezirk und Eigentümer fanden lange keine gemeinsame Lösung. Erst 2025 näherten sich beide Seiten wieder an.

Inzwischen soll das Areal mit rund 400 Wohnungen, einer Schule und einem Wohnhochhaus entwickelt werden. Für den Turm sind derzeit 16 bis 17 Geschosse vorgesehen. Ein Architekturverfahren soll die Gestaltung konkretisieren. Das historische Bahnhofsgebäude von 1870 soll erhalten bleiben; auch der Skatepark soll nach Angaben des Investors in das neue Quartier integriert werden. 15 Jahre nach dem Grundstückskauf gibt es damit wieder eine konkrete Perspektive, ein Termin für den Baustart steht jedoch nicht fest.

Märkisches Quartier: Die Baugenehmigung liegt längst vor

Visualisierung des Märkischen Quartiers in Berlin-Reinickendorf mit neuen Wohngebäuden, begrünten Freiflächen, Außengastronomie und einem Brunnenplatz zwischen den Häusern.

Die Visualisierung zeigt das geplante „Märkische Quartier“ am Märkischen Zentrum in Berlin-Reinickendorf. Zwischen den neuen Wohngebäuden entstehen öffentlich nutzbare Freiflächen, Gastronomie und ein zentraler Brunnenplatz. / © Visualisierung : ioo Planungsgesellschaft

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Wilhelmsruher Damm 128/140 und 129
  • Projektstatus: Baugenehmigung erteilt
  • Hochpunkte: 19 und zwölf Geschosse
  • Wohnungen: 690

Ganz anders ist die Situation im Bezirk Reinickendorf. Beim „Märkischen Quartier“ fehlt nicht mehr die Baugenehmigung. Der Bezirk erteilte sie bereits am 2. Dezember 2025. Vorgesehen sind auf dem rund 19.100 Quadratmeter großen Grundstück fünf Wohn- und Geschäftshäuser mit insgesamt 690 Wohnungen. Zwei Gebäude sollen mit 19 beziehungsweise zwölf Geschossen deutlich herausragen.

Die Vorgeschichte reicht allerdings deutlich weiter zurück. Bereits um 2020 startete der Umbau des alten Märkischen Zentrums; dafür wurden unter anderem ein leerstehendes Wohnhochhaus und eine Tiefgarage abgerissen. Das damalige Konzept setzte noch stark auf Handel und sah neben einem Wohnturm mit rund 360 Wohnungen unter anderem eine Markthalle, Büros, Arztpraxen, eine Kita und große Dachflächen vor. Die Fertigstellung war zunächst für 2023, später für 2024 vorgesehen – nach den ersten Arbeiten kam das Projekt jedoch zum Stillstand.

Cecilienplatz: Nach Jahren Stillstand rollen zumindest die Abrissbagger

Die Visualisierung zeigt mehrere neue Wohngebäude am Cecilienplatz in Hellersdorf, wo Primus über 200 neue Wohnungen plant.

Die Visualisierung zeigt das geplante Wohnprojekt von Primus am Cecilienplatz in Hellersdorf mit über 200 neuen Wohnungen und Gewerbeflächen. / © Visualisierung: Primus Immobilien AG

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Cecilienplatz 10 und 12
  • Projektstatus: Abriss läuft
  • Wohnungen: mehr als 200 Mietwohnungen
  • Baubeginn Neubau: 2027 vorgesehen
  • Fertigstellung: 2029 angestrebt

Die Neubaupläne für den Cecilienplatz im Bezirk Marzahn-Hellersdorf reichen bereits mehrere Jahre zurück. Für die Grundstücke Cecilienplatz 10 und 12 wurden im September 2023 Baugenehmigungen erteilt, für das benachbarte Grundstück Cecilienplatz 11 folgte die Genehmigung im November 2024. Insgesamt waren drei Hochhäuser mit 291 Wohnungen vorgesehen. Gebaut wurde zunächst jedoch nicht: Noch im Juli 2026 teilte der Bezirk mit, dass für keines der drei Grundstücke ein Baubeginn angezeigt worden war. Damit lagen zwischen den ersten Genehmigungen und den sichtbaren Arbeiten vor Ort fast drei Jahre.

Inzwischen ist Bewegung in die Entwicklung gekommen. Am 19. August 2026 begann Primus mit dem Abriss der ehemaligen Passage auf den Grundstücken Cecilienplatz 10 und 12, die das Unternehmen unter dem Namen „arrive hellersdorf“ neu entwickelt. Geplant sind dort mehr als 200 Mietwohnungen sowie ein Lebensmittelmarkt, weitere Angebote für die Nahversorgung, ein Bürgertreff, ein Fitnessraum und Gemeinschaftsflächen. Der eigentliche Neubau soll 2027 beginnen, die Fertigstellung wird für 2029 angestrebt.

Rudolfstraße: 167 Meter hoch – aber das Baurecht fehlt noch

Die Visualisierung zeigt das Hochhaus, das in der Rudolfstraße nahe der Warschauer Brücke gebaut werden soll.

In der Nähe der Warschauer Brücke soll dieses Hochhaus in der Rudolfstraße gebaut werden. / © Visualisierung: Henning Larsen Architekten

  • Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Rudolfstraße 17–18 / Ehrenbergstraße 15
  • Projektstatus: Bebauungsplanverfahren
  • Höhe: bis zu 167 Meter
  • Wohnungen: rund 1.060 nach aktuellem Entwurf

An der Warschauer Brücke im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg könnte eines der höchsten Wohnhochhäuser Berlins entstehen. Der aktuelle Entwurf sieht an der Rudolfstraße ein bis zu 167 Meter hohes Gebäude sowie einen siebengeschossigen Sockel vor. Insgesamt nennt die aktuelle Projektbeschreibung rund 1.060 Wohnungen, davon etwa 366 geförderte Einheiten.

Von einem unmittelbar bevorstehenden Baustart kann dennoch keine Rede sein. Die Senatsverwaltung leitete den vorhabenbezogenen Bebauungsplan V-67a VE Ende 2025 neu ein. Die frühzeitige Beteiligung lief vom 16. März bis 14. April 2026. Inzwischen prüft das Land, ob das Baurecht für den 167-Meter-Turm schneller geschaffen werden kann. Gleichzeitig müssen unter anderem Bahnflächen sowie weitere fachliche Fragen berücksichtigt werden. Einen verbindlichen Baustart gibt es nicht.

ULAP-Quartier: Fünf Hochpunkte direkt am Hauptbahnhof

Das Bild zeigt die Fläche, auf der das ehemalige Berliner Landeslabor abgerissen wurde. Hier soll das ULAP-Quartier mit 250 Wohnungen entstehen.

Das ehemalige Landeslabor in Moabit wurde abgerissen. Hier soll das ULAP-Quartier mit 250 Wohnungen entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Invalidenstraße 57–60 / Alt-Moabit
  • Projektstatus: Bebauungsplan 1-110 in Aufstellung
  • Hochpunkte: fünf
  • Maximale Höhe laut Rahmenplan: bis 101 Meter
  • Wohnungen: rund 250 vorgesehen

Nur wenige hundert Meter vom Berliner Hauptbahnhof entfernt plant das Land das „ULAP-Quartier“. Das frühere Landeslabor wurde inzwischen abgerissen. Der Rahmenplan sieht fünf Hochpunkte mit Höhen zwischen 41 und 101 Metern vor. Die höheren Türme mit mehr als 60 Metern konzentrieren sich auf die östlichen Baufelder mit gewerblicher beziehungsweise administrativer Nutzung; Hochpunkte bis 60 Meter sind auch für Wohnnutzungen vorgesehen.

Trotz des abgeschlossenen Abrisses gibt es für das ULAP-Quartier in Mitte noch keinen konkreten Baustart. Der Bebauungsplan 1-110 befindet sich weiterhin in Aufstellung. Zudem hängt die Entwicklung einzelner Baufelder voneinander ab. Bestehende Polizeinutzungen müssen beispielsweise zunächst verlagert werden. Nach dem Rahmenplan soll die Bebauung deshalb stufenweise erfolgen, sobald Baurecht geschaffen wurde und die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

Viktoriaspeicher: 1.000 Wohnungen – doch die eigentliche Planung beginnt erst

Neben überwiegend blockrandartigen Gebäuden sieht der Siegerentwurf auch ein Hochhaus vor, das als vertikaler Orientierungspunkt innerhalb des neuen Quartiers fungieren soll.

Das Quartier soll aus verschieden hohen Wohn- und Gewerbebauten bestehen, die sich um den denkmalgeschützten Viktoriaspeicher gruppieren. Ergänzt wird das Ensemble durch einen markanten Hochpunkt. / © Visualisierung: Behles & Jochimsen_Weidinger

  • Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
  • Adresse: Köpenicker Straße / Schillingbrücke
  • Projektstatus: Städtebauliches Werkstattverfahren abgeschlossen
  • Wohnungen: rund 1.000 vorgesehen
  • Nutzungen: Wohnen, Gewerbe, Kultur und soziale Infrastruktur

Das Viktoriaspeicher-Areal in Friedrichshain-Kreuzberg bildet den Gegenpol zu Projekten wie dem Märkischen Quartier. Hier gibt es noch keine Baugenehmigung, dafür aber seit Sommer 2026 eine städtebauliche Grundlage. BEHALA und WBM wollen das große Areal zwischen Köpenicker Straße und Spree gemeinsam entwickeln.

Im Juni 2026 endete das Werkstattverfahren. Der ausgewählte Entwurf von Behles & Jochimsen und Weidinger Landschaftsarchitekten sieht rund 1.000 Wohnungen auf dem Viktoriaspeicher-Areal vor. Dazu kommen Gewerbe, Kultur, soziale Einrichtungen, neue öffentliche Wege und ein Klimapark. Das Wettbewerbsergebnis ist allerdings noch kein Baurecht: Nach Angaben des Bezirks soll das abgestimmte städtebauliche Konzept erst die Grundlage für die weitere Entwicklung und den Bebauungsplan bilden. Termine für Baustart und Fertigstellung gibt es daher noch nicht.

Berliner Hochhäuser: Warum zwischen Entwurf und Baustart Jahre vergehen

Die neun Beispiele haben auf den ersten Blick viel gemeinsam: Es gibt konkrete Pläne für Hochhäuser oder Hochpunkte, gebaut sind sie noch nicht. Die Gründe unterscheiden sich jedoch erheblich. Die Berliner Hochhauslandschaft wächst also weiter – ob und wann alle hier vorgestellten Türme tatsächlich sichtbar werden, lässt sich derzeit jedoch nicht seriös vorhersagen.

 

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Mitte, Bezirksamt Spandau, Bezirksamt Neukölln, Bezirksamt Pankow, Bezirksamt Reinickendorf, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Abgeordnetenhaus Berlin, Hines Immobilien GmbH, FAY Projects, Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, AXA Investment Managers, PRIMUS Immobilien AG, BEHALA, WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

6 Kommentare

  1. Karl-Heinz Petersen 23. September 2026 at 15:49 - Reply

    Ausufernde Bürokratie und fehlende Wirtschaftliche Rahmenbedingungen lassen Grüßen. Armes Deutschland wie tief bist du gesunken.

  2. Tobias Baumann 23. September 2026 at 20:54 - Reply

    Wenn dann ein Investor bereitsteht, das Geld da ist, die Pläne gemacht sind und man eigentlich starten könnte usw. dann … ja, dann kommt das ominöse Baukollegium, das eigentlich qua Verfassung nirgendwo vorgesehen ist und mäkelt rum, dass das Hochhaus zu hoch ist und überhaupt „mehr grün“ blabla. Oder es kommt mal wieder eine linke Regierung hereinspaziert. Wieso wird das hier nicht als Spoiler benannt? Das Baukollegium ist das sinnloseste, am meisten ideologisch aufgeladene und schädlichste Gremium hier in dieser Stadt, dass die Projekte zerschießt und aus spektakulären Plänen und schöner Architektur am Ende Stumpen- und Buletten-Ästhetik macht. Berlin hat echt fertig. Jetzt, mit der drohenden neuen Linkslinkslinks-Regierung kommt wohl noch der letzte Sargnagel dazu. Alle anderen Städte, die vor 30 Jahren noch meilenweit zurücklagen, ziehen an Berlin vorbei, Warschau, Budapest, Prag, Baku, selbst Moskau (jedenfalls bis zu dem vermaledeiten Krieg) muss man noch dazuzählen. Von den alten Vorbildern London, Paris, Madrid, Wien oder New York (!) Ganz zu schweigen. Sie alle generieren Wachstum, Arbeit, Perspektiven, entwickeln Leitbilder, strahlen mit gepflegten Innenstädte, sauberen Öffentlichen, usw. In Berlin pollern wir uns zu, ersticken in künstlichem Stau, in ewig nicht fertig werden wollenden Baustellen und an schlunzigen Baumscheiben und sogenannten Grünanlagen wie z.B. einem „Wildblumen-Beet“ in der Oranienburger Straße, was zum Kotzen aussieht und wo Du Dir vor Fremdscham wünschst, kein Internationaler Besucher möge bitte jemals hier vorbeikommen. Selbst das schöne Schlüter-Schloss wird allgemein gern mit Verachtung gestraft und deshalb mit infantilen lila Plastik-Bänken und anderem Kram verunstaltet. Neben den Pollern und dem ganzen Unkraut verschandeln neuerdings auch noch die hässlichen Pop-up-Café-Terrassen in Euro-Paletten-Schick alle halbwegs attraktiven Straßen. Hat man als Steuerzahler eigentlich einen Anspruch auf vernünftigen Einsatz seiner Zahlungen? Kann man gegen diese Zumutungen eigentlich klagen? Ich glaube, ich wäre jetzt soweit … Es ist so schade um Berlin, so traurig, kein Ort der Welt bleibt so unter seinen Möglichkeiten und vergibt so viele Chancen, wie diese Stadt in den letzten 20 Jahren. Leider scheinen es die meisten Bewohner so zu wollen… oder es interessiert sie einfach nicht. Vielleicht auch Zeit, zu gehen.

    • Löwe 23. September 2026 at 21:38 - Reply

      KI: Bilanz des Berliner Baukollegiums: Einfluss auf Bauvorhaben 2023–2026
      Für die letzten drei Jahre – ungefähr September 2023 bis September 2026 – ergibt sich ein Bild von hohem fachlichem Einfluss, aber begrenzter formaler Macht. Das Baukollegium entscheidet weder über Baugenehmigungen noch über Bebauungspläne. Es berät Bauherren, Bezirke und Senat bei städtebaulich oder architektonisch besonders wichtigen Vorhaben und formuliert Empfehlungen. Diese sind rechtlich nicht bindend, werden aber in der Regel frühzeitig in die weitere Planung einbezogen.

      Die Bilanz der letzten drei Jahre fällt qualitativ positiv, quantitativ aber nur eingeschränkt messbar aus.

      Das Baukollegium hat sich als einflussreiche Qualifizierungs- und Vermittlungsinstanz etabliert. Es prägt vor allem die Gestalt und städtebauliche Einordnung großer Vorhaben – weniger durch formale Entscheidungen als durch frühe fachliche Beratung, öffentliche Empfehlungen und politischen Erwartungsdruck.

      -.-

      Wofür die Vorgänger Regierungen bekannt sind, die höhe von Hochhäusern am Alex speziell nach unten zu korrigieren, was Baupläne beschnitt, und zu Verzögerungen geführt hat.

      -.-

      Verkehrsberuhigende Massnahmen, die du kritisierst, wie stellst du dir die Alternative vor? Du nennst Paris, dort wird kontinuierlich der Einfluß des Auto reduziert.

      KI: Paris beruhigt den Straßenverkehr nicht mit einer einzelnen Maßnahme, sondern mit einem **Bündel aus Tempolimits, weniger Autospuren, weniger Parkplätzen und attraktiven Alternativen**.

      – **Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit:** Seit 2021 gilt auf fast allen Straßen innerhalb der Stadt Tempo 30. Ausnahmen bestehen vor allem auf wichtigen Durchgangsachsen, dem Boulevard périphérique und einigen weiteren Hauptstraßen. Ziel sind weniger Unfälle, Lärm und Emissionen.

      – **Autospuren werden umgewidmet:** Auf wichtigen Straßen wurden Fahrspuren zu geschützten Radwegen, Busspuren oder Fußgängerflächen umgebaut. Auf der Rue de Rivoli ist der private Autoverkehr stark eingeschränkt; ein großer Teil des Straßenraums ist dem Radverkehr vorbehalten.

      – **Seineufer autofrei:** Frühere Schnellverkehrsachsen am Seineufer wurden in Fuß- und Radwege sowie öffentliche Aufenthaltsräume umgewandelt. Eine Straße, die zuvor mehr als 40.000 Fahrzeuge täglich aufnahm, wurde so zu einem linearen Park.

      – **Weniger Parkplätze:** Paris baut Parkraum im Straßenraum ab und nutzt die gewonnenen Flächen für Bäume, Radwege, Plätze und Fußverkehr. 2025 stimmten die Pariser außerdem für einen Plan, rund 500 weitere Straßen weitgehend vom Autoverkehr zu befreien und etwa 10.000 Parkplätze umzuwandeln.

      – **Verkehrsbeschränkte Innenstadt:** Seit dem 4. November 2024 gilt in den Arrondissements 1 bis 4 eine „Zone à Trafic Limité“. Reiner Durchgangsverkehr ist dort verboten; einfahren darf grundsätzlich nur, wer ein Ziel in der Zone hat, dort wohnt, arbeitet oder unter eine Ausnahme fällt. Je nach Straße sank der Verkehr nach Einführung um etwa 7 bis 30 Prozent.

      – **Dichtes Radverkehrsnetz:** Paris baut geschützte und zusammenhängende Radverbindungen aus. Der Radverkehrsplan 2021–2026 soll Radfahren für Alltagswege in der gesamten Stadt ermöglichen; auch frühere Corona-Radwege wurden teilweise dauerhaft ausgebaut.

      – **Schulstraßen und autofreie Plätze:** Vor Schulen werden Straßen zeitweise oder dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt. Plätze und Schulhöfe werden stärker als Aufenthalts- und Grünräume genutzt.

      – **Attraktive Alternativen:** Die Maßnahmen werden mit Metro, Bus, Vélib’-Leihfahrrädern und dem Konzept der „15-Minuten-Stadt“ verbunden: Alltägliche Ziele sollen zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreichbar sein.

      Der entscheidende Ansatz lautet: **Nicht nur Autos langsamer fahren lassen, sondern den Straßenraum neu verteilen.** Autofahrten werden teilweise erschwert, während Radfahren, Zufußgehen und öffentlicher Verkehr sicherer und bequemer werden. Dadurch wird der Autoverkehr zugleich physisch, rechtlich und wirtschaftlich weniger attraktiv.

      • t.b. 24. September 2026 at 12:08 - Reply

        Danke, Herr Löwe, ich habe nichts gegen vernünftige Verkehrsorganisation und -beruhigung. Mich stören vor allem die unkoordinierten Pop-up-Maßnahmen, ewigen Provisorien, Querverpollerungen, willkürliche Straßenversperrungen ohne richtiges Konzept und die Vernachlässigung oder hingenommene Verwahrlosung des öffentlichen Straßenraums in Berlin oder grüne Zwangsbeglückung mit Schafweiden im Zentrum. Alles Punkte, welche die ganze Innenstadt verschandeln. Das ist einfach miserable Verwaltung. Ja, Paris z.B., fahren Sie doch mal hin: Gepflegtes Straßengrün, saubere Parks, funktionierende Brunnen und intelligente Konzepte zum Verkehrswandel. Selbstverständlich geht das auch nicht konfliktfrei, aber immerhin besser als hier.

        KI kann ich auch, z. B. Marais:
        – Die Verkehrsberuhigung im historischen Pariser Marais (Teil der Arrondissements 3 und 4) beruht nicht primär auf physischen Pollern (Bollards) an jeder Straßenecke, sondern auf einem intelligenten, großflächigen Verkehrskonzept. Zwar gibt es Poller (die sogenannten potelets), um das Falschparken auf Gehwegen zu verhindern, doch die eigentliche Aussperrung des Autoverkehrs erfolgt digital, rechtlich und strukturell.

        Und dass die Fälle, in welchen das Baukollegium hinzugezogen wird, insgesamt nicht auffallen, ist ja keine besondere Erkenntnis. Es sind aber die prominenten und prägenden Projekte. Auch wenn es keine bindende Wirkung entfalten kann, werden die die Empfehlungen des Baukollegiums fast immer – aus meiner Beobachtung – zum Nachteil der Entwürfe angenommen, zuletzt bspw. beim Projekt „Central Tower“ an der Jannowitzbrücke.

        • Löwe 24. September 2026 at 19:51 - Reply

          Ja, ich glaube, wir sind da einer Meinung. Es war am Kudamm sehr lange wirklich schlimm mit den Absperrungen, und die Kantstraße sah auch nicht gut aus, aber hat wohl den Zweck erfüllt mit einer richtigen Radspur. Mein Eindruck, die Gesamtsituation ist wohl, dass hier Interessenkonflikte (Auto gegen weniger Auto) zu Lasten der Bürger ausgetragen werden.

    • Ewald Karl 30. September 2026 at 17:26 - Reply

      Aha. Alles ganz schlimm und anderswo viel besser. Weil Berlin voll doof ist, die Berliner anscheinend auch, außer Ihnen.
      Hm.
      Ich finde, diese verbalen Rundumschläge sind etwas ermüdend. Und oft recht faktenfern.
      Wollen wir das Poltern nicht lieber den Populisten überlassen?

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.